Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 149
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Setkání rodáků z Horního Slavkova na sudetoněmeckém sjezdu ve Vídni 1977

Vom Sudetendeutschen Tag 1977 in Wien
Vom Sudetendeutschen Tag 1977 in Wien

Ein Schlaggenwalder Erlebnis anläßlich des Sudetendeutschen Tages 1977 in Wien verdient festgehalten zu werden:
Hunderttausende Sudetendeutsche waren nach Wien angereist. Wir Schlaggenwalder waren im Vergleich zu anderen egerländer Orten ähnlicher Größe sehr stark vertreten. „Schulzidackel" tat sein übliches, daß wir uns leichter als die anderen fanden.
Meine Frau und ich saßen auf einer Bank in den Parkanlagen von Schönbrunn und ließen an uns die Landsleute vorbeispazieren. Es waren Landsleute, denn sie trugen doch auf der Brust das „Zweiflaggenabzeichen Wien 1977". Da kommen drei Sudetendeutsche daher, ein Mann mit Frau der Generation hinter uns und deren Töchterlein, also einer von der ganz jungen Generation.
Die Frau machte auf uns einen so freundlichen Eindruck und wir wunderten uns, weil sie uns direkt anlachte, obwohl sie uns und wir sie nicht kannten. Daraufhin frug sie meine Frau: „Ihr seid doch sicher auch Egerländer?", was die Eltern bejaten. Meine Frau: „Nun, so sagt halt, woher Ihr seid". Die lustige Frau antwortete prompt: „Von Schlaggenwald". „Was von Schlaggenwald", sagte meine Frau — die Schmieger Marie — „Mir san doch a va Schlaggawal, aber kenne tun wir Euch neat . . ."
So mußten wir also erst nach Wien reisen, um dem Schmied Lois (vom Bahnhof) seinen Sohn mit dessen Familie kennen zu lernen.
Wer erinnert sich nicht an Schmied Lois, dem letzten deutschen „Bahnhofsvorstand von 1945" in Schlaggenwald? Die junge Frau ist die Tochter vom Sparkassen-Direktor Moritz Stark.
Schirmitz, 5. Juni 1977 Karl Bräutigam

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Vlastivěda politického okresu Falkenau z roku 1898 – město Lauterbach

Heimatkunde des politischen Bezirkes Falkenau aus dem Jahre 1898 – Stadt Lauterbach
Heimatkunde des politischen Bezirkes Falkenau aus dem Jahre 1898

(Fortsetzung) — Von Hugo Prasse, Mühlacker

Stadt Lauterbach
Pl. Gem., Pf. u. Post gl. N.

Die Stadt Lauterbach liegt im südwestlichen Theile des Elbogener Gerichtsbezirkes auