† Unsere Toten †
Ignaz Buchner, Musikmeister in Ruhpolding, Herrenweg 11, am 3. Mai 1979 — 76 Jahre
Berta Kunzmann, geb. Klement in 1120 Wien am 29. 3. 1979 — 81 Jahre
Josef Hubl — Amthaus-Brenner, Bayreuth (Sterbetag wurde nicht bekanntgegeben) — 74 Jahre
Ernst Weinhart, Am Waldrand 10 in 3550 Marburg am 1. 3. 1979 — 84 Jahre
Gertrud Schröder, geb. Pechan in Neuenhaßlau am 11. 5. 1979 — 64 Jahre
Anna Reichelt, geb. Eckl, Oehrberg, am 31. 5. 1979 — 82 Jahre
Berta Peschka, 8242 Bischofswiesen, am 12. 5. 1979 — 68 Jahre
Nachruf auf Ignaz Buchner
Musikmeister Ignaz Buchner, der am 3. Mai 1979 im 77. Lebensjahr unerwartet starb, spielte im Musikleben Ruhpoldings eine vielseitige Rolle. Im Sudetenland geboren, am Konservatorium ausgebildet, war er später Cellist an der Oper in Brünn. Im Zuge der Vertreibungen kam er 1946 mit seiner Familie nach Ruhpolding, wo er bald vom Volksschulrektor Stummer gebeten wurde, die Leitung des „Gesang- und Orchestervereins", der von 1902 — 1938 existierte und unter seiner Stabführung stand, vorübergehend zu übernehmen. Der Neubürger Buchner willigte ein. 1947 beauftragte Dr. Carl Degener die Kapelle, auf Kurhausbällen zu spielen, auch konzertierte man Sonntagvormittags beim Dorfbrunnen (es gab damals nur Klavierstimmen, und Buchner schrieb sie zu Instrumentalparts um). Er gründete einen Bläserchor und folgte bald einem Wunsche des alten Musikmeisters „Dandlvater" (Matthias Haßlberger), die Blaskapelle zu übernehmen, bis dessen Sohn aus der Gefangenschaft heimkäme. Der Sohn bat seinen Ersatzmann zu bleiben.
So baute dann Buchner seit 1948 die Trachtenkapelle der „Miesenbacher" auf, die er 16 Jahre lang leitete, zu deren ersten Mitgliedern der jetzige Musikmeister Georg Nistler gehörte, für die er manchen jungen Menschen in den verschiedensten Instrumenten ausbildete. Viele gehören heute zum Stamm und sind auch oft als Solisten zu hören. Buchners „Miesenbacher"-Orchester spielte in der ersten Zeit dreimal in der Woche im Kurhaus, einmal beim „Neuwirt". Bis zu 10 Touropa-Sonderzüge wurden sonntags am Bahnhof musikalisch empfangen. Aus Ruhpoldings Fremdenverkehr ist der Heimgegangene nicht wegzudenken. 1959 fuhr er mit der Kapelle 4 Wochen lang nach West- und Norddeutschland auf Werbefahrt. Er flog mit den Musikern nach Addis Abeba zur Eröffnung der Fluglinie Frankfurt — Addis Abeba der „Aethiopian Airlines" und erfreute auch Kranke der dortigen Lepra-Station. Er nahm mit der Kapelle, stark beklatscht, 1961 am Großen Blumenkorso von San Remo teil und im gleichen Jahr am Münchner Touropa-Kongreß, wo vor Vertretern aus 60 Nationen ein Ruhpoldinger Heimatabend stattfand. Er war Dirigent beim großen Musikfest 1955 aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der Kapelle, hatte vom 13. — 23. 10. 57 mit der Musikern Anteil am Asta-Kongreß (Amerikanische Reisebüro-Vereinigung) in Madrid, Barcelona und Zaragossa, wirkte bei verschiedenen Film- und Fernsehaufnahmen mit, leitete ein Konzert zur Beschaffung von Musikinstrumenten, die bekannt gewordenen Osterkonzerte im Kurhaus und viele andere musikalische Veranstaltungen. Dazwischen komponierte er auch einen „Rauschbergmarsch", der öfter zu hören ist. Er bildete Nachwuchs für die „Miesenbacher" und die „Rauschberger" aus.
Mit seiner Frau Hermine, der ehemaligen Organistin der Pfarrkirche und Pianistin, veranstaltete er als Cellist Kirchen- und Schüler-Konzerte.
1965 holte ihn Bürgermeister Schwabl nach Inzell als Kapellmeister der dortigen Musikkapelle. In Inzell erhielt Ignaz Buchner, der der Kunst als Musiker und Kapellmeister ein halbes Jahrhundert lang diente, durch den Vertreter des Musikbundes von Ober- und Niederbayern die Goldene Nadel des Bundes. Zur Erinnerung und als Dank für seine sechsjährige Tätigkeit in Inzell und zu seiner Verabschiedung im Spätsommer 1974 übergab ihm 1. Bürgermeister Ludwig Schwabl eine Goldene Münzprägung zur Erinnerung.
Auch bei Ruhpoldinger und Inzeller Einheimischen und Kurgästen wird er nicht vergessen sein.
**
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
