Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 165
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Čas mnohé vyřeší

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an den Füßen hatte sie um zwei Nummern zu große Männerschuhe. Sie freute sich meinen Vater zu sehen, denn er schenkte ihr meistens eine Krone, was ja zu jener Zeit viel bedeutete, und wofür sie sich stets langandauernd bedankte. Aber nun durchkreuzte sie im unrichtigsten Augenblick Vaters Plan und rief klar und deutlich, daß es alle im Umkreis hören konnten: „Jessas na, da gnädiga Herr!" und dann noch: „Kiss de Hand, gnä Herr!" Vater steckte der Resl schnell heimlich einen Gelschein zu, nur damit sie ruhig sein sollte.

Aber genau das hätte er nicht tun dürfen, denn als sich die Resl das Geld besah, fand sie, daß man in die Welt hinausschreien müsse, welch ein feiner Mann der „gnä Herr" sei. Der Herr Primarius besann sich indessen noch ein wenig hinter seinen hochgezogenen Augenbrauen, und ehe sich mein Vater von der Resl losreißen konnte, denn sie wollte ihm tatsächlich die Hand küssen, entschwand bereits die noble Kutsche.

Ich bin, wie man sieht, auch ohne Unterredung wieder gesund geworden, nur mein Vater erzählte immer wieder, daß er die arme Resl am liebsten gleich dreimal zum Teufel gejagt hätte, weil sie ihm die „Audienz beim Primar" so vermasselt hatte. Doch bald hatte er sich mit ihr wieder ausgesöhnt, sie bekam ihre Krone und sagte zum Dank weiterhin „Gnä Herr, kiss de Hand!".

Hermine Walter, geb. Palm

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K výročí založení firmy před 290 lety: Porcelánka v Horním Slavkově (Schlaggenwald)

Zum Gedenken der Firmengründung vor 290 Jahren - Die Porzellanfabrik in Schlaggenwald

Zum Gedenken der Firmengründung vor 290 Jahren

Eingesandt: Roman von Czjzek, Wien

Böhmische Porzellanfabrik, Schlaggenwald. 1. Teil Historischer Überblick

Die Porzellanfabrik in Schlaggenwald

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es im böhmischen Bereich, vor allem in der Karlsbader Gegend, zahlreiche Versuche, die dort vorhandenen Rohstoffe (vor allem das Kaolin) zu nützen und Porzellanfabriken in Betrieb zu nehmen. Das Jahr 1792 gilt als Gründungsdatum der Fabrik in Schlaggenwald.

Die Fabrik unter Johann Georg Paulus (1792 - 1799)

Zusammen mit dem Arkanisten Johann Georg Reumann aus Hildburghausen begann Johann Georg Paulus, ein Schlaggenwalder Bürger, Porzellan zu erzeugen (nach eigenen Angaben seit dem Jahre 1791). Er betrieb „diese Fabrik ... seit dem Monat Martii 1792 und seit dem Monat Julii v. J. mit einem auf Schlaggenwalder Territorio errichteten Brennofen" (zitiert nach H. Meyer, Böhmisches Porzellan und Steingut, Leipzig 1927, S. 14). Seinem Ansuchen auf ein Landesprivilegium wurde vom Hof-Kommerzienrat in Wien jedoch nicht stattgegeben, hingegen wurde die Produktion von „verfeinertem Töpfergeschirr" unter der Bedingung erlaubt, „wie lange dieses durch mehrere Verfeinerung und Modellierung dem ächten Wiener Porzellain nicht zu nahe tritt und nachtheilig seyn könnte ..." (zitiert nach Meyer, S. 16). Allen uns überlieferten Berichten zufolge war das sogenannte „Paulus-Porzellan) unansehnlich und beschränkte sich auf die Erzeugung von gewöhnlichem Geschirr und Tabakspfeifen. Paulus verkaufte die Fabrik schließlich an Louise Greiner; er starb im Jahre 1823.

Die Fabrik unter Louise Sophie Greiner und ihren Erben (1800 - 1808)

Im Jahre 1800 erwarben Louise Greiner und ihre Kinder Moritz und Friederike aus Gera (Thüringen) die Schlaggenwalder Fabrik von Paulus. Louise Greiner starb 1806, und ihre Erben übernahmen die Fabrik. Im Jahre 1803 hatte Friederike Greiner den Schlaggenwalder Arzt Johann Georg Lippert geheiratet, der die Greinersche Fabrik im Jahre 1808 von den Erben kaufte; erst unter ihm und seinem Kompagnon Haas erreichte das Unternehmen einen ersten beachtlichen Aufschwung. Louise Greiners Bemühungen hatten offenbar nur bescheidenen Erfolg gehabt: „Sie bauten zwar bessere Öfen, brachten es aber mit der Fabrikation nicht weiter, als daß sie etwas weniger grobkörniges, ganz ordinäres Kaffeegeschirr erzeugten, welches sie eine Zeitlang nach Russisch-Polen absetzten" (Meyer, S. 17).

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