Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 175
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Krátký Franz a Dlouhý Franz

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Krátký Franz mezitím rád vylétával do světa. Jeden z našich tovaryšů mu daroval staré, rachotivé a promáčklé kolo. Chlapec ho tak dlouho čistil a hrabal se v něm, až na něm konečně dokázal jezdit. Od té doby projezdil celý náš okres i daleko za jeho hranice. Šlapal až do Elbogenu, k Hans Heilingu, do Pirkenhammeru, do Zettlitz, do Espenthoru, do Gießhübelu, a znal celé město jako nikdo jiný. Stal se živým adresářem.

Jednou o Velikonocích nám maminka každému připravila barevné velikonoční hnízdo. Kvůli tomu dokonce zasela oves. V něm seděl sádrový velikonoční zajíček s košíkem na zádech plným barevných cukrových vajíček. Kolem ovsa leželo dvanáct barevných natvrdo vařených slepičích vajec. Maminka řekla, že je musíme rychle sníst, jinak by se zkazila. Hned po kávě a velikonočním bochánku jsem do sebe hned nasoukala tři kusy. Pak jsem otravovala Krátkého Franze, aby se mnou na kole sjel dolů z „Rutscheru". Hned souhlasil, což mě vlastně mělo varovat. „Rutscher" byla místy prudce stoupající silnice do Janessenu. Rychle jsem si ještě schovala dvě červená vejce jako zásobu na cestu a vyklouzla jsem z domu, protože maminka o našem podniku nesměla vědět.

Vesele pojídajíc vejce jsem běžela vedle Krátkého Franze nahoru na „Rutscherhöhe". Silnice byla tehdy po celé délce vydlážděná modrým čedičem. Krátký Franz mě posadil na tenkou rámovou tyč a sám se s rozběhem vyhoupl do sedla. Pak začala pekelná jízda. Bylo strašné, jak se tvrdá, hrbolatá dlažba přenášela na rámovou tyčku a otřásala mým hubeným zadečkem. Křičela jsem strachy a bolestí, ale tempo bylo čím dál rychlejší. Buď kluk nechtěl zastavit, nebo už nemohl. V polovině cesty jsem už cítila pět velikonočních vajec v krku. Kvílíc jsem se poslední silou držela řídítek. Naše maminka, jako by něco tušila, vyšla s mým bratrem Heinrichem před domovní dveře. Napůl mrtvá jsem se jí sesunula do náruče. Hned na místě jsem se zbavila pěti velikonočních vajec i velikonočního bochánku. Pak mě maminka uložila do postele a přiložila mi na nemocné tělo horké tvarohové obklady. Krátkému Franzovi nařídila vycházkový zákaz na celou velikonoční neděli. Já jsem se mezitím rychle zotavila z „jízdy Rutscherem" a brzy jsem zase pokukovala po velikonočním talíři. Trochu cukrových vajíček, pak jedno červené vejce, potom zase kousek velikonočního bochánku, všechno takhle pomalu postupně přece nemohlo uškodit.

původní znění

wuchs, aber dafür mächtig in den Schultern ansetzte. Franz II. dagegen wuchs und wuchs nach oben, während seine Schultern schmal blieben. Diese verschiedenen Entwicklungen, die unsere beiden Lehrbuben genommen hatten, führten dazu, daß wir sie eines Tages „Kurzer Franz" und „Langer Franz" nannten. Nach dem damals geltenden Spruch, daß Lehrjahre keine Herrenjahre seien, wurde mit ihnen nicht zimperlich umgegangen. Die Gesellen trieben mit ihnen ihre rauhen Spässe, weshalb besonders unsere Mama häufig ein zurechtweisendes Wort sprach. Sie stellte sich stets auf die Seite der Schwachen. Der Kurze Franz lernte aber bei diesen Plänkeleien sehr viel, vor allem, sich zu wehren. Überhaupt wurde er ein richtiges Schlitzohr. Bald blieb er den Gesellen nichts mehr schuldig und zahlte irgendwann auf die schlaueste Weise zurück. Der Lange Franz dagegen ertrug jeden Schimpf und jede Bosheit ohne Rachegedanken. Seine Qual äußerte sich nur dadurch, daß über die freundlichen Augen ein Schleier fiel und das Bierkröpferl hüpfte. Mama sorgte sich um ihn, weil er so rasant wuchs, manchmal fiebrige Wangen hatte und schmalbrüstig blieb. Da gab sie ihm von unserem Eisenwein und vom Malzextrakt, und er war ihr treu ergeben. Einmal kam er mit einer schlimmen Brandwunde am oberen Oberschenkel heim. Verschämt zeigte er sie unserer Mama und gestand, daß die Gesellen ihn zum Rauchen verleitet hatten, weil er sonst nie ein richtiger Mann werden würde. Da aber unglücklicherweise mein Vater im selben Augenblick auf der Arbeitsstelle erschien, steckte der erschrockene Bub den brennenden Glimmstengel in die Hosentasche. Das schmerzreiche Ergebnis versetzte unsere Mama derart in Zorn, daß ihre Augen gefährlich funkelten. Die Gesellen waren später wegen ihrer zwar ruhigen, aber gehaltvollen Strafpredigt ganz verdattert. Es dauerte tatsächlich lange, bis die infizierte Wunde beim Langen Franz abgeheilt war. Einmal begann Franz mit Laubsägearbeiten. In seiner Freizeit saß er am liebsten in unserer Küche und sägte. Meine gesamte Puppenhauseinrichtung erneuerte er mit zierlichst gefertigten Möbeln. Mama bekam Bilderrahmen, Spiegelrahmen, Döschen, Nähkästchen und Schatullen. Wir waren mit derlei Artikeln bald reichlich eingedeckt.

