Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 172
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„Seno je doma a ještě suché!" – vzpomínka na první den prázdnin

As Haa is nu truckn einakumma!
„As Haa is nu truckn einakumma!"

Es war der erste Ferientag. Die Morgensonne warf ihre funkelnden Strahlen durch die dünnen Leinenvorhängchen mit den Klöppelspitzen und durch das Blattwerk der blühenden Geranien auf der Fensterbank bis hin zur Schlafkammertüre. Meine Großmutter hatte ihre beiden Stübchen wieder einmal voller Enkelkinder und mußte beizeiten aufstehen, um Ordnung im Hauswesen halten zu können. Ich hörte sie bereits in der Küche hantieren, wie sie den Herd anheizte, daß das Reisig prasselte und die Holzscheite knackten, wie sie Wasser in den „Hafen" goß, den Kaffee mahlte und die Tipferln auf den Tisch stellte. Langsam und knarrend senkte sich dann die Türklinke und quietschend wurde die Kammertüre geöffnet. Großmutter kam zu mir ans Bett geschlichen. Sie streichelte mir mit ihrer kleinen abgearbeiteten Hand über die Wangen und wisperte mir ins Ohr: „Ich göih öitza zǎn Heimǎchn affn Dickla sei Wiesn untn ua Tepl. In da Röia is da Kaffee u affn Tisch is as Brout. Wenns firte sats, offa kummts a oe!" Wie besorgt sie doch immer war, und wie sorglos waren wir!

Als wir genug gegessen hatten, wobei wir ohne die geringsten Gewissensbisse Großmutters selbstgemachten „Hätschapätsch" beinahe kleinfingerdick auf das Brot schmierten, packten wir unsere Badesachen ein und marschierten los. Aber erst liefen wir noch zum Weinhart-Schuster und fragten, ob die Marianne und der Franzl mitkommen dürften. Nun waren wir alle beisammen und so ausgelassen fröhlich, wie man nur am ersten Ferientag sein kann. Als wir die Dorfstraße runtergingen, schnatterten am Teich die Gänse, und die Hühner begackerten ihre ersten Morgeneier. Bei Houvlers Kreuz schlugen wir den Weg nach links zur Kohlmühle ein. Über uns wölbte sich der blaßblaue Sommerhimmel, und die Hitze flimmerte bereits zu dieser frühen Stunde in der Luft. Als wir zum Kohlmüller kamen, schlossen sich uns noch dessen Kinder Hilde und Ernstl an. Den Mühlgraben wasseraufwärts dufteten vom nahen Waldrand her die schönsten Erdbeeren. Wir wollten sie uns später holen. Beim Wehr, wo der Mühlgraben von der Tepl abgeleitet wurde, zogen wir Schuhe und Söckchen aus, denn wir wateten nachher durch das seichte Wasser hinüber auf Dickls Wiese, wo uns Großmutter uns bereits erwartete. Sie hatte uns schon von fernher gehört, weil wir lauthals das Lied von der „Lore" gesungen hatten.

Schnell zogen wir unsere Badesachen an und gingen in die kalte, glasklare Tepl. Überhängende Erlen spendeten kühlenden Schatten. Über die Wasserfläche zogen die Köpfchen von schwimmenden Blindschleichen ihre Spuren, und Wasserläufer tanzten flink vor dem nahen Uferrand. Als wir derart abgekühlt waren, daß wir blaue Lippen hatten, liefen wir über die stachlige Wiese zur Staatsstraße Karlsbad-Marienbad und legten uns auf ihren heißen Asphalt. Kein Fahrzeug war weit und breit zu sehen. Sobald die Bauchseite trocken war, legten wir uns zum Rückentrocknen herum. Bald wurde es uns so warm, daß wir wieder die erfrischende Kühle des Flüßchens suchten. Wir bauten Staudämme und suchten nach Eidechsen und Salamandern, nach Fröschen und Blindschleichen. Dann holten wir uns die köstlichen Walderdbeeren. Und als es uns zu heiß wurde, erfrischten wir uns erneut im Teplwaser. Inzwischen war auf der Wiese fleißig gerecht, gewendet und auch schon aufgeladen worden, Eben kam der Dickl Pepp mit dem Gespann von daheim.

Wir liefen ihm entgegen und sprangen auf den Heuwagen. Wir sahen, daß die Fliegen und Bremsen so verrückt um die Rösser surrten, daß diese ganz unruhig im Geschirr zerrten. Wir fingen die dicksten von den Brummern und stachen ihnen feste Halme längs durch den Leib, überhaupt nicht eingedenk, daß man auch Bremsen nicht quälen darf, und freuten uns, wenn sie steil wie ein „Pfitschepfeil" gegen den Himmel schossen.

Als wir von Töppeles das Mittagsglöckerl hörten, rief uns die Großmutter zum Essen. Die Erwachsenen und wir Kinder setzten uns in den Schatten einer Baumgruppe nahe der Tepl. Meine Großmutter hatte ihr erhitztes Gesicht und die Arme am Wasser abgekühlt und ihr weißes Blümchenkopftuch um die Schultern gelegt. Aus ihrem Buckelkorb holte sie die „Pleschn" mit dem Malzkaffee und verteilte an uns das Butterbrot. Wir legten die Walderdbeeren darauf und ließen es uns gut schmecken. Es war herrlich, unter diesem schattigen Blätterdach zu sitzen, und das Mahl konnte nicht besser sein. Da rief plötzlich meine Großmutter: „Leitla, mia möin uns tummeln, heit gitts nu a schwas Gwitta! Üwa Schöihansls Tala is a Wulkn!" Wir blickten alle ganz erschrocken zu der angegebenen Höhe mit seinen Baumwipfeln, konnten aber erst nach längerem Absuchen ein winzig kleines Wölkchen entdecken. Beinahe hätte ich gelacht, aber ich wollte meine Großmutter nicht kränken. Den anderen schien es ebenso zu gehen. Nur von den Erwachsenen äußerten einige Zweifel. Aber meine Großmutter drängte trotzdem darauf, daß wir nun

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