Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 150
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 10
Vánoční úvahy

Weihnachtsgedanken

Welch eine Hektik ist jetzt in der Vorweihnachtszeit in den Orten mit Einkaufszentren zu beobachten. Überall in buntschreienden Farben sind in den Regalen die Waren aufgestellt. Was für ein großes Schnapsangebot — da könnte unser Walterd Mani (Schnaps Mani) nicht mehr konkurrieren, denn er brauchte nur Rum und vielleicht für Kenner noch Cognac mixen. Das gesamte Geschäftswesen ist jetzt nur noch auf Umsatz und Riesenverdienste ausgerichtet. Die Verpackungen sollen den Kunden unbedingt zum Kauf verlocken. Die Menschen, die diese ausgebreiteten Herrlichkeiten erfassen sollen, werden oft zu übereilten Käufen veranlaßt, der nach Prüfung im ruhigeren Tagesverlauf dann in irgendeiner Ecke abgestellt ist, und man nicht gerne mehr daran erinnert werden möchte. Es bleibt ein Ärgernis.

Wie ganz anders verlief das Besorgen von Geschenken zur Weihnachtszeit in der verlassenen Heimat. Sorgfältig wurde überdacht welche Geldmittel vorhanden sind, was am notwendigsten gebraucht wird, und wo man am preisgünstigsten das Gewünschte erwerben kann. Mit heiterem Gemüt wurden die Vorbereitungen für das traulichste Fest des Jahres getroffen.

Nicht nur die Kinder haben in der Adventszeit erwartungsvoll den schönsten Feiertagen des Jahres und dem kommenden Christkindl entgegengeschaut, auch die reiferen und älteren Leute waren in den Bann des Erwartens in dieser Zeit eingeflochten. Es dürfte auch an der Jahreszeit selbst gelegen haben, lag doch der Schnee oft hoch, den damals keine Umweltverschmutzer außerhalb der Wohngemeinde etwas anhaben konnten. Nur im Ort selbst mußte so mancher Aschekasten auf die steilen Wege und das Katzenkopfpflaster gestreut werden, mangels anderer Streumittel, um wiederum ein unfallfreies Gehen für die Mitbürger zu gewährleisten. Es gab keinen überflüssigen Krempel, den man einfach irgendwo wegschmiß. Die Natur war rein und sauber. Alles was man oft besaß, war von Generation zu Generation vererbt oder geschenkt worden. Da flogen keine Matratzen der soeben verstorbenen Großmutter irgendwo auf ein Feld oder andere Erinnerungsstücke irgendwohin. Man war zu sehr mit dem Althergebrachten noch verbunden. Man fand daheim nichts dabei, ab und zu den vollen Aschekasten in den Flutbach zu entleeren. Nur durfte man sich eben nicht erwischen lassen, denn solche Umweltsünder wurden auch damals schon in Haft genommen. Nun bin ich etwas abgeschweift. Wenn man ins Sinnieren kommt, schieben sich viele Erinnerungen dazwischen.

Ja, der saubere Schnee auf unseren Hügeln ringsum der Stadt, wie krachte er unter den derben Schuhen, die wir in unserer Gegend tragen mußten, um unsere Füße gesund zu erhalten. Wie könnte man das Glitzern vergessen, das in den dunklen Abenden bei schwachem Mondschein einem entgegenleuchtete. So mancher wird sich noch erinnern, wie lauschig es war, wenn bei Vollmond am Marktplatz die Beleuchtung ausgeschaltet war, und das Gemurmel der dort spazierenden Menschen gedämpft erklang.

Viele Geschäfte mit großen Schaufenstern gab es nicht in unserem Städtchen. Damals wurden nicht so großartige Fensterschauen wie man sie heute sieht vorgefunden. Selbst in dem benachbarten Karlsbad kann man heute von bescheidenen Auslagen sprechen. Auch war ja das Angebot von Waren nicht zu vergleichen mit dem heutigen. Trotzdem war es gemütlicher. Man schaute schon beim Textilgeschäft Endisch am Markt in die Auslage, auch bei den Spielwaren in der Auslage der Familie Wolf blieb man ab und zu stehen. Der größeren Auswahl wegen fuhren sehr viele Landsleute nach Karlsbad. Meistens wurde aber von Töppeles mit dem Zug abgefahren. Der Weg von Schlaggenwald nach Töppeles war immer gangbar, denn in früheren Jahren wurde er von den Fabriksleuten getreten, die in der Töppeleser Porzellanfabrik beschäftigt waren und später von vielen, die in Karlsbad einer Beschäftigung nachgegangen sind. Die Einkäufe wurden mit Bedacht und Vorfreude gemacht. Man hatte keine Eile und man wurde auch nicht ge- und bedrängt. Selbst an den drei Sonntagen, wo in Karlsbad im „Schützenhaus" in der Adventszeit eine Verkaufsausstellung stattfand, konnte man seine Einkäufe mit allergrößter Gelassenheit tätigen.

Hatte man die Christkindl alle beisammen, wurden sie auf einem guten Platz verwahrt, den ein Stöberer nicht finden sollte. Nun, in unseren alten Häusern gab es ja genug gute Verstecke. Mit dem Christkindlgeschenk wollte man eben überraschen und darauf freute man sich selbst. Aufhebens mit nochmaligem Einwickeln in Extrapapier wurde nicht gemacht. Daheim standen alle Geschenke oder lagen fein gereiht unter dem Christbaum, der meistens, bestimmt bei einem überwiegenden Teil der Bevölkerung, ein

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 10 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.