Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 171
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Postní a velikonoční doba 1983

Bergen, in den Häusern und an den Wegen, mit Kreuzwegstationen auf den Wegen zu den Wallfahrtsorten, mit Kalvaria- und Ölbergdarstellungen und Kreuzigungsgruppen in unseren Kirchen. In Höritz im Böhmerwald haben die Bewohner dieses kleinen Ortes das Leiden unseres Herrn im Passionsspiel dargestellt. Vieles davon ist zerstört und geschändet. Vieles haben gläubige Landsleute oft unter großen Opfern an ihren Gedächtnisstätten wieder errichtet, weil sie es erfahren haben, wie ein starker Glaube an das Kreuz sie die Passion ihrer Vertreibung glücklich überstehen ließ. Besonders beeindruckend der Kreuzweg aus Granit und Bronze auf dem Pfaffenbühl bei der St. Anna-Kirche in Mähring/Opf.

Ostern ist das Fest der Feste: nicht Fest der Osterhasen und der gefärbten Ostereier, sondern die Feier der zentralen Geheimnisse unseres Glaubens: „Deinen Tod o Herr verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit."

Ich will schließen wieder mit einer Erinnerung an meine Haftzeit 1946 in Karlsbad. Nach den 40 Tagen der Fastenzeit, wo wir zwar nicht mißhandelt wurden, aber der Folterblock im Keller und Blutspuren an den Wänden an geschehene Grausamkeiten erinnerten, erhielt ich die Erlaubnis, am Ostersonntag im Gerichtssaal Ostergottesdienst zu feiern. Die Glocken der benachbarten Redemptoristenkirche läuteten für uns Ostern ein. Der Richtertisch war unser Altar, mit viel Liebe geschmückt. Ein Kamerad aus Gottesgab begleitete auf einer geliehenen Violine unsere Meß- und Ostergesänge. Zum Schluß sangen wir alle begeistert ein altes Osterlied mit einem wechselnden Refrain: „Der Heiland lebt, Alleluja, der Retter lebt, Alleluja" und nach der dritten Strophe: „Der Führer lebt, Alleluja".

Dieser letzte Refrain hat uns den lauten Protest des Gefängnisaufsehers eingebracht, und es kostete mich einige Mühe, den Aufseher zu überzeugen, daß es sich um ein sehr altes Osterlied handelte. Dieser Protest hat aber unsere Osterfreude nicht getrübt, und wir wünschten uns mit bewegten Herzen: Ein gesegnetes Ostern und ein frohes Alleluja. Viele haben mir später nach der Entlassung mündlich und schriftlich versichert, daß sie noch nie einen beeindruckenderen Ostergottesdienst erlebt hätten.

So wünsche auch ich Euch allen, ganz gleich ob Ihr Ostern 1983 in Freude oder Leid erlebt, die ganze Osterfreude: „Denn wer Ostern kennt, kann nie verzweifeln." (Dietrich Bonhoeffer in seiner Todeshaft). Unser Osterlied ist das Alleluja.

Prälat Dr. K. Reiß

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Velikonoční pozdrav a pozvání na setkání krajanů v Kahlu

Liebe Landsleute!

Allen Lesern unseres Heimatbriefes wünschen meine Frau und ich recht „frohe Ostern".

Wie schnell die heiligen Zeiten dahingleiten. Genauso rasch wird unsere Lebenszeit verkürzt. Nun wollen wir aber keine trüben Gedanken hegen, sondern mit Hoffnung in die Zukunft schauen. Die Sonne wärmt und die Natur wird uns wieder mit Flora und Fauna beglücken. Die Palmkätzchen werden so manche Stube zieren und die gefärbten Eier nirgendwo fehlen. Das Osterlaibchen wird angeschnitten sein und dabei werden unsere Gedanken wieder eine kleine Weile in der einstigen Heimat sein.

Nicht immer war an den Ostertagen Sonnenschein. Man war froh, eine warme Stube zu erhaschen. Aber schön fanden wir unsere Ostern. Besonders wir Buben hatten unseren Spaß an dem Böllerschießen. Da konnte die Karbidbüchse nicht groß genug sein. Leider kamen damals die Schlüsselbüchsen ab. Es war auch zu umständlich, die Zündhölzchen in den hohlen Bart des Schlüssels zu streifen, den Nagel darauf zu stecken und dann einen geeigneten Eckstein zu haben, an dem man mit Wucht das an einem Bindfaden befindliche Knallinstrument schlug.

Ja, damals war keine Tätigkeit zu beschwerlich, wenn es galt das Osterfest einzuschießen. Dieser Brauch dürfte noch aus der Heidenzeit gestammt haben, wo man annahm, daß man damit die bösen Geister vertreiben konnte. Aber dann war auch der Frühling gekommen.

Auch nach der Vertreibung feiern wir das Osterfest wie einst daheim. Das Eiersuchen wird noch in vielen Familien mit Kindern gepflegt. Was wäre Ostern ohne rote, blaue, grüne, gelbe oder andersfarbige Eier. So habe ich es mit meinen Kindern gehalten und diese wieder mit den ihren, auch wenn zwei Enkel davon heute in Amerika leben. Den Brauch halten sie noch immer, und das zeigt, daß sie mit der alten und der neuen Heimat in Verbindung bleiben wollen. So hoffe ich, daß sich unsere Landsleute auf das Osterfest freuen, denn nun ist der Winter überwunden und wir gehen wärmeren Tagen entgegen.

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