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unterrichtet. Die drei Kataloge der Gewerbsproduktenausstellungen sind außer in Fachbibliotheken kaum mehr aufzufinden, und auch das Buch von Hans Meyer über „Böhmisches Porzellan und Steingut", in dem die betreffenden Katalogtexte abgedruckt wurden, ist längst vergriffen. Der Bericht aus dem Nachlaß der Wiener Porzellanmanufaktur wurde überhaupt noch nie publiziert.
Es scheint mir daher angebracht, die erwähnten zeitgenössischen Texte dem interessierten Leser vollinhaltlich zur Kenntnis zu bringen. Zu „Lippert und Haas, Inhaber der k. k. privil. Porzellanfabrik zu Schlaggenwald in Böhmen, Elbogner Kreis. Niederlage in Wien, Stadt, Nr. 779 (Exp. Nro. 73)" teilt der „Bericht über die erste allgemeine österreichische Gewerbsprodukten-Ausstellung im Jahre 1835" (Wien o. J.. S. 253 - 255) folgendes mit:
„Diese Fabrik verdankt ihre Entstehung einem Landwirthe. Namens Habertizl. Er entdeckte nämlich durch Zufall in der an Schlaggenwald angrenzenden Petschauer Herrschaft die Porzellanerde. und errichtete im J. 1791 in dem zur Herrschaft Schlaggenwald gehörigen Orte Rabensgrün mit 30 Theilnehmern eine Fabrik, in welcher aus der erwähnten. nicht gereinigten, mit Feldspath versetzten Porzellanerde graues Porzellan zu ordinärem Kaffeegeschirr erzeugt wurde. Als sich nach seinem Tode das Unternehmen im J. 1793 gänzlich auflöste. legte einer von den Theilnehmern. Georg Paulus. zwischen Schlaggenwald und Elbogen eine Porzellanfabrik an. in welcher ebenfalls nur ordinäre. graue Waare erzeugt wurde. Im J. 1800 verkaufte sie der Gründer an die Greinerischen Erben, welche, als Eigenthümer einer Porzellanfabrik in Sachsen. schon manche Verbesserungen einführten, und von diesen erst ging sie im J. 1808 abermals durch den Verkauf an die jetzigen Besitzer Lippert und Haas über. unter welchen sie sich zu der gegenwärtig im vorteilhaftesten Rufe stehenden Schlaggenwalder Porzellanfabrik ausbildete. Durch rastlos unternommene Versuche brachten es diese Herren schon in den ersten Jahren dahin. größere Geschirre und überhaupt Porzellan zu erzeugen. welches durch seine inneren und äußeren Eigenschaften Beifall fand. Im J. 1812 erhielten sie das Landesprivilegium. Sie führten Künstler aus dem Auslande ein. und boten alles auf, um den Berliner. sächsischen, französischen und englischen Erzeugnissen, so wie auch denen der Wiener Porzellanfabrik nachzukommen. Sei einigen Jahren wurden die Ausländer verabschiedet, und die Fabrik arbeitet jetzt mit den in ihr gebildeten Individuen. Die Anzahl des Betriebspersonales beläuft sich auf 200 Menschen. Den Absatz besorgen Niederlagen in Wien, Prag, Brünn, Linz, Temeswar und Botzen. Vor der Gründung des Zollvereines hat die Fabrik weißes Porzellan an die Porzellanmaler in Bayern, Württemberg, Sachsen-Coburg u. s. w. verkauft.
Bronze- und Silbermedaillen
In der Prager Gewerbsprodukten-Ausstellung im J. 1829 ist diese Fabrik mit der Bronze-Medaille, und in der darauffolgenden im J. 1831 mit der silbernen Medaille ausgezeichnet worden.
Zur Ausstellung sandte diese Fabrik eine große Anzahl der mannigfaltigsten Produkte, die den bedeutenden Umfang nachwiesen, in welchem dieser so wichtige Fabrikationszweig von den Herren Lippert und Haas betrieben wird. Sie waren folgende: 5 große Blumenvasen, reich dekorirt mit Gemälden; 4 eben solche kleinere mit Portraits; 4 kleine Blumenvasen, lila, gestupt, mit säpiebrauner Landschaft; 15 Blumenäscher mit Goldrändern, verschieden bemalt; ein Tafelservis auf 12 Personen, enthaltend 135 Bestandstücke mit lilafarbenem Rande und Gold- und schwarzen Rosetten; ein Tafelservis auf 6 Personen, enthaltend 57 Bestandstücke, mit grüner Malerei unter der Glasur und Goldverzierung; ein Tafelservis auf 12 Personen, enthaltend 106 Bestandstücke, mit breitem Goldrande; ein Tafelservis auf 12 Personen, enthaltend 136 Bestandstücke. mit Blumenzweigen und breitem Goldrande; ein Theedejeuner auf 6 Personen, kobaltblau, mit reichen Dekorationen, mit 2 Konfekttellern und einer Schwenkschale; 9 Kaffeetassen, mit Figurengemälden, verschiedener Faßon, verschiedenfarbig gestupt, theils mit breitem Goldrande, theils im Innern vergoldet; 3 Kaffeetassen mit Portraits, verschiedenfarbig und vergoldet; 2 Kaffeetassen mit Thierstücken, Lithographie-Abdrücken, verschiedenfarbig und vergoldet; 2 Tassen mit Prospekten der Stadt Prag; 13 Tassen mit Blumen- und anderen Gemälden und Vergoldung; 45 Kaffeetassen mit verschiedenen Gold- und
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