Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 170
/ 28
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 2
Proč se Bůh stal dítětem?

Warum ist Gott ein Kind geworden?
Weihnachten 1982

Warum ist Gott ein Kind geworden?

Meine vielfältige Beschäftigung mit der Verehrung des wundertätigen Prager Jesulein — in Kürze wird darüber ein neues Buch von Frau Margarethe Altenhöfer, im Verlag des Sudetendeutschen Priesterwerkes erscheinen — gab mir den Anstoß zum Thema meines diesjährigen Weihnachtsbriefes an meine Landsleute: Warum ist Gott ein Kind geworden?

Im christlichen Weihnachtsmysterium bekennen wir: In Jesus von Nazareth ist Gott Mensch geworden, für uns Menschen und zu unserem Heile. Für unsere Erlösung kam es darauf an, daß der Sohn Gottes einen wahren Menschenleib annahm. Zum vollen Menschsein gehören alle Entwicklungsstufen: Das Empfangenwerden im Mutterschoß, das Geborenwerden nach Menschenweise und das wirkliche Kindsein. Von der Kindheit angefangen wollte Jesus im Vollsinn unser Bruder sein, in aller Schwäche und Hilfsbedürftigkeit. Er ist Kind geworden, um die Ehrfurcht und Liebe zum Kind zu wecken, wichtig besonders in unserer Zeit, wo bei vielen Menschen die Ehrfurcht vor dem Kinde verlorengegangen ist, man denke doch nur an die traurigen Zeiterscheinungen einer verfehlten Sexualaufklärung der Kinder und an die traurige Tatsache der Vernichtung des ungeborenen Lebens. Gott ist Kind geworden auch zur Rettung der wahren Mütterlichkeit. Das Kind ist auf die Mutter angewiesen. Der Sohn Gottes machte sich abhängig von einer Mutter, um auch uns an diese Mutter und ihre mütterliche Liebe verweisen zu können.

Wenn wir in weihnachtlichen Tagen vom Jesuskind reden, dann meinen wir nicht „das Christkind" als geheimen Geschenkevermittler, das ja immer mehr durch den Weihnachtsmann verdrängt wird, eine Gestalt ohne jede tiefere Symbolik. Wir meinen das Jesuskind, wie es in Weihnachtskrippen in unseren Kirchen und Gott sei Dank auch in vielen Wohnungen, ergreifend und fromm dargestellt wird. Aus der großen Krippentradition unserer Heimat gehört die Weihnachtskrippe besonders in die Wohnungen der Heimatvertriebenen, in denen der Herrgottswinkel und die Weihnachtskrippe nicht fehlen dürfen.

Gott ist ein Kind geworden; dieser Glaube hat seinen Niederschlag gefunden in den vielfältigen Darstellungen des Jesuskindes. Hier seien nur zwei genannt. Das „Santo Bambino" von S. Maria in Aracoeli in Rom, eine Statue des Jesuskindes aus dem 16. Jahrhundert von einem Franziskaner-Laienbruder, aus Olivenholz vom Garten Gethsemani geschnitzt, viel verehrt in aller Welt. In der Weihnachtszeit wird es in eine prächtige Krippe gelegt, wo dann die römischen Kinder ihre frommen Gebete und Predigten aufsagen.

Und das Prager Jesulein, aus Spanien stammend, seit dem 30jährigen Krieg aufgestellt und verehrt in der Kirche Maria de Victoria in der Karmelitergasse in Prag. In wechselvollen Zeitläufen kamen immer wieder Wallfahrten und fromme Beter zum Prager Jesulein bis in unsere Tage, da das kommunistische Regime alle religiösen Lebensäußerungen unterbindet. So kann es geschehen, daß Besucher, besonders aus Amerika und England, ihre Reiseführer als erstes nicht nach dem Hradschin, sondern nach dem Prager Jesuskind fragen. Ebenso wie uns der Brückenheilige von Prag schon vor Jahrhunderten in die neue Heimat vorausgegangen war, ist es auch mit dem Prager Jesuskind. Frau Margarethe Altenhöfer, eine Mutter von fünf Kindern, hat bei ihrer Magisterarbeit für religiöse Volkskunde an der Universität viel Material zusammengetragen, besonders über die Verehrung des Prager Jesuskindes im fränkischen Raum. Aus vielen tausenden von Bildern und Karten des Prager Jesulein, das vielfältig kopiert und nachgestaltet wurde, haben wir im Verlag des Sudetendeutschen Priesterwerkes die Verehrung weit verbreitet und damit viel Freude bereitet. Bei all diesen Bemühungen geht es mir aber nicht nur

Zu unserem Titelbild:

Niemals werden wir die Erinnerung an das Wahrzeichen unserer Stadt Schlaggenwald vergessen. Nun steht die St. Georgskirche unter Denkmalschutz. Mit dem neuen Schieferdach ist es ein stattliches Bauwerk, allerdings Gottesdienste werden keine mehr gehalten. Auch der Zugang wäre nur über den Friedhof

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 2 z 28
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.