Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 168
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Falklanďané a sudetští Němci

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loyal zur Seite stehen wie den Briten?

Sowohl Briten wie Argentinier erklären, es ginge um Prinzipien. Auch in unserem Fall geht es um ein Prinzip. Und auch unser Anspruch wird niemals verjähren.

Der Konflikt lehrt uns — abgesehen von seinem sudetendeutschen Aspekt — noch viel anderes, vor allem, daß es gefährlich ist, ungelöste Probleme Jahrzehnte lang zu ignorieren. Natürlich ist der Versuch Argentiniens zu verurteilen, den Konflikt durch den Einsatz militärischer Gewalt zu entscheiden. Aber man kann sowohl für den Standpunkt der Briten wie für den der Argentinier Verständnis haben. Es wäre sehr zu wünschen, daß es den beiden Völkern gelänge, einen friedlichen Ausweg zu finden. Es gibt in England viel guten Willen gegenüber Argentinien und Großbritannien hatte immer in Argentinien einen guten Namen. Es geht hier um einen Streit zwischen zwei Völkern, von denen das eine europäisch und das andere europäischer Herkunft ist. Beide stehen im westlichen Lager. Ihre gemeinsamen Interessen sollten überwiegen.

Merkwürdig ist der Standpunkt der britischen Linken. Gewöhnlich wird Argentinien von ihr als eine „faschistische Diktatur" bezeichnet. Die britische Arbeiterpartei hat anfangs bereitwillig die Entsendung einer Kriegsflotte in den Südatlantik unterstützt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, daß der eingefleischte Friedensmarschierer und einseitige Abrüstungsprotestierer Michael Foot die Brandrede der Regierung hielt, um den Angriff der argentinischen Streitkräfte auf die Falklandinseln zu verhindern. So kriegerisch gebärdete er sich, daß man den Eindruck gewinnen konnte, daß er am liebsten selbst an der Spitze einer Armada „gen Argentinien" gefahren wäre. Wären etwa die Kubaner in Grenada gelandet, so darf man mit Sicherheit annehmen, daß die Labour Party wesentlich weniger kriegerisch reagiert hätte. Inzwischen hat der linke Flügel der Labour Party, geführt von Tony Benn, — getreu der linken Tradition, auf jeden Fall dem eigenen Land, wenn es sich in einem Notstand befindet, in den Rücken zu fallen — sich gegen alle militärischen Gegenmaßnahmen Großbritanniens ausgesprochen. Und auch Michael Foot gebärdet

sich weniger kriegerisch und hat sich neuerdings von militärischen Aktionen distanziert. Die britische Regierung solle sich an die Vereinten Nationen wenden und die britische Flotte, für deren Entsendung er sich ausgesprochen hatte, solle inzwischen im Südatlantik umherkreuzen — wie der fliegende Holländer, meinte ein Kommentator. Daß die Argentinier doch eigentlich „böse Faschisten" sind, hat man jetzt anscheinend plötzlich vergessen.

Die Sowjetunion hat ihre Außenpolitik natürlich von allem Anfang an nicht nach dem Schablonendenken der Linksintellektuellen ausgerichtet. Der Kreml hat schließlich eine alte Tradition in der Unterstützung sowohl vermeintlicher wie auch wirklicher Faschisten. Bei den russischen Überlegungen spielen die argentinischen Getreidelieferungen eine größere Rolle als die Farbe der argentinischen Regierung, auch der Umstand, daß die Sowjetunion offensichtlich glaubt, sie könne durch Unterstützung des argentinischen Standpunkts mehr Unfug stiften als durch Unterstützung des britischen.

Vielleicht hilft der Falklandinselkonflikt manchen Menschen im Westen, den Unterschied zwischen ferngesteuerter Kremlpropaganda und der Wahrheit zu entdecken. Inzwischen sollten die Argentinier bei allem Machismo bedenken, daß es in der Welt viele Inseln gibt, die viel näher von einem Festland liegen als die Falklandinseln von Argentinien, aber keineswegs immer vom Festland her regiert werden.

Die Briten und die Falkländer müssen ihrerseits in Rechnung stellen, daß die Falklandinseln in der Praxis des täglichen Lebens sehr auf gute Beziehungen zu Argentinien angewiesen sind. Sie sind ein wenig zu klein und zu fern von England, um sich als selbständiges Land zu etablieren oder von England aus regiert zu werden. Die Errichtung von neuen Klein- und Kleinstaaten ist gewöhnlich eine Verlockung für die Sowjetunion und ihre Trabanten, im trüben zu fischen. Aus all diesen Gründen hoffen wir, daß sich Briten und Argentinier bald wieder vertragen. — Auch ein Schlaggenwalder hat in diesem Land eine neue Heimat gefunden.

Goethe miloval náš kraj

Goethe liebte unsere Heimat

Von Harry Hochfelder, London

Am 22. März vor hundertfünfzig Jahren schloß Johann Wolfgang Goethe seine Augen für immer. Die älteren von uns erinnern sich an die zahlreichen Feiern, die 1932 anläßlich des hundertsten Todestages im Sudetengebiet stattfanden.

