Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 159
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Velikonoce (báseň v chebském nářečí)

OSTERN

Åustaglockn
läutn, lockn
Gros u Gräins as Wied u Bua(d)n.
Eutazöiha *)
scho fest blöiha,
Vüagl kumma hoimzou zuagn.

Ziegla springa.
Kinna bringa
d'Händ voll Åia, feuerräut.
D'Häihna gåtzn,
Kalwla schmåtzn.
As is mit da grüabstn Nåut.

Für 's gånz Gåuha
san schäi(n klau-a
wieda unra Glockn gstimmt.
Furt mi(t)n Gåuma!
Weiht an Såuma,
daß jeds Körnl Ährla bringt!

OTTO ZERLIK

*) Huflattich

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Velikonoční úvaha Richarda Brummeissla o vzpomínkách, míru a šetrnosti

Liebe Landsleute!

Osterzeit, ist Frühlingserwachen. Den Duft der aufgebrochenen Erde nimmt man war, wenn man durch die Fluren an sonnigen Tagen streift. Da wird man an die verlassene Heimat erinnert. Man sieht dann wie die Wässerchen aus Feldern und Wiesenhängen herabschlängeln. Eine Wehmut beschleicht unser Gemüt. Verloren ruft es im Herzen. Nie wiederkehrende Beglückung.

Keine Auferstehungsfeier bietet uns die neue Heimat, wie wir sie einst mit unserer Seele wahrgenommen haben. Eine Leere bleibt. Trotzdem müssen wir an dem jetzigen Geschehen regen Anteil nehmen. Auch sind wir verpflichtet unserer folgenden Generation den Beistand nicht zu versagen. Sie wird ihn noch notwendig in Anspruch nehmen müssen. Unser Schmerz um unwiederbringlich Verlorenes darf uns den Blick nach vorn nicht trüben.

Wenn man in den letzten Wochen die Zeit verfolgt, so dürfte bei manchen von uns die Frage entstanden sein: Wird man den Weltfrieden erhalten können? Mit Bangen verfolgen wir die Unruhe, die sich in den Völkern bemerkbar macht. Muß es wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen? Kann man die Ideologien nicht logalisieren? Was bringen die Auseinandersetzungen denn für die Menschen und welche Besserungen? So fragt man sich. Wer hat denn mehr Freiheit? — um diese rankt sich doch das Schlagwort. Alle Welt kämpft für die Freiheit und was kam bisher dabei heraus? Welche Freiheit ist denn gemeint? Die der Moderatoren und Zeitungsschreiber. Ein Arbeiter hat ja nur die Freizeit, die ihm nach der Schicht oder Tagesarbeit bleibt. Es ist egal in welchem System er leben muß. Wichtig wäre, daß man ihn sein Recht auf Menschsein belassen würde. Da aber schaut es doch traurig aus in dieser Welt. In so manchem Land und Kontinenten gehen sie heute auf die Barrikaden und manches Leben wird ausgelöscht, weil Uneinsichtige nicht genug raffend ihren Eigennutz herausstellen. Es ist, als könnte man sagen: Die besten und friedlichsten Jahre haben wir wieder einmal erlebt. Schon 35 Jahre Frieden in Europa, leider nicht in der übrigen Welt. Ob man da einen Vergleich zu den Friedensjahren von 1872 bis 1914 ziehen könnte? Nun hoffen wir alle, daß der Frieden erhalten bleibt. Das soll unser inbrünstiger Osterwunsch sein.

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