Aus meiner Schulzeit
Aus meiner Schulzeit
Auch für mich kam die Zeit, wo ich in die Schule gehen mußte. Begeistert war ich gerade nicht davon, aber mit der Zeit wurde es schon besser. In dem Schuljahrgang waren wir nur drei — „Noben Blanda, Hopf Herta und ich". Im Lernen waren wir gleich gut und gleich schlecht.
Beim Herrn Lehrer Kraus mußte ich doch einen Nagel im Brett gehabt haben, denn oft durfte ich die großen Buchstaben des Setzkastens den Mädels um die Ohren schlagen. So bekam ich langsam mehr Freude am Lernen, obwohl mich meine Geschwister ärgerten und immer behaupteten: „Jetzt fängt für Dich ein anderes Leben an." Ich konnte aber nichts davon bemerken. Einige Jahre später hielten in unserer Klasse die Herren Meier und Floßmann Unterricht.
Meine Eltern wollten, daß ich in die Bürgerschule gehen solle. Nun, diesem Willen konnte ich mich nicht widersetzen. Natürlich gingen mir so allerhand Lausbubenstückeln im Kopfe herum. Dafür war ich schon bekannt gewesen. Der Lugert Bruno war damals mein Schulfreund. Eines Tages gingen wir von der Schule heim, da ging vor uns ein altes Weiblein mit einem Buckelkorb in Richtung Rabensgrün, um Kräuter zu sammeln. Mein Schulfreund unterhielt sich intensiv mit dem Weiblein, ich schlich hinterher und legte ganz sachte Steine in den Korb. Wenn ich heute an diesen Streich denke, da fällt mir das Krudum Barberl ein.
Eine junge Frau aus Rabensgrün wollte das Radfahren lernen. Von den höheren Steinen bis zum Rippl seinem Kreuz rannten wir dauernd vor der Radfahrerin hin und her. Dabei wurde die Radfahrerin so nervös, daß sie direkt auf das Kreuz lossteuerte, und es in der Mitte anfuhr. Nun hieß es aber laufen. Aber wir waren schneller als die Frau, die vom kaputten Rad gefallen war.
Oft haben wir erst vor dem Unterrichtsbeginn in der Schule die Aufgaben gemacht. Bis uns eines Tages der Zintel Franz dabei erwischt hatte, da war es dann aus gewesen mit der Abschreiberei.
Auch eine gute Tat habe ich getan. Ich meine es wenigstens, daß es eine gewesen ist. Es war im Winter und die Rudl Moum ging nach Schlaggenwald einkaufen. Bei der alten Schule in Schlaggenwald war es so glatt, daß sich die alte Frau nimmer weiter traute. Ich nahm ihr die Tasche ab und führte sie bis zum Steinbach-Fleischer. Dann machte ich mich wieder auf den Heimweg. Am anderen Tag brachte mir die Rudl Moum Zuckerle, und darüber habe ich mich sehr gefreut.
Otto Hofmann (Rabensgrün)
30 Jahre Sudetendeutsches Sozialwerk e. V. (SSW)
30 Jahre Sudetendeutsches Sozialwerk e. V. (SSW)
In diesem Jahr besteht das Sudetendeutsche Sozialwerk 30 Jahre. Aus diesem Anlaß gab der SSW eine Broschüre heraus, die zur allgemeinen Information dient. In einer Feierstunde anläßlich der Mitgliederhauptversammlung im Haus des Deutschen Ostens in München wurde mit einem sehr eindrucksvollen Film über die Arbeit, die Aufgaben und die Leistungen des SSW berichtet. Deutlicher als Worte überzeugte der Film mit seinen Aufnahmen. In der anschließenden Mitgliederhauptversammlung wurde der neue Vorstand gewählt: Vorsitzender: Wolfgang Bauer, München. Stellvertreter: Dr. Arndt Görling, Bernau; Horst Uebelacker, München. Schriftführerin: Rutl Streer, München. Der Landschaftsbetreuer Egerland, Lm. Ernst Klier, wurde neu in den Beirat gewählt.
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
