20 Jahre Sammelstelle Egerländer Ahnenlisten
Als ich mich 1963 kurz nach dem Ableben meiner Mutter intensiver als bis dahin mit meiner Herkunft und schlicht gesagt mit unserer Heimat zu befassen begann, konnte ich nicht ahnen, daß sich aus dem zwar schon zu Beginn recht regen Interesse ein Hobby, ja schließlich eine systematische Arbeit entwickeln würde, das mich offenbar nicht mehr losläßt. War es am Anfang die Niederschrift der damals noch im Umfang recht bescheidenen Daten der eigenen Vorfahren (mit allen erreichbaren persönlichen Angaben, Bildern, erhaltenen Briefen, Urkunden, Reiseberichten und Lebensgeschichten, die zumeist über die Eltern und Großeltern als oftmals wiederkehrende Erzählungen zum Grundbestand der persönlichen Heimaterfahrung gehören), so wurden rasch danach auch die nächsten Verwandten ausgefragt. Bald war dann ein gewisses Ende der Ermittlungen besiegelt, denn außer den Orten der Ahnen und den Familiennamen selber gab es nichts mehr zu finden. Der Grund ist klar: Forschungen in den heimatlichen Ämtern und Archiven waren noch nicht möglich. Das sollte sich schließlich ändern!
Unsere Matriken, vor 1970 schon zeitweise nach Kaaden verbracht, wurden nach der Gebietsreform in das Gebietsarchiv von Pilsen übermittelt, zentral archiviert und teils sogar restauriert. Wenn es auch heute noch gewisse Lücken geben mag in den Beständen, so ist das Gros der Folianten (vorerst bis um 1900 benützbar.
Die anfänglich aus der engeren Verwandtschaft zusammengetragenen Ahnentafeln, Stammbäume und andere verwandte Dokumente wurden ergänzt durch schon gedrucktes Material in Heimatpresse und Fachzeitschriften; durch Anschreiben von Landsleuten, Werben im Bekanntenkreis und schließlich in allen Organen, die mit der Egerländer Volkskunde zu tun haben, gelang dann der Durchbruch, der dann, seitdem Forschungen vor Ort möglich wurden, auch noch durch Archivergebnisse erweitert wird.
Zur Abgrenzung des Gebiets darf erwähnt werden, daß West-Böhmen natürlich auch ehemals nichtdeutsche Siedlungsgebiete umfaßt, für den Interessierten ist es vielleicht wichtig, daß die Grenze im Osten von St.Joachimsthal über Duppau, Manetin, Rokyzan, Nepomuk und Klattau bis Schüttenhofen verläuft. Unser Hkr. Elbogen ist dabei nur ein kleiner Bereich innerhalb des Dreibädergebiets.
Die Untersuchungen haben schon längst erbracht, daß eine nur kreisbezogene Erfassung zu eng ist, denn jeder Egerländer hat in höheren Generationen in der Regel Vorfahren aus einer Vielzahl von Kreisen. So bin ich selbst aus der Pfr. Chodau, gehe ich aber nur 4 Gen. zurück, so stoße ich in die Kreise Eger, Elbogen, Falkenau, Graslitz, Karlsbad, Marienbad, Neudek, St.Joachimsthal und Tepl vor! Weiter zurück wird es noch weitschweifiger. Mag auch in jedem Einzelfall etwas anders liegen, so ist die Familiengeschichtsforschung ein Erbe, das uns niemand nehmen kann, das auch künftigen Nachkommen stets ein festes Heimatbewußtsein schenkt und in seiner vielgestaltigen Ausprägung belehrt und bereichert.
Wir machen weiter? Wer macht mit? Lm. Herbert Schneider (Egerländer
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