Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 150
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Vánoční úvahy

Fichtenbäumchen gewesen ist, das sich viele ohne Wissen des Waldmannes an einem späten Nachmittag in der Adventszeit selbst aus dem Walde geholt hatten. Es machte eben mehr Spaß sich seinen Christbaum selbst auszusuchen, denn er sollte schön gewachsen und ohne Fehl sein. Anscheinend hat dem Christkindl dieses Mopsen gefallen, denn ich habe nie gehört, daß ein Christbaumholer erwischt wurde. Auch ging ein besonders herzhafter Waldduft von diesen Bäumchen aus und der Wohlgeruch wurde dann noch verstärkt, wenn es mit den allerschönsten „Zuckerstücklern" geschmückt war. So manches Dukatenscheißerle hielt sein blankes Popochen von einem Ästchen dem Beschauer entgegen, und diesem lief das Wasser im Mund zusammen, wenn er daran dachte, es bald stibitzen und verschmausen zu können.

Zu den Weihnachtstagen wurde sehr viel Tannenreisig in den Wohnungen ausgebreitet und das gab dann das rechte Weihnachten. An allen Bildern, Gardinen und besonders an dem Krippchen war das Reisig zu finden. Wie heimlich das wirkte, werden sich noch manche erinnern. Diesen Brauch kannte man ja hier nicht. Wenigsten in unserem Gebiet hier habe ich ihn nirgendwo finden können, außer bei uns selbst, da wir die Weihnachten noch so gestalten, wie es uns unsere Alten beigebracht haben. Natürlich gibt es die „Brühten Biötzele" nimmer. Aber der Karpfen muß her. Wie vermischten sich da die verschiedenen Gerüche von Stollen, Weihnachtsessen und Äpfeln zu einem köstlichen Duft im Haus.

Obwohl wir nun schon mehr als 30 Jahre in der neuen Heimat zubringen, sind uns doch noch viele alte Bräuche in Erinnerung geblieben, und diese werden wir auch niemals los. Haben sie doch zum großen Teil unsere Persönlichkeit geformt. So werden auch in diesem Jahr unsere Gedanken zu alten Freunden, Verwandten und zu den für immer von uns Gegangenen eilen. Aber unsere Kinder und Enkel werden über trübe Gedanken hinweghelfen und wir wollen ihnen die Freude wiedergeben, die sie uns mit ihren Gaben machen werden.

R. Br.

Gerhard Pieschl – sudetoněmecký pomocný biskup

Gerhard Pieschl – ein sudetendeutscher Weihbischof

R.O. — Der von Papst Paul VI. Anfang September zum zweiten Weihbischof der Diözese Limburg ernannte Priester Gerhard Pieschl ist Sudetendeutscher.

1934 in Mährisch-Trübau im Schönhengst geboren, mußte er mit 12 Jahren seine Heimat verlassen und kam 1946 nach Wennings im Vogelsberg. Das Gymnasium besuchte er in Königstein i. T. und war dort auch Hörer der theologischen Hochschule des Albertus-Magnus-Kollegs. 1961 weihte ihn Bischof Wilhelm Kempf von Limburg zum Priester. Er ging dann in die Seelsorge und war zuletzt Militärdekan in Koblenz.

In einem Gespräch äußerte er, er sei Heimatvertriebener; Sudetendeutscher aus Mähren, alter Königsteiner und komme aus der jüngeren Generation. Er werde Weihbischof in der Diözese sein, in der die Königsteiner Anstalten lägen. Er möchte jedoch nicht Weihbischof der Sudetendeutschen sein, sondern sei ein sudetendeutscher Weihbischof. Zur Ehre würde er es sich rechnen, wenn ihm die Pontifikalien (Mitra, Ring und Stab) des verstorbenen Weihbischofs Dr. Adolf Kindermann, seines Lehrers, übertragen würden, die ihm der Päpstliche Protonotar Prälat Reiß, der Sprecher der sudetendeutschen Priester, angeboten habe.

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