Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 154
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Podzim a zima v Horním Slavkově, jak jsme je prožívali jako děti

Opl (Mutter, Tochter u. Sohn)

[obr] Die einstige Hauptstraße in Schlaggenwald

er seine Rute oder Kette zu spüren bekam. Drinnen aber wartete man voller Neugier und Bangen, bis endlich draußen ein Gepolter oder Gerassel losging. Die Ängstlichen verkrochen sich in ein Versteck, die Kleinsten flüchteten schnell in Mutters Schoß. Die Mutigen sagten ihr Sprüchlein oder Gebetchen auf, wenn auch mit zittriger Stimme. Man versprach dem Nikolaus sich zu bessern, schließlich wollte man ja ein Geschenk von ihm, der dann auch aus seinem Sack die Päckchen mit den Süßigkeiten herausholte. Am meisten freuten wir uns immer über die Nüsse. Wie strahlten das unsere Kinderaugen und wir waren glücklich über diese Kleinigkeiten. Dann hieß es: „Und wenn ihr noch recht artig seid, bringt euch auch das Christkind noch was Schönes". Von dieser Weisung beherzigt, nahmen wir uns halt zusammen und zählten die Tage bis zum größten Feste des Jahres. Bei den Vorbereitungen bemühten wir uns eifrig, beim Zuckerstückln-Backen der Mutter zu helfen und wir waren gerne dabei, denn da viel meist etwas ab für uns, wenn mal was schief ging. Aus dem Walde wurden Zweige für den Adventskranz geholt und an den Abenden werkelten oder bastelten wir für den Christbaum und fürs Kripperl. Zu dieser Zeit wurde fast alles selber gemacht. War das nicht viel schöner als heute, wo man hingeht und nur kaufen kann? Wie leben wir denn heute? Die Kleinen haben Spielzeug im Überfluß und wissen trotzdem nichts mit sich anzufangen. Es gibt kaum ein gutes nachbarschaftliches Beisammensein, jeder lebt für sich dahin, denn der „Flimmerkasten" leistet seinen täglichen Beitrag. Es gibt kaum noch warmherzige Gefühle wie damals, alles ist so nüchtern, kühl und selbstverständlich geworden.

Darum, Ihr lieben Landsleute, haltet zusammen und erzählt Euren Kindern oder Enkelkindern von der guten alten Zeit, die wir noch erlebt haben und nie vergessen werden.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein recht frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches sowie gesundes Neues Jahr.

Euere ANNI ZIMOWSKI, geb. Wawersich

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Ti bez domova

Die Heimatlosen

Der Schöpfer, der im Himmel thront,
Hat jedem, der auf Erden wohnt,
Ein Vaterland gegeben;
Doch Millionen mußten fort,
vom Elternhaus und Heimatort
Und in der Fremde leben.

Der Schmerz an ihren Herzen nagt,
Weil sie von Haus und Hof gejagt,
Ohn' jegliches Erbarmen.
Sie sind bewußt sich keiner Schuld
Und tragen alle mit Geduld
Das schwere Los der Armen.

Wenn mancher auch im Nachbarland
Ein festes Unterkommen fand;
Das Heimweh ist geblieben —
Schon viele hat das große Leid,
Der Jammer und die Traurigkeit
Vorzeitig aufgerieben.

Herr, nimm Dich jener Menschen an,
Denen man Unrecht hat getan;
Entmachte ihre Feinde.
Beende Du ihr Mißgeschick,
Führ' in die Heimat sie zurück —
Gib Frieden der Gemeinde.

OTTO PÖPPERL

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