Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 154
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Ježíšek šel kolem

Man stellte uns Kindern einen gewölbten Holzkoffer vor das Fenster, legte Decken darauf und riet uns, all die vielen fremden Dinge, die es von hier aus zu sehen gab, anzuschauen. Inzwischen schlich die Dämmerung in die Ecken und Nischen. Das Feuer, welches meine gute Mutter in dem neuen Ofen entzündet hatte, konnte nicht so schnell die feuchten Wände erwärmen. Ich zitterte und weinte meine heißen Tränen an die kalten Scheiben. Draußen ging das Christkindl vorbei und trug unseren Weihnachtsbaum fort.

HERMINE WALTER, geb. Palm

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Podivná panenka

Eine seltsame Puppe

Wie feierlich waren die Heiligen Abende zu Hause im Egerland. In jedem Haus zitterten die Herzen der Buben und Mädchen vor Neugierde, was das Christkindl wohl bringen werde. Beim Kempn in Rabensgrün war es nicht viel anders. Die kleine fünfjährige Walli, mit ihren roten Pausbäckchen und goldenen Ringellöckchen, hockte aufgeregt in Großmutter's Stübchen, bis sie in die große Stube durfte.

Als sich endlich die Türe öffnete, stand ein großer Christbaum da. Der kleinen Walli's Augen schauten ganz gebannt auf die vielen Kerzen, die am Baum brannten. Langsam ging sie näher und bewunderte all die Ringelchen, eingepackten Schokoladenstückchen und Zuckerwürferln, die vergoldeten Nüsse, kleinen Äpfel, vielen Glaskugeln, kleinen zierlichen Figürchen und noch vieles mehr. Von einem Ast zum anderen waren Perlenschnüre gespannt, und der ganze Baum war mit leichtem Engelhaar überzogen. Doch am besten gefiel ihr die Spitze oben am Baum.

Ganz benommen von der Pracht des Christbaumes sah sie gar nicht, daß mitten in der Stube ein Puppenwagen stand. Zaghaft ging sie näher und sah, daß auch eine richtige Puppe drinnen lag. Nun war ihre Freude aber groß. Voll Begeisterung riß sie die Puppe aus dem Puppenwagen und drückte sie sooooo fest an sich. Das war aber für die kleine Puppe zu viel und krächzte a—a—. Entsetzt von den komischen Lauten, schmiß sie die Puppe weg und lief zu ihrer Mutter. Schüchtern schaute sie zu ihr hoch und fragte: „Mama, kua sa lat a—a—machn?" „A na", sagte ihre Mutter, Du hast sa no a bißl za fest druckt. Wennst sa schöi sáchta druckst, rouft sä Mama."

CHRISTL FECHTER

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Vánoční koule

CHRISTBAUM-KUGELN

Beim schnellen Vorübergehen
habe ich beglückt gesehen
zwei Christbaumkugeln wie einmal
in Helltürkis und Zartopal.

Aus ihrem weichen Spiegellicht
mich innig grüßte ein Gesicht,
daß ich für Sekundenweile
vergaß den Grund meiner Eile.

Der weiße Scheitel neigte sich,
in alter Hand erkannte ich
ein Häuflein von Scherben drinnen,
und blutrot die Tropfen rinnen.

Es hob voll Lächeln sich ihr Blick,
sie hielt mir hin ganz heil im Stück,
was ich zerbrechen ließ einmal:
zwei Kugeln, türkis und opal.

Als mir dann schwand dies schöne Bild,
war in mein Herz so wonnig mild,
von Engelscharen froh besungen,
die Weihnachtsfreude eingedrungen.

HERMINE WALTER, geb. Palm

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