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waren. Wie hat uns doch das Geschick in alle Winde verschlagen! Ehe ich nun meiner Freundin Erna von diesem schönen Erinnerungsbild erzählen konnte, wurde sie mir bereits wieder vom Tisch geholt.
Noch am späten Nachmittag, als die meisten Gäste schon zur Heimfahrt rüsteten, drückte mir ein Landsmann aus meinem Geburtsort Poschitzau herzlich die Hände. Er hatte erst so spät erfahren, daß ich anwesend sei. Ich kannte ihn nicht, aber seine ehrliche Freude machte mich froh.
Am Abend war nur noch ein Häuflein Schlaggenwalder übrig geblieben. Unser Freund Brummeissl und seine Frau hatte sie alle zum Ausklang in seinen schattigen Garten eingeladen. Die Abendruhe senkte sich über die kleine Gruppe, es war still geworden. Keiner sprach mehr von seinem Schicksal, keiner von seinen Schmerzen und keiner von seinen Sorgen. Es wurde ein besinnlicher Ausklang. Da wurde noch von der „Seifertsgröi", von der Löissnatzgoss, von den Kirchstafferlan", vom Sandwirtshaus und vom „Putztani" erzählt. Aber dann ließ jemand ein Heimatlied anklingen, und bald sangen die anderen schwermütig mit.
Als die Dämmerung durch den Garten schlich, verabschiedete sich einer nach dem anderen mit aufrichtigen Wünschen für ein baldiges Wiedersehen in Gesundheit. Das Lächeln, das sich dabei um die Lippen quälte, war von ernsten Gedanken gezeichnet. Schnell ließen wir unseren guten Freund und seine liebe Frau mit den leeren Tischen und Stühlen im gastlichen Garten allein und gingen still unserer Bleibe zu.
Hermine Walter, geb. Palm
[obr] Unser Lm. Karl Bräutigam — der treueste Besucher aller Heimattreffen mit seiner Frau (rechts im Bild)
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