⟵ věta pokračuje z předchozího listu
wieder, in wieviel Häusern und Orten und in wieviel Familien das Jesuskind auch heute noch verehrt wird. In Kürze wird unser Buch über die Verehrung des Prager Jesuskindes in unserem Verlag erscheinen. Ein Landsmann aus Hostau hat uns eine Figur des Kindes in Porzellan nachgestaltet. Und wenn Du einmal zur Wallfahrt nach Vierzehnheiligen kommst, — die Ursprungslegende erzählt ja von der Erscheinung des Jesuskindes und den 14 Nothelferkindern, auf diese Ursprungslegende wurde dann das Reis der heutigen Nothelferverehrung aufgepfropft — versäume es nicht, in der Kapelle der Votivgaben die vielen Jesuskinddarstellungen zu besichtigen, das schönste darunter ist das Prager Jesuskind.
Im 15./16. Jahrhundert erscheint das Christkindlmotiv auf den gedruckten Neujahrskarten. Deshalb habe ich dieses Motiv an den Anfang meines Weihnachtsbriefes gesetzt und wünsche Euch allen: „Ein gut selig iar — ein glückseliges Neues Jahr 1984", über dem die Weihnachtsbotschaft der Engel stehen möge: Gott die Ehre — den Menschen Friede !
Prälat Dr. Karl Reiß, Pfarrer
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Liebe Landsleute!
Meine Zeilen möchte ich wieder mit einem herzlichen „Dankeschön" einleiten für die Spenden zum Fortbestand des Heimatbriefes und für die Gabe für unsere alten Landsleute. Wir können alle stolz auf die Opferbereitschaft sein. Mein besonderer Dank gilt allen Einsendern von Beiträgen zur Gestaltung des Heimatbriefes. Aufrichtigen Dank möchte ich dabei Frau Hermine Walter sagen. Sie hat uns all die Jahre mit schönen Heimaterinnerungen erfreut. Ich möchte andere Landsleute ermuntern, auch aus der Jugendzeit zu berichten. So mancher hat bestimmt ein besonderes Erlebnis erfahren.
Es ist schwer die richtigen Worte zu dem bevorstehenden Weihnachtsfest zu finden. Zu viele Jahre feiern wir Weihnachten fern der einstigen Heimat. Schon fällt manches ehemalige Geschehen der Vergessenheit anheim. Aber immer noch gilt Weihnachten der Familie. Wir bemühen uns in dieser Zeit zusammen zu sein. Es ist eben ein rechtes Familienfest und wir wollen die Zeit so gestalten, wie wir sie einst gehalten haben. Die Weihnachtszeit ist das Fest des Friedens und der Zufriedenheit. Einmal im Jahr ist es die Zeit des Ausruhens und der Erholung, des Schenkens und Beschenktwerdens. Aber dieser Brauch sollte nicht als Pflicht ausgelegt werden oder ausarten. Heute ist es leichter Geschenke zu geben, als es zu unserer Zeit in der alten Heimat möglich war. Wer könnte die damaligen Notzeiten vergessen. Darum haben wir jetzt allen Grund froh und zufrieden zu sein.
Mögen sich auch am politischen Horizont einige dunkle Wolken zeigen. Sie werden am deutschen Himmel kein Unheil anrichten, versichern doch alle Politiker im Ostteil Deutschlands wie im Westteil, daß keine friedensstörenden Handlungen, d.h. kein Krieg mehr von hier ausgehen soll. Dieses Versprechen sollte uns als eine Weihnachtsgabe von Wert sein. Seit der Vertreibung 1946, also 37 Jahre lang, konnten wir eine friedliche Weihnacht feiern. Wir alle hoffen, daß es immer so bleiben möge, daß unseren Kindern und Kindeskindern die Not, die wir als Grenzlanddeutsche erfahren mußten, für immer erspart bleibt. So manche Landsleute werden ihren Lieben, die keine Möglichkeit haben, an Weihnachten das traute Heim der nächsten Angehörigen aufzusuchen, ihre Gedanken widmen und im stillen Gebet den ferne Weilenden nahe sein.
Mit Wehmut werden unsere Gedanken durch die alten Gassen der Heimat wandern, wo einst der Lichterglanz der geschmückten Christbäume ins Freie fiel. Der Gang zur Mette ist gewiß noch bei vielen Landsleuten in guter Erinnerung. Nun ist auch daheim die alte Kirchstaffel eingefallen, es wäre nicht mehr möglich darüber das Gotteshaus zu erreichen. Einen Todesschlaf hält unsere alte Georgskirche, und der Turm schaut traurig drein. Es ist schon eine sonderbare Zeit, die so eine Umwälzung zugelassen hat. Wir haben eine neue Heimat gefunden, in der es uns gut geht, und dafür sollten wir dankbar sein. Unseren östlichen Nachbarn geht es schlimm, daß man es sich garnicht ausdenken kann, wenn wir es nicht selbst so grausam erlebt hätten.
Wir wünschen allen Beziehern des Heimatbriefes eine frohe Weihnacht, ein glückliches neues Jahr und allen recht viel Gesundheit.
Euer Richard Brummeissl und Frau
N.B. Lieber Walter Zeidler, ich danke Dir für Deine Großzügigkeit, denn Du hast uns in all den vielen Jahren die schönen Bilder aus der Heimat und Jugendzeit kostenlos angefertigt. Ich sage Dir im Namen aller Landsleute ein herzliches „Dankeschön".
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
