Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 149
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Věštba pastýře z Čech z roku 1356 (pokračování)

Die Weisung des Hirten von Böhmen von 1356 (1. Fortsetzung)
Die Weisung des Hirten von Böhmen von 1356

(1. Fortsetzung)

b) Der Seher war sich schon damals der unüberbückbaren Gegensätze zwischen seinem Volke und den Deutschen in Böhmen bewußt. Sie wurzelten nicht zuletzt in der chauvinistischen Unduldsamkeit seines Volkes, welches zwar die Allüren eines Kulturvolkes annahm, innerlich aber das barbarische Balkanvolk blieb. Der Sprung über eine große Entwicklungsspanne hinweg, also das Fehlen einer langsamen, zwei Jahrtausende lang währenden Abklärung und Abgewöhnung barbarischer Gewohnheiten, nationaler Unduldsamkeit, Mordlust und Haßwahnsinns bleibt nicht verborgen. Die Formulierung „Zwei Völker werden in Böhmen leben — " kennzeichnet bereits den ganzen, von Blut und Grauen besäumten Weg des Zusammenlebens der Tschechen mit den Deutschen.

Die Hussittenkriege und der Amoklauf 1945 sind nur die sichtbar gewordenen geschichtlichen Stationen.

Satz 6.

Das Herrschervolk wird dem anderen nach dem Leben trachten und ihm keine Freiheit gönnen.

a) Die plötzlich erlangte Selbständigkeit trieb nationalen Aberwitz und politische Unduldsamkeit der Tschechen zu höchsten Blüten. Es ist, als ob der Seher dem späteren Herrschervolk — in dieser Bezeichnung liegt eine betonte Härte! — geradezu das Stichwort gegeben hatte, die Generallinie, welche es 20 Jahre seiner Herrschaft unverändert verfolgte.

b) Die ständigen Tschechisierungsversuche, das immerwährende Ansiedeln von Tschechen im ohnehin übervölkerten deutschen Randgebiet Böhmens, das Zurückdrängen der Deutschen aus Staat, Verwaltung und Kulturleben, die langsame Abdrosselung der deutschen Industrie, des deutschen Handwerks und Handels, die Abwürgung der deutschen Landwirtschaft — die Bodenreform — alles dies waren zwar vorsichtige, aber bestimmte Maßnahmen zur Vernichtung der deutschen Minderheit. Man hatte ja bei der Geburt der Republik zuviel von Humanität, Demokratie und Verschweizerung gesprochen, also mußte zur gegenteiligen Wirkung langsam und unter Wahrung des demokratischen Dekorums vorgegangen werden.

c) Die Autonomie, welche das einzige Ziel der Deutschen war, rückte in diesen 20 Jahren unterirdischen Kampfes in immer fernere Zukunft. Und je stärker das nationalsozialistische Deutschland wurde, je bestimmter und energischer Hitler in die Weltpolitik hineinredete, umso nervöser und überstürzter erfolgten die hinterhältigen Schläge gegen die Deutschen im Staate.

Satz 7.

Bis ein Mächtiger kommt.

Damit ist aber unzweifelhaft Hitler gemeint, der mit seinem Fanatismus, seinen ständigen Kriegsdrohungen und -vorbereitungen den Tschechen als Mächtiger erschien, insbesondere in der Betonung seines germanischen Herrenmenschentums aber eine Gefahr für das ganze Slawentum bedeutete.

Satz 8.

Dann werden die Herren in Prag dem zweiten Volke die Freiheit aus dem Fenster zuwerfen, aber zu spät.

a) Als die Sudetenkrise nach dem Anschluß Österreichs, nach dem Besuch Runcimans und den grundlegenden Reden Henleins in Karlsbad und Böhm.-Leipa, in denen er zum letzten Male seine, sowie seiner Partei Loyalität zum Staate versicherte, aber die Autonomie forderte, den Höhepunkt überschritten hatte, da besannen sich die Machthaber in Prag langsam auf das Recht auf Freiheit, welches Benesch den Minderheiten des Staates bei der Gründung 1918 in seinem Mem. 3 garantiert hatte.

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