Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 172
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„Seno je doma a ještě suché!" – vzpomínka na první den prázdnin

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sofort alle Sachen zusammenpacken und gemeinsam helfen müßten, damit wir das Heu schon zu Bergen gerecht haben würden, wenn der Dickl-Bauer wiederkäme. Da wir Kinder ja keine Reche zur Verfügung hatten, schleppten wir die stichligen Ballen armvoll zusammen. Wenn wir zwischendurch zum Himmel sahen, erkannten wir, daß doch tatsächlich das Wölkchen zu einer Riesenwolke wuchs. Endlich hörten wir den Dickl-Pepp mit seinem Pferdegespann die Straße entlangkommen. Wir schafften mit so viel Fleiß und Eifer, daß wir uns nicht einmal die Zeit nahmen, um nach der Wolke zu sehen. Erst als der Heubaum festgezurrt wurde, blickten wir auf. Was wir da sahen, erschreckte uns sehr. Ganze Wolkenberge hatten sich aufgetürmt und brodelten wild durcheinander. Meine Großmutter hastete nach ihrem Buckelkorb, wir Kinder nach unseren Badesachen, und ab ging es mit größter Eile. Schon hing über dem gesamten Tal ein schweres Wolkenmeer. Wir liefen am Mühlgraben lang zur Kohlmühle. Die Müllerin meinte, daß wir das Wetter bei ihr abwarten sollten, aber Großmutter wollte heim und wir auch.

Meine Großmutter war immer noch sehr leichtfüßig, so hatten wir Kinder Mühe, ihr bergauf zu folgen, sie mußte uns gut zureden. Abgehetzt und rot erhitzt kamen wir bei Houvlers Kreuz an. Der Schweiß rann uns von der Stirne, die Kleider klebten an den Gliedern. Ausschau nach dem Dickl Pepp zu halten, wäre sinnlos gewesen, er mußte ja mit seinem Gespann den Umweg über das Tepltal nehmen. Über uns rumorte es immer bedrohlicher, in der Luft hing förmlich der Schwefeldampf der Hölle. Wir hasteten also weiter. Als wir die letzen hundert Meter noch vor uns hatten, hörten wir das erste Grollen aus Richtung Ziegelhütten-Donawitz. Großmutter meinte, daß wir gleich mit ins Haus kommen sollten, aber wir wollten noch ein wenig warten, ob der Dickl-Bauer nicht doch bald kommen würde. Da setzten wir uns auf den Göpel beim „Üiwarn Küihla", von dort aus konnten wir durch die Gasse auf die Dorfstraße sehen. Das Donnergrollen kam näher, wir waren schon ganz aufgeregt. Immer wieder lief abwechselnd einer der Buben die Gasse hinunter, um weiter sehen zu können. Eben war mein Vetter Robert losgeeilt, da blieb er auf halbem Wege stehen, riß beide Arme hoch und schrie uns zu: „Öitza kinnta!" Im selben Augenblick heulte ein entsetzlicher Sturm los. Er peitschte alles, was nicht niet- und nagelfest war hoch durch die Lüfte, Staub und Sand fegte er uns in den Mund und in die Augen. Eimer rollten scheppernd über das Hauspflaster und Fensterscheiben klirrten. Mit aller Kraft stemmte sich der Dickl-Pepp ins Geschirr, denn die Pferde drohten zu scheuen. Schaum stand ihnen vor den Nüstern, die Angst irrte ihnen so in den Augen, daß man das Weiße sehen konnte. Der hochbeladene Wagen schwankte bedenklich über die holprige Gasse. Fuhrmann und Rösser waren der Erschöpfung nahe, doch sie wurden von den aufgewühlten Naturgewalten erneut angepeitscht. Endlich wankte das Gespann über den Hof in die Remise. Ein gewaltiger Feuerstrahl erhellte im selben Augenblick die Welt, und mit ihm öffnete der Himmel seine Schleusen. Wir eilten schreckerfüllt rauf in Großmutters Stübchen, denn der fürchterliche Donnerkrach war uns gewaltig in die Glieder gefahren. Vom Fenster aus sahen wir, daß es dem Bauer noch gelang, die total verängstigten Pferde auszuspannen. Sie liefen wie von Teufeln gejagt allein in den Stall, von wo wir sie noch lange stampfen, wiehern und mit den Ketten rasseln hörten. Der Dickl-Pepp ging mit großen, schleppenden Schritten in das Haus, der Regen platschte in sein erhitztes Gesicht, und ich konnte hören, wie er rief: „Gott sei Dank, mia håms nu truckn einebråcht!" Und nun ging es erst richtig los. Blitz auf Blitz und Donner auf Donner folgten. Meine Großmutter hatte den Rosenkranz um ihre Hände geschlungen und uns um sich geschart. Sie betete und wir zitterten. Bald rutschte ich auf die Kniee und vergrub mein Gesicht in die Röcke der alten Frau. Bis zum Abend prasselte dieses entsetzliche Donnerwetter über uns herunter. Erst zum Sonnenuntergang durften wir uns aus der Erstarrung lösen, denn nur noch von weither hörte man es grollen. Da schürte meine Großmutter den Herd an und kochte unser Abendessen. Am nächsten Morgen begann unser zweiter Ferientag. Die Sonne warf vom gewaschenen Himmel ihre funkelnden Strahlen durch die dünnen Leinenvorhängchen mit den Klöppelspitzen und durch das Blattwerk der blühenden Geranien auf der Fensterbank bis hin zur Schlafkammertüre.

Hermine Walter, geb. Palm

Landsleute, besucht das 8. Schlaggenwalder Treffen vom 16. u. 17. Juli 1983 in Kahl a. Main (Pfarrheim)

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