Es dürfte auch einmal die Zeit kommen, wo tschechische junge Menschen an der sibirischen Grenze des großen Verbündeten stationiert werden. Denn die Weltlage ist nicht als gut zu bezeichnen. Der gelbe Mann im fernen Osten erstarkt und redet in der großen Weltpolitik ein unüberhörbares Wort mit. Auch er hat Gebietsforderungen an den roten Bruder von einst. Da sich besonders die mit dem Sowjetstaat verbündeten Nationen für Vietnam eingesetzt haben, werden sie auch einmal zum Opfergang bemüht werden. Aber das ist nicht mehr unsere Angelegenheit. Wir lassen kein Gefühl der Rache aufkommen für das Unrecht, das man uns angetan hat. Wir wollen eher Verständnis üben, denn das Leiden muß ertragen werden.
Ich denke oft an den jungen tschechischen Beamten, der manchmal auf die Burg Elbogen kam, um nach dem Rechten zu schauen und der da sagte, wenn wir ihm unsere Leiden vortrugen: „Wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Jetzt müßt ihr gehen und wir wären einmal froh, wenn man uns freiwillig euch nachgehen ließe". Wie recht er doch hatte. Später hörte ich, daß er aus dem Staatsdienst entfernt wurde. Es hat zu allen Zeiten gute Menschen gegeben; auch bei unserem Nachbarvolk gibt es und gab es gute Menschen.
Ein Landsmann hatte die Möglichkeit einen Text über die Entstehung unseres Heimatortes Schlaggenwald, wie er jetzt von den Tschechen dargestellt wird, in die Hände zu bekommen, und hat mir diesen zugeleitet. Ich will Euch diesen nicht vorenthalten, denn diese Fälschung ist sehr interessant. Solche Verdrehungen des Ursprünglichen ist einfach lächerlich. Wird es jemand geben, der dem widersprechen kann? Aber vergleicht einmal die Geschichte über unsere Heimat. Unser unvergeßlicher Bürgerschuldirektor Prosch hat sie in dem HB Nr. 4, von 1949, Seite 19 in mehreren Folgen niedergeschrieben. Er hat die Urkunden besessen, als er unser Heimatmuseum betreute. So kann man Jahrhunderte nicht einordnen! Damals gab es keinen derartigen Sozialismus, wie er in dieser tschechischen Heimatgeschichte vorgegaukelt wird!
Zu unserem heutigen Titelbild ist zu bemerken, die Narzissen aus Gfell haben sich im Staate Utah in Amerika klimatisiert. Mögen sie sich vermehren und bei unserer Landsmännin Christiana Fechter recht liebe Erinnerungen wachhalten. In ihrem Beitrag im HB beschreibt sie es diesmal.
Unser Heimatfreund Jakob führt uns mit seinem Beitrag wieder zurück in das Jahr 1946. Wer könnte die Zeit des Transportes von daheim nach Neusattl und den Viehwagentransport in das zerschundene Deutschland vergessen. Wie willkommen wir waren, wollen wir heute nicht mehr erörtern. Aber es ist doch eigentümlich, wie sich die Menschen hier geändert haben, wenn man beobachtet, wie liebevoll die Vietnamesen heutzutage hier willkommen geheißen werden. Ich selbst hatte es den Amerikanern, die ja damals hier die Herren waren, zu verdanken, daß ich mit meiner Familie ein Dach über den Kopf bekam. von einem warmen Essen war gar keine Rede. Ja, so ändern sich die Zeiten! Wahrscheinlich ist bei manchem Volksgenossen das Fremde immer anziehender als das eigene Volksgut.
Nun wünsche ich Euch allen ein recht frohes Osterfest!
RICHARD BRUMMEISL
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Wer unterstützt die Familienforschung?
Seit etlichen Jahren schon ist es möglich, im Gebietsarchiv Pilsen unsere Kirchenbücher zu benützen und die eigene Familie „auszugraben". Alle Kirchenbücher Westböhmens sind im dortigen Archiv zentral erfaßt, bis 1980 sollen auch jüngere Bestände (bis 1900) nach Pilsen kommen, um für eine Benutzung bereitgestellt werden zu können.
Gerade unsere Heimatstadt Schlaggenwald hat sehr alte und daher auch wertvolle Matriken, die bis vor den 30jährigen Krieg hinausreichen. Es wäre verdienstvoll, für Archivzwecke, diese alten Eintragungen einmal abzuschreiben. Natürlich gehören dazu Zeit und v. a. auch Mittel. — Interessierte Landsleute mögen sich mit mir in Verbindung setzen. Ich bin auch bereit, einzelne Schlaggenwalder Familien zu erforschen.
Um Mitteilung bittet Lm. Herbert Schneider, Elbogener Kreisbetreuer, 7401 Dusslingen, Goethestraße 3, Tel. 07072/3468.
Der Schlaggenwalder Familie nachträglich noch ein herzliches Glück auf 1979!
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