Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 174
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Slavnostní zastřešení sudetoněmeckého centra v Mnichově

„Geschichte der Sudetenländer lebendig erhalten" — Richtfest des Sudetendeutschen Zentrums in München

Sozialminister Dr. Fritz Pirkl:

Die Grüße und Glückwünsche der Bayerischen Staatsregierung überbrachte heute Sozialminister Dr. Fritz P i r k l anläßlich des Richtfestes des Hauses der Sudetendeutschen Stiftung in München. Im 30. Jahr der Übernahme der Schirmherrschaft über die Sudetendeutschen durch den Freistaat Bayern entstehe nun ein Gebäude, das seiner Zweckbestimmung nach in der kommenden Generation die kulturellen Traditionen unserer sudetendeutschen Mitbürger aus den Ländern Böhmen, Mähren und Schlesien weiterführen solle.

Das Haus der Sudetendeutschen an der Hochstraße werde aufzeigen, daß die kulturellen und wissenschaftlichen Traditionen der Heimatvertriebenen zum gemeinsamen Erbe aller Deutschen gehören. Pirkl verwies ferner darauf, daß „Am Gasteig" in München auf einem überschaubaren Raum kulturelle Einrichtungen kommunaler und staatlicher Ebene von bedeutender Ausstrahlungskraft im Entstehen seien. Das allen heimatvertriebenen Gruppen offenstehende Haus des Deutschen Ostens sowie das Haus der Sudetendeutschen Stiftung und das große Kulturzentrum der Landeshauptstadt könnten sich in ihren Aufgaben durchaus ergänzen. So werde etwa die Münchner Städtische Bibliothek mit über 1 Mio. Bänden durch die 160.000 Werke ost- und sudetendeutscher Spezialliteratur eine wertvolle Bereicherung erhalten. Die Verantwortlichen dieser Einrichtungen bat der Minister um eine fruchtbare Zusammenarbeit im Dienste aller Bürger.

Zamyšlení nad „starými škvarky"

Gedanken zu den „alten Schinken"

Wie in der Herbstausgabe der Heimatzeitung zu lesen war, wurde vereinzelt über die „alten Schinken" in unserem Blättchen geklagt. Dazu möchte ich mich äußern, weil ich der Meinung bin, daß die Kritiker einem für sie bedauerlichen Irrtum unterliegen.

Wie bereits die Bezeichnung „Heimatzeitung" schon aussagt, kann es sich bei unserem HB nur um das Sprachrohr unserer Heimat handeln. Nun haben wir diese leider vor achtunddreißig Jahren auf grausame Weise hergeben müssen und sind vertrieben worden unter Blut und Tränen (Ich verweise auf das Buch „Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen"; herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen).

Wenn wir jetzt auch nach der langen Zeit Abstand von dem fürchterlichen Geschehen und dem Schmerz um die Heimat gewinnen konnten, so bleibt dieser schwere Schicksalsschlag in unserem Leben stehen, denn er gab ihm eine tiefgreifende Wende auf einem Boden, der uns zunächst völlig fremd war. Die meisten Landsleute haben zwar erfolgreich fußfassen können, dennoch sind ihre Wurzeln in der Heimat geblieben, vorausgesetzt, sie hatten dort welche geschlagen gehabt. Wir können im HB keine Sensationen bringen und wollen das auch nicht. Alles, was einmal in der Heimat geschah, ist zur wehmütigen Erinnerung geworden. Das Bild der Heimat hat einen Glorienschein bekommen, und es ist aus vielen heiteren und vielen traurigen Schicksalen gewoben worden. Sie alle sollen nach Möglichkeit unvergessen bleiben, denn in ihrer Gesamtheit sind sie ein Beitrag zur Geschichte unserer Heimat.

Wen diese Erinnerungen nicht mehr anrühren oder wer sie gar verdammt, muß wissen, daß er das Andenken seiner eigenen Vorfahren und die Gefühle seiner Landsleute verletzt. Gerade aus den langen gehaltvollen Spendenlisten in der Heimatzeitung ist zu erkennen, was den meisten Lesern die Erhaltung des Blättchens u.a. auch mit seinen „alten Schinken" bedeutet. Es tut mir leid, daß es auch unter uns Landsleute gibt, denen das Gedenken an die Heimat so wenig geben kann, die sogar jede Beziehung zu ihr verloren haben. All denen wünsche ich aufrichtig, daß sie in den kommenden Weihnachtstagen oder zur Jahreswende eine besinnliche Stunde finden, in der sie den Weg zu ihrem eigenen Herzen zurückfinden mögen!

Hermine Walter, geb. Palm

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