Liebe Landsleute!
Allen Lesern des Schlaggenwalder Heimatbriefes wünschen wir ein recht frohes Osterfest. Nun ist auch der Frühling eingekehrt. Wir erinnern uns bestimmt noch daran, wie hart manchmal der Winter in unserer alten Heimat ertragen werden mußte und man sich auf die warmen Tage freute. Damals war oftmals Not zu überwinden. Die Nahrung- und Wärmebeschaffung hat große Sorgen bereitet. Nun sind diese Probleme nicht mehr akut. Das dürften wir als gerechten Ausgleich zur Vertreibung erkennen und dafür, daß wir dieser Sorgen enthoben sind, dankbar sein.
Ein recht herzliches Dankeschön soll allen Spendern gesagt sein. Diese Großzügigkeit erlaubt es, den Heimatbrief zu erstellen und keine Bezugspreiserhöhung zu veranlassen. Es beweist uns, daß man an dem Heimatbrief Gefallen hat. Dieses Gefühl richtet einen immer wieder auf, wenn man von Verzagtheit geplagt wird. Denn es ist nicht immer leicht sich dieser Aufgabe hinzugeben, zumal ich ja nicht immer nur Schreiben bekomme, die erfreulich sind. Oftmals bewegen sich diese hart an der Grenze der Beleidigung. Aber dann erfreut man sich beim Niederschreiben der Namen der Spender, die doch damit beweisen, daß sie mit uns zufrieden sind. Wir werden uns weiter um den Zusammenhalt bemühen und mit dem Heimatbrief die Landsleute erfreuen. Für alle Grüße und guten Wünsche, die uns sehr viele Landsleute zu Weihnachten und dem Jahreswechsel sandten, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Allen persönlich zu danken ist nicht möglich und würde sehr große Auslagen bedeuten. Es war für mich und meine Frau eine große Freude so viel Gedenken von den Landsleuten zu erfahren. Unsere Dankbarkeit wollen wir durch weitere Treue zu den Landsleuten beweisen.
Heute bin ich in der Lage den genauen Termin für das Treffen in Auerbach bekanntgeben zu können. Es findet am 8. und 9. September statt. Es ist auch die Zeit, wo wir daheim unsere Kirwa feierten. Auch in diesem Jahr wird es bestimmt wieder Kirwa-Kouchen geben. Unser Landsmann Rippl wird bestimmt uns damit überraschen. Die Veranstaltung soll diesesmal in dem neuerbauten Saal abgehalten werden. Ich bitte heute schon alle Landsleute, die es ermöglichen können, nicht zu versäumen, ihr Reiseziel in unsere Patenstadt Auerbach auszurichten. Wir wollen der Patenstadt beweisen, daß wir noch Viele sind, die ihre Gedanken in die alte Heimat lenken und daß die Patenstadt ein wichtiger Punkt in unserem Dasein war und ist. Heute schon danke ich Herrn 1. Bürgermeister Hanni Haberberger für seine Fürsorge, die er uns Patenkindern gewährt und diese Begegnung sichert. Wir sind stolz auf unsere Patenstadt Auerbach. Nicht viele Gemeinden aus dem böhmischen Raum hatten so viel Glück eine Patenstadt zu finden, in der die Landsleute immer gerne gesehen werden.
Danken möchte ich auch unserem Kunzmann Toni und seinen Angehörigen, die doch einen beträchtlichen Beitrag für das Gelingen dieser Tage leisten müssen. Schon jetzt genießen wir die Vorfreude auf das Wiedersehen mit guten Freunden und Bekannten. Habt keine Hemmungen, wenn jemand nicht gleich zu erkennen ist, geht darauf zu und fragt: „Wer bist du?" Bleibt nicht am Platz kleben und wartet bis die Landsleute auf Euch zukommen. Jeder freut sich, wenn ein ihm erst nicht mehr vertrautes Gesicht sich zu erkennen gibt. Die Freude ist dann groß. Es ist ein Schmarrn, wenn Landsleute sich damit ausreden: „Ich kenne ja doch niemand." Das ist kein Grund sich von der Gemeinsamkeit auszuschließen.
Liebe Landsleute, tut Euch rechtzeitig um Quartiere um. Auerbach und die Umgebung bieten solche reichlich an. Einige Tage dort Urlaub zu machen lohnt sich. —
Es wäre nicht angebracht, wenn man nicht von der Faschingszeit einst daheim Erwähnung täte. Dazu hatten mich die Ausführungen der Rabensgrüner Frau Richter veranlaßt. Auch wir in Schlaggenwald haben diesen Brauch besonders deftig gehalten. In diesem Jahr hätten wir eine lange Faschingszeit bestreiten müssen, wenn wir diese in der Heimat erlebt hätten. Da wäre die letzte Krone draufgegangen, denn man mußte doch dabei sein. 4 Tage in jeder Woche hätte unser Städtchen das fröhliche Treiben erdulden müssen. Die Bilder zeigen uns, wie froh und fröhlich man dabei war. Es gab immer frohgestimmte Leute, die eine Gruppe zusammenstellen konnten und man begeistert den Mummenschanz mitmachte. An die auf dem Bild dargestellte Rekrutenmusterung kann ich mich noch sehr gut erinnern. Wenn ich nicht irre, ging die Idee von Lm. Mürrling in der Neustadt aus, denn aus diesem Stadtteil waren damals sehr viele engagiert gewesen. Wir brauchten keine Hellaus
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