Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 156
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Sudetoněmecký den 1979 – návrat do Mnichova po letech

Sudetendeutscher Tag 1979

Der Sudetendeutsche Tag bringt den Teilnehmern — auch heute noch — bewegende Erlebnisse.

Nur ungern möchte man die für sich behalten. Nach Jahren, in denen ich mich über das Geschehen nur aus Zeitungen und den spärlichen Bildern des Fernsehens informierte, war ich diese Jahr selbst wieder dabei.

Für die Leser des Heimatbriefes will ich einige Eindrücke beschreiben. Auch wenn die Bindungen schwächer werden, ganz kann man sich dieser Volksgruppe, die sich alljährlich zu 200.000 trifft, doch nicht entziehen.

Aus dem Kreis Dieburg fuhr ein großer Bus nach München. Es wurde ein langer Tag.

Der Morgen stand bei mir noch durch die Bilder vom Vortag unter dem Eindruck des Papstbesuches in Warschau.

Da kommt ein Mann in ein kommunistisches Land, steigt aus dem Flugzeug und küßt den Boden seiner Heimat, spricht von Volk und Nation, beschwört seine Einheit, die Freiheit und erinnert an die Menschenrechte. Er spricht über all die Dinge, an denen unser Herz hing, die man uns aber durch eine lange Umerziehung beinahe ausgeredet hätte. Uns wird wieder bewußt, daß die Geschichte länger wirkt, als der Zeitgeist sich zu erinnern und zu denken vermag.

Wenn dieser Papst aus Polen so oft vom Heiligen Stanislaus spricht, sollten wir dann nicht auch wieder vom Heiligen Wenzel, dem Schutzpatron beider Völker in Böhmen sprechen? Kardinal Ratzinger sprach davon etwas an, als er der vor 250 Jahren erfolgten Heiligsprechung des Heiligen Johannes Nepomuk gedachte.

Zu dieser Zeit betraten wir den Kundgebungsplatz, wo sich die Gläubigen in großer Zahl zum Festgottesdienst versammelt hatten.

Danach begann das Schauspiel der Hauptkundgebung mit den Begrüßungen, den Einmarsch der vielen Gruppen und Fahnen unter festlichen Klängen. Andauernd strebten die Menschen auf den Platz, von denen man ohne Übertreibung sagen konnte: Ein Herz und eine Seele, sowohl in Äußeren ihrer Kleidung und ihrer Tracht, als auch in ihren bekannten und vertrauten Mundarten. Man spürte es in der Zustimmung, die in besonderer Weise im Applaus für die Jugendgruppen, für die Sudetendeutschen Turner, für die Gruppen aus Österreich, für die Begrüßung und die Grüße der Sudetedeutschen in und aus aller Welt zum Ausdruck kam.

Etwas vom Wollen dieser Volksgruppe war an den Transparenten abzulesen:
„Freiheit für Nico Hübner"
„Wir fordern einen Film über die Verbrechen der Vertreibung"
„Sudetenland, Herzland Europas".

Und aus den Ansprachen, in denen man sich nicht genugtun konnte, hörte man die Vertriebenen loben und ihnen Dank sagen.

Es war für alle, für Bayern — „wo die Uhren anders gehen — etwas kommoder", wie Becher sagte — für die Bundesrepublik und auch für Europa eben ein Glück, daß wir keine Palästinenser waren.

Ein wenig Stolz darf darüber schon aufkommen, ein Sudetendeutscher zu sein.

Als aufmerksamer und aufgeschlossener Zuhörer des Bayerischen Ministerpräsidenten unter 60.000 Gleichgesinnten legte ich nach diesem strapaziösen Landsgemeindetag eine Pause ein, ging danach in die Halle 2 Egerland, um die Schlaggenwalder zu suchen.

In den Hallen dröhnte es von den Gesprächen der Tausenden wie in einer Schiffswerft. Trotzdem vermittelten schon die Namensschilder der Städte und Orte ein Gefühl des Daheimseins: Eger, Falkenau, Elbogen, Chodau,„Neisodl" und dann das auffallend schöne Schild „Schlaggenwald". Aus der Anonymität des Gewühls trete ich an die Tische der Schlaggenwalder. Es ist zwar keine große Entfernung vom Main bis ins Allgäu oder nach Niederbayern und trotzdem braucht man 33 Jahre, bis man einstmals gute Bekannte und Freunde wieder trifft. Und selbst dann dauert es recht lange, bis man aus den älter gewordenen Gesichtern den Buben, das Mädel, den Mann oder die Frau erkennt, bis die Einzelheiten bruchstückhaft aus der Erinnerung aufsteigen. Ich traf seit 1946 zum 1. Mal meinen Freund Wesp Heinz, seine Mutter, die Roßmeissl Blonda, den Gassner Adolf — und

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