„Also berichtet die Frohbotschaft"
„In jener Gegend hielten Hirten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Seht, ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren, der Messias und Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt. Alsbald gesellte sich zu dem Engel eine große himmlische Heerschar, die Gott lobte und sang: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Huld." (Lk 2,8 — 14)
Der Evangelist Johannes verkündet die gleiche Frohbotschaft in seiner Sprache: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater: voll der Gnade und Wahrheit." (Joh. 1,14)
In den kommenden Weihnachtstagen werden wieder vielerlei Weihnachtsbotschaften an Menschen und Völker gerichtet werden, doch wird es meist nicht die christliche Weihnachtsbotschaft sein. Wenn ich aber als der von den deutschen Bischöfen bestellte Seelsorger für Heimatvertriebene deutscher Zunge aus Böhmen und Mähren-Schlesien ein weihnachtliches Wort schreibe, dann kann es nur die Botschaft des Weihnachtsevangeliums sein. Die gleiche Botschaft, die wir im Credo der hl. Messe bekennen: „Für uns Menschen und um unseres Heiles willen ist er vom Himmel herabgestiegen, er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau und ist Mensch geworden." Oder aber, was Millionen Menschen in vielen Sprachen im Engel des Herrn beten: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!" Übrigens ein gewaltiges Maß an Gnade, wenn dieses Gebet von uns täglich beim Angelusläuten in gleicher Gesinnung gebetet würde für den Frieden der Welt.
Man wird in diesen Tagen wieder viel reden von Weihnachten als dem Fest der Familie, vom Fest des Schenkens, vom Fest des Friedens, vom Fest der Kindes- und Elternliebe. Alles schön und gut, aber die Mitte, das Herzstück, fehlt. Wenn ich dies so schreibe, muß ich an die Tage der Kindheit denken, da eine Nuß eine Kostbarkeit und das Vergolden der Nüsse ein großes vorweihnachtliches Erlebnis war. Dabei haben wir Kinder manchmal einen frommen Schwindel begangen: Wir haben die Nüsse vorsichtig geöffnet, den Kern herausgenommen und gegessen, dann die Schale zusammengeklebt und die Nüsse vergoldet, die dann am Christbaum geglänzt und geleuchtet haben. Wir hatten aber kein gutes Gewissen dabei, wir wußten: es ist kein Kern darin. So ist das Schicksal des Weihnachtsfestes heute. Man macht Weihnachten zu einem Fest einer allgemeinen, vagen Hochstimmung ohne den christlichen Kern. Die „Modernen" haben Weihnachten im Zeitalter der Technik längst totgesagt und zu einem Opfer des Fortschritts gemacht.
Wir sollen uns aber als Christen nicht verwirren lassen. Auch in diesem Jahr wird das Weihnachtsevangelium in allen Teilen der Welt verkündet und von Millionen geglaubt. Kleine und Große werden zur Krippe gehen, glauben und beten und singen und mitten in Leid und Sorge weihnachtsfrohe Menschen werden. Es ist doch etwas ganz Eigenartiges, daß dieses so oft totgesagte Fest immer wieder lebt und Glauben findet. Der Grund dafür: weil im Kind in der Krippe uns die Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes sichtbar wird und weil Weihnachten eine Botschaft von Freude und Friede, den Grundsehnsüchten des Menschenherzens ist. Haben wir nicht in rückliegenden Wochen erlebt, daß der verstorbene Heilige Vater Johannes Paul I. in einem Pontifikat von nur 33 Tagen die Herzen von Millionen erobert hat, nicht mit großen Proklamationen, sondern allein durch die Güte seines Herzens und die Fröhlichkeit seines Wesens. Was er sagte, war eine Botschaft an die Armen und Leidenden, Worte von Hoffnung, Vertrauen, Brüderlichkeit und Frieden. Ein Papst kann sterben, Weihnachten wird nicht sterben, weil es das unsterbliche Fest der Güte und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes ist.
Da mit Weihnachten bald auch wieder ein Jahr zu Ende geht, möchte ich rückschauend allen lieben Landsleuten Dank sagen für die Treue und den Eifer, mit dem sie zu den Gottesdiensten bei den vielen Wallfahrten und Heimattreffen gekommen sind. Kaum irgendwo ist die Zahl geringer geworden. Dank sagen möchte ich aber auch für die vielen
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
