Aufgabe ist es, Diener und Boten Gottes zu sein. Als Boten Gottes verkünden sie seine Ratschlüsse: Gabriel verkündet Maria das Geheimnis der Erlösung und ihrer Mutterschaft, die Engel auf den Fluren Betlehems verkünden die Geburt des Wortes Gottes. Als Zeichen der Sorge Gottes sind sie Schützer und Führer der Menschen. Gerade in unserer bedrohten Zeit brauchen wir den Schutz der heiligen Engel.
Die Hirten: Die Weihnachtsbotschaft wurde zuerst einfachen Hirten zuteil, die bei ihrer Herde wachten. Es hätten nicht unbedingt Hirten sein müssen, aber es mußten Menschen sein, deren Herz noch warm war bei der Erinnerung an alte Verheißungen, Menschen, die des Wunders noch fähig waren. Ihr Geheimnis ist die Gesundheit ihrer Herzen, die vielen Menschen unserer Tage abgeht, wenn sie vor der Krippe stehen.
Die Weisen: Nicht in der Heiligen Nacht, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt kamen die Weisen nach Betlehem, um das Kind anzubeten und ihre Geschenke zu bringen. Es ist ganz nebensächlich, ob es wirkliche Könige waren oder angesehene Astronomen, die die Weisheit und die Sehnsucht ihrer Völker in ihren königlichen Herzen trugen. Sie trugen diese Weisheit unter Führung des Sternes durch die Wüste, durch den Königspalast, die Gelehrtenstuben in Jerusalem und fanden das Kind in Betlehem. So dürfen die Weisen nicht auf unseren Weihnachtskrippen fehlen. Es war auch ein schöner Brauch, daß wir am Jahresbeginn, am Fest der Heiligen drei Könige, unsere Häuser segneten und ihre Zeichen über die Türen der Wohnungen und Häuser schrieben: 19 + C + M + B 82. Auch wenn diese Zeichen eine Segensformel sind: Christus - Mansionem Benedicat: Christus segne dieses Haus, so erinnern diese Buchstaben doch auch an die Heiligen Weisen, denen der Volksmund die Namen Caspar - Melchior - Baltasar gegeben hat. Nun wieder die Bitte des Seelsorgers: Schreibt diese Segensformel über die Türen Eures Hauses und über den Beginn des Neuen Jahres 1982.
Ich wünsche allen Lesern unserer Heimatblätter und meines Weihnachtsbriefes gnadenreiche Weihnacht und ein gottgesegnetes neues Jahr.
Prälat Dr. Karl Reiß
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Ein Weihnachtstraum
Einmal habe ich gesehen
den Weihnachtsbaum auf Wolken stehen,
vor Funken sprühend war er ganz
durch Lametta und viel Lichterglanz.
Hoch oben an der Spitze war
ein Stern aus Gold, so wunderbar,
Girlanden hingen durchgebogen
fein von Zweig zu Zweig gezogen.
Plötzlich aus der Unendlichkeit
erschien im langen, weißen Kleid
das Christuskind, gar hold und schön
in seiner Reinheit anzuseh'n.
Es führt mit der zarten Hand
an einem Silbergliederband
jetzt in den Himmel leis hinein
den Gabenschlitten von Elfenbein.
Darauf schlief gehüllt in Seide
und dem herrlichsten Geschmeide
mein Püppchen, das mir stets beim Spiel
durch Ungeduld herunterfiel.
Nach ihm wollt ich gerne fassen,
um es nicht mehr fortzulassen,
doch Englein schlossen mir im Nu
vor Gottes Reich die Pforte zu.
Da bin ich sinnend aufgewacht
und hab erkennend nachgedacht,
daß mir nimmer kann gehören
was ich achtlos werd zerstören.
Hermine Walter, geb. Palm
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