Der Kurze Franz flatterte inzwischen gern hinaus in die Welt. Einer unserer Gesellen hatte ihm ein altes, klappriges und verbeultes Fahrrad geschenkt. Da putzte und fummelte der Bub so lange daran herum, bis er endlich damit fahren konnte. Von nun an durchstreifte er unseren gesamten Bezirk und weit darüber hinaus. Er strampelte bis Elbogen, zum Hans Heiling, nach Pirkenhammer, nach Zettlitz, nach Espenthor, nach Gießhübel, und kannte die ganze Stadt wie keiner. Er wurde zum lebenden Adressenverzeichnis.

Einmal zu Ostern hatte meine Mama uns jedem ein buntes Osternest gerichtet. Dazu hatte sie sogar Hafer gesät. Darinnen saß der Gipsosterhase mit seinem Buckelkorb voller bunter Zuckereierln. Um den Hafer herum lagen zwölf bunte hartgekochte Hühnereier. Mama sagte, daß wir sie schnell aufessen müßten, weil sie sonst schlecht werden würden. Da schob ich gleich nach dem Kaffee und dem Osterlaibl drei Stück in mich hinein. Dann drangsalierte ich den Kurzen Franz, daß er mit mir zusammen auf dem Fahrrad vom „Rutscher" runterfahren sollte. Er war gleich einverstanden, was mich eigentlich hätte warnen müssen. Der „Rutscher" war die teilweise steil ansteigende Straße nach Janessen. Schnell steckte ich noch zwei rote Eier als Wegzehrung ein und huschte sodann aus dem Haus, denn Mama durfte von unserer Unternehmung nichts wissen.

Fröhlich eieressend lief ich neben dem Kurzen Franz zur „Rutscherhöhe" hinauf. Die Straße war damals noch in ihrer gesamten Länge mit Blaubasalt gepflastert. Der Kurze Franz setzte mich auf die dünne Rahmenstange und schwang sich selbst mit Anlauf den Sattel. Dann ging die Höllenfahrt los. Es war mörderisch, wie sich das harte, holprige Pflaster auf das Rahmenstängchen übertrug und mein mageres Hinterteil erschütterte. Ich schrie vor Angst und Schmerz, aber das Tempo wurde immer schneller. Entweder wollte der Bengel nicht anhalten, oder er konnte nicht mehr. Auf halber Strecke spürte ich bereits die fünf Ostereier im Hals. Wimmernd hielt ich mich mit letzter Kraft an der Lenkstange fest. Ahnungsvoll war unsere Mama mit meinem Bruder Heinrich vor die Haustüre getreten. Halbtot sank ich in ihre Arme. An Ort und Stelle entledigte ich mich der fünf Ostereier und des Osterlaibls. Dann brachte mich meine Mama ins Bett und legte mir heiße Topfstürzen auf den kranken Leib. Dem Kurzen Franz verordnete sie Ausgangssperre für den ganzen Ostersonntag. Ich erholte mich indessen schnell von der „Rutscherfahrt" und schielte bald wieder nach dem Osterteller. Da ein paar Zuckereierln, nachher ein rotes Ei, dann wieder ein bisserl Osterlaibl, alles so langsam nach und nach konnte nicht schaden.

Gegen Abend mußten die Eltern einen Besuch machen. Mama wendete sich vertrauensvoll

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