Sudetendeutsche fordern Teil des Prager Goldschatzes
Als Entschädigung zumindest für Landsleute, die heute US-Bürger sind – Strauß bekräftigt Patenschaft mit „Bayerns viertem Stamm"
München. Anspruch auf einen Anteil am sogenannten „tschechoslowakischen Goldschatz", der im US-Fort Knox liegt und einen Wert von 320 Millionen Dollar haben soll, hat die Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft am Wochenende in München erhoben. Ihr Sprecher Walter Becher begründete dies mit dem Argument, die 3,5 Millionen Sudetendeutschen hätten in der Tschechoslowakei zwischen den Weltkriegen ein Drittel des Steueraufkommens erbracht. „Was sich immer auch in den Truhen da ansammelte, gehörte zu einem guten Drittel uns!"
Die rund 18,399 Tonnen Münz- und Barrengold waren vom nationalsozialistischen Regime beschlagnahmt und dann von US-Truppen in Aachen übernommen worden. Ursprünglich stammten sie aus Teilen des Staatsschatzes der russischen Zaren, die tschechische Legionäre aus Sibirien mitbrachten.
Zumindest jene Sudetendeutschen sollten daraus mit entschädigt werden, die nach 1945 in der Tschechoslowakei enteignet wurden und heute US-Bürger sind, verlangte Becher. Ein Abkommen, das der US-Senat noch billigen muß, sieht vor, daß 45 Millionen Dollar zur Entschädigung britischer und 81,5 Millionen zur Entschädigung amerikanischer Bürger zurückbehalten werden. Fast 200 Millionen Dollar in Form von Münzen und Barren sollen dagegen nach Prag zurückkehren. Damit werde mitten in der Debatte um Sanktionen gegen die Unterdrückerstaaten des Ostblocks „einer der schlimmsten von ihnen" belohnt, kritisierte Becher.
Bayerns Ministerpräsident Strauß bekräftigte die Patenschaft des Freistaates für die Sudetendeutschen und begrüßte die scharfe Kritik der Kommunistischen Parteien Italiens und Spaniens am Einfluß der Sowjetunion auf Polen. Damit sei „der Freiheit ein großer Sieg gelungen". Die Erosion des kommunistischen Systems werde sich unaufhaltsam fortsetzen, meinte Strauß. „Der Marxismus als Ideologie ist tot."
Auch unter erschwerten finanziellen Bedingungen könnten sich die Sudetendeutschen auf Bayern verlassen, versicherte Strauß im Zusammenhang mit dem Projekt eines Sudetendeutschen Zentrums in München. Bayerns Sozialminister Pirkl hatte am Freitag die Zusage erneuert, daß sich die Staatsregierung an den Kosten von rund 22 Millionen Mark zur Hälfte beteiligen werde. Pirkl nannte als Fertigstellungstermin das Jahr 1985.
Traueranzeigen
Allen Bekannten und Freunden aus der alten Heimat geben wir die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Oma und Uroma
Frau Emma Gareis
geb. Dörfel
im Alter von 83 Jahren am 3. 1. 1982 verstorben ist.
In stiller Trauer:
Georg Gareis, Gatte
Sabine und Lotte Kastner, geb. Gareis
Willi und Gertraud Neubauer, geb. Gareis
Schifferstadt, im Januar 1982
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