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und es gab verschiedene Bezeichnungen vom „Zigeuner, Kartoffelkäfer", und was weiß ich noch unter welchen Bezeichnungen wir eingestuft waren. Bald merkten auch sie, daß man in der Industrie doch gutes Geld bekam, und es zog sie nun auch in den Arbeitsprozeß, nachdem nicht mehr Reichsmark sondern D-Mark verdient wurden. Aber damit begann das Wirtschaftswunder und wir müssen bangen, daß es bald sein Ende haben wird. Heute kann man leicht die Gelder in Empfang nehmen oder besser gesagt ausgeben, die der Staatsverwaltung durch die Arbeit seiner Bürger zufließen.
Nein, wir bekamen nichts geschenkt. Alle Darlehen, die jemand bekam, hat er treu und brav zurückzahlen müssen und das mit Zins und Verwaltungsgebühr. Unseren Kindern wurden keine Schulbeihilfen gewährt, wie es jetzt der Brauch ist. Die Kosten für eine bessere Schulbildung mußte der Flüchtling und der Vertriebene selber aufbringen. Trotzdem haben viele Landsleute ihren Kindern nach Möglichkeit die Ausbildung zukommen lassen, für die sie die Fähigkeit gehabt haben. Viel Verzicht war abverlangt, aber wir haben es noch in uns und es fällt uns nicht schwer, wenn man sich wieder einschränken müßte. Daß dies bald eintreffen könnte, wird uns durch die Ölversorgung demonstriert. Sollte es einmal ausbleiben, wird eine schwere Krise über uns kommen. Ob unser Nachwuchs damit fertig werden wird? Nun, sie werden es auch lernen. Sie sind ja sonst nicht zimperlich. Hoffen wir, daß die Zukunft ebenso viel Gutes bereit hält, wie sie uns in den letzten 25 Jahren gegeben hat.
Ein besonderes persönliches Anliegen
Immer wieder gehen bei mir Postabschnitte ein, auf denen der Einzahler meinen Absender vermerkt. Wir können dann den Betrag des betreffenden Einzahlers nicht gutschreiben und es ist dann möglich, daß er eine neue Zahlkarte vorfindet, die ihn dann ärgert, weil er doch bereits bezahlt hat. Mich ärgert einmal, daß der Name des Einzahlers fehlt und dann, weil er bei mir Rückfrage hält, wo sein Geld geblieben sei. Bitte füllt doch die Zahlkarte genau aus, ich kann doch nicht noch die Zahlkarte für Euch vorschreiben. Wenn Ihr genau darauf schaut, werdet Ihr sehen, wie oft ich diese mit meinem Signum und der Kontonummer versehen muß. Es ist doch eine unmenge Arbeit mit der ganzen Sache verbunden. Für mich und meine Frau ist darin kein Verdienst materieller Art enthalten. Ich bin froh, wenn ich jedesmal die Summe aufbringe, die der Vertrieb dieses Heftchens beansprucht. Bisher waren es die Spender, denen wir es verdanken, daß der HB noch existiert. Da aber die Post unentwegt aufgeschlagen hat — mit 15 Pf. fing ich an, bei 40 fürs Inland und bei 50 Pf Ausland sind wir angelangt. Ich kann den HB nicht mehr um 2,20 DM versenden. Daher bitte ich Euch in Zukunft 2,50 DM zu schicken. Die meisten haben es schon immer getan. Ich hoffe, daß man mir Verständnis für diese Kostenerhöhung entgegenbringt. Außerdem richte ich meine Bitte an Euch, ob doch nicht ein anderer sich für die Herausgabe des HB bemühen möchte.
Ich bedanke mich recht herzlich für die vielen Ostergrüße, die mir geschickt wurden, ich freute mich sehr darüber. Meinen ganz besonderen Dank möchte ich allen Spendern sagen, die mithelfen, den Heimatbrief herauszubringen.
Ich wurde wiederholt angesprochen, ob nicht vor dem Auerbacher Treffen 1981 doch noch ein Treffen unserer Landsleute in Kahl oder einem anderen zentralen Ort abgehalten werden könnte. Es werden doch immer weniger, und ein öfteres Zusammenkommen würde die Bande noch fester zusammenknüpfen. Da aber solche Treffen mit Unkosten verbunden sind, die wir ja selbst aufzubringen haben, ist es nicht ohne Risiko. So war ich froh, daß ich bei dem Treffen am 9. 7. 78 zufrieden abgeschnitten habe. Hätte ich Mimi Herold bezahlen müssen, dann wäre es nicht so glimpflich abgegangen. Wenn wir schon zusammenkommen, dann soll es auch gemütlich zugehen. Sollte Interesse bestehen, dann eine Mitteilung an mich angenehm. Ich könnte mich danach richten mit wie vielen Besuchern ich rechnen kann und dann die entsprechenden Vorbereitungen tätigen. Mit Quartieren hat es in Kahl schön geklappt. Über den Termin müßte auch gesprochen werden, wann wir uns treffen wollen.
Euer Richard Brummeissl
Beachten Sie bitte die erhöhte Bezugsgebühr des Schlaggenwalder Heimatbriefes auf DM 2,50!
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