In der Vierteljahresschrift „Sudetenland" (Heft 1, 1982) veröffentlichte Dr. Viktor Aschenbrenner seinen bereits in der Sudetendeutschen Zeitung vom 8. Januar erschienenen Aufsatz „Goethe und Böhmen", der jetzt mit einigen Änderungen und Zusätzen, reich illustriert, als Sonderdruck („Goethe in Böhmen") ein Arbeitsbrief von Dr. V. Aschenbrenner) vom Referat Kultur und Volkstumspflege der Sudetendeutschen Landsmannschaft (Arnulfstraße 71, 8000 München 19) herausgegeben worden ist und von dort bezogen werden kann. Dr. Aschenbrenner benützte als Quellenmaterial hauptsächlich das Buch des aus dem Egerland stammenden Prager Schriftstellers Johannes Urzidil „Goethe in Böhmen" (Artemis-Verlag, Zürich und Stuttgart 1962).

Die Schrift Dr. Aschenbrenners ist von besonderem Interesse, weil sie die Beziehungen Goethes zu Böhmen schildert und zu dem Schluß kommt, daß ihre Bedeutung bisher unterschätzt worden ist. Goethe unternahm zwischen 1785 und 1823 siebzehn Reisen nach Böhmen und verbrachte dort insgesamt 1.114 Tage, also mehr als drei Jahre. Seine weit mehr bekannte italienische Reise dauerte nur 683 Tage, also weniger als zwei Jahre. Der Einfluß der italienischen Reise auf sein Schaffen soll nicht verkleinert werden. Die Wandlung, die sie auslöste, erfolgte rasch und ging tief. Demgegenüber war der Einfluß seiner Reisen nach Böhmen langsam, aber nichtsdestoweniger bedeutsam. Anfangs ging Goethe nach Karlsbad nur wegen seiner Gesundheit — er litt an Nierenkolik. Mit der Zeit jedoch wuchs sowohl seine Kenntnis von Böhmen wie auch sein Interesse an diesem Land. Er kannte nicht nur die Städte Westböhmens wie Eger, Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Schlaggenwald und Asch, sondern auch Teplitz und das Riesengebirge, wo er die Schneekoppe bestieg. Er sprach und schrieb wiederholt von seinem „geliebten Böhmen". Er interessierte sich für die Menschen, Landschaft und Geologie, Industrien, Geschichte, Architektur und Kultur. Dr. Aschenbrenner weist darauf hin, daß Goethe zwar nur den deutschsprechenden Teil Böhmens bereiste, jedoch sehr gut wußte, daß es in Böhmen zwei Völker gab. Die sich daraus ergebenden Probleme erweckten sein Interesse und er hatte Kontakte zu führenden Tschechen. Das Interesse an der Geschichte Böhmens fesselte ihn insbesondere in seinem letzten Lebensjahrzehnt und er hat darüber einschlägige Werke gelesen.

Goethes Haltung gegenüber katholischen Lebensformen wurde durch sein Erlebnis katholischen Brauchtums im Egerland und der Wallfahrten nach Maria Kulm geprägt und fand ihren Niederschlag in „Wilhelm Meisters Wanderjahre", in den „Wahlverwandtschaften" und am Beginn und Ende des „Faust". Über die Blütezeit der deutschen Kultur in Böhmen im 14. und 15. Jahrhundert wußte er genau Bescheid und er betrachtete die Prager Karls-Universität als den wissenschaftlichen Mittelpunkt von Deutschland. Er sah in Böhmen ein Stück von Deutschland, auch nach der Niederlegung der deutschen Kaiserkrone im Jahre 1806 durch Kaiser Franz.

Dr. Aschenbrenner hat mit seiner Schrift der sudetendeutschen Volksgruppe einen wertvollen Dienst erwiesen, indem er Urzidils Buch zusammengefaßt und durch eigene Beobachtungen und Gedankengänge ergänzt und einem großen Leserkreis zugänglich gemacht hat. Er hat damit unsere sudetendeutsche Heimat fest in die deutsche Kulturlandschaft hineingestellt und das kulturelle Selbstbewußtsein der Volksgruppe gestärkt. Die Schrift sollte in keiner sudetendeutschen Familie fehlen. Aus den zahlreichen darin enthaltenen Zitaten aus Goethes Werken wollen wir eins herausgreifen, das auf dem von einem sudetendeutschen Bildhauer geschaffenen Prometheus-Brunnen am Altstädter Platz in Reichenberg stand, der nach 1945 von den Tschechen abgetragen wurde:

Feiger Gedanken,
Bängliches Schwanken,
Weibisches Zagen,
Ängstliches Klagen,
Wendet kein Elend,
Macht dich nicht frei.
Allen Gewalten
Zum Trotz sich erhalten;
Nimmer sich beugen,
Kräftig sich zeigen,
Rufet die Arme
Der Götter herbei.

Durch die Vernichtung des Rathauses wurde auch die Gedenktafel „Goethes Aufenthalt in Schlaggenwald" vernichtet.

Svévolné zásahy na československé hranici

Willkürakte an der tschechoslowakischen Grenze

Waidhaus (dpa). Von „Willkürakten" gegen Bundesdeutsche an der Grenze zur Tschechoslowakei hat jetzt die bayerische Polizei von Waidhaus gesprochen. So sei zum Beispiel der Geschäftsführer eines Unternehmens für Auslandsreisen wegen angeblicher Devisenvergehen von den Grenzorganen der ČSSR festgenommen worden. Ein 23jähriger sollte angeblich Pornohefte geschmuggelt haben und war deshalb inhaftiert und zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Außerdem seien am Grenzübergang Rozvadov — so die Waidhauser Grenzpolizei — im März acht Hilfsgütertransporte für Polen „unter Angabe von fadenscheinigen Gründen" zurückgewiesen worden.

(„Main-Echo" Nr. 82 vom 8. 4. 1982)

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