Im Jahre 1519 ist hier der erste Bergarbeiter-Streik. Die Bergleute reagieren hier elementar auf die Lohn-Mißwirtschaften. Die Pflugs sind gute Unternehmer. Sebastian Pflug hat sich verdient gemacht um die Intensivierung des Zinn-Hüttenbaues; Jan Pflug hat den Wasserkanal erbaut, zum Betrieb der Erzmühlen, Grubenpumpen und Förderungsmaschinen diente. Den Bau dieses Kanals, dessen Beginn schon bei Glatz war, bewunderte z. Zt. ganz Europa.
Kaspar Pflug erbaute den Wasser-Stollen, welcher das ganze Schönfelder-Schlaggenwalder Grubengebiet entwässerte. Den Grubenbesitzern entfiel die Sorge wegen des Abpumpens des Wassers in den Schächten. Durch den Bau dieser Stollen wuchs der Gewinn aus den Schächten und der Reichtum des Kaspar Pflug überstieg den Reichtum des Königs. Kaspar Pflug wurde der reichste Mann in Böhmen.
Auch die Stadt wurde reich. Im Jahre 1526 wurde in der Stadt beim Weg zur Kirche des Hl. Georg die Münzerei erbaut, welche auch die Silberförderung bezeugt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts trat fast die ganze hiesige Bevölkerung zum evangelischen Glauben über. Die Lehre Luthers, die aus dem nachbarlichen Sachsen hierher durchdrang, erfreute sich einer nicht kleinen Unterstützung der Elbogener Bürger, weil diese ihre Sehnsucht nach Unabhängigkeit der überstaatlichen und kirchlichen Macht ausdrückte. Diese Bemühungen führten jedoch dringend zum Zusammenstoß mit Ferdinand I. von Habsburg, der den katholischen Herrscher-Absolutismus anstrebte.
Gerade in dieser Zeit wurde Kaspar Pflug Führer des Widerstandes des Adels und er stellt eine eigene Armee gegen Ferdinand I. Seine Armee wurde jedoch besiegt, sein Besitz konfisziert und auf seinen Kopf 5000 Gulden ausgeschrieben.
Kaspar Pflug wird zum Geächteten ohne Heimat. Er lebt in der Fremde und als er schließlich 1567 begnadigt wird, stirbt er in Schlaggenwald im Kreise seiner Freunde. Kaspar Pflug hat sich sehr verdient gemacht um die Blütezeit von Schlaggenwald, aber seine Zeit brachte der Stadt auch das Ende der deutschen Kolonisation, bei welcher sich die ganze hiesige Umgebung germanisiert hat.
Das konfiszierte Vermögen des Kaspar Pflug und seine ganze Petschauer Herrschaft mit Schlaggenwald erhielten die katholischen Herren von Plauen. Die Gruben hat ihnen jedoch Ferdinand der I. abgenommen und Schlaggenwald hat er zur Freien Königlichen Stadt erhöht.
Schlaggenwald erreichte in dieser Zeit vielleicht noch einen größeren Reichtum, Berühmtheit und (Aufblühen) Blütezeit als zur Pflugs Zeit. Die Bürger befreiten sich allmählich gänzlich der Abhängigkeit der benachbarten Feudalen und wurden tatsächlich Bürger der freien königlichen Stadt. Im Jahre 1615 kauften sie sich sogar vom König die ganze Petschauer Herrschaft. Sie beteiligten sich vorzüglich am Betrieb und hauptsächlich an den Einkünften der königlichen Gruben. Mit dem steigenden Reichtum der Bürger stieg auch die Ausbeutung der armen Schichten der Stadt. Die Klassenkonflikte wuchsen, und es kam zu heftigen Bauern- und Bergmanns-Aufständen.
In das geschäftige Leben der Stadt hat ganz unerwartet die Pestepidemie eingegriffen, die auch andere Städte in Westböhmen getroffen hat. An der Pesterkrankung beteiligten sich vor allem die großen sozialen Unterschiede. Auf der einen Seite die Geschlechter reich geworden durch den blühenden Bergbau, auf der anderen Seite das arme Volk, das für geringen Lohn arbeitete. Es wurde auch durch eine königliche Kommission festgestellt, daß eine Reihe von Bergbauunternehmern den Bergleuten den Lohn zurückbehalten haben. Eine Anzeige des Ober-Bergbauamtes hat dann festgestellt, daß in kinderreichen Bergleute-Familien es nicht genügend Brot gab. Der Hunger nötigte die Armen, Eicheln, Kleie, Baumrinde und verdorbenes Fleisch zu essen. Kein Wunder, daß die Epidemie eben bei diesen armen Schichten begann. Später machte sie keine Unterschiede, es starben reiche und arme Leute. Die Krankheit äußerste sich durch plötzlich hohes Fieber, Schwellungen, Starre und dann folgte der schnelle Tod bei vollem Bewußtsein. Die Pestepidemie, die volle 2 Jahre in der Stadt wütete, hat sich 2.500 Opfer ausbedungen.
Zur Erinnerung an die Pestepidemie wurde um das Jahr 1600 am Kirchplatz eine wunderschöne Pestsäule erbaut, die die Statuengruppe der Heiligen Dreieinigkeit trägt. Die Statuengruppe ist derart gebaut, daß derartige in ganz Europa nicht zu finden ist. Sie ist ausgearbeitet laut der Pieta von Michelangelo, nur mit dem interessanten Unterschied, daß hier den herabgereichten Leib von Christus anstatt der Mutter Gottes, Gottvater hält.
Die volkstümliche Erzählung sagt von einem sächsischen Steinmetz, der durch den Reichtum der Schlaggenwalder Bürger herangelockt wurde, damit er ihre Häuser mit schönen Portalen schmücken soll, wofür die Bürger mit Geld nicht sparten. Diese Arbeit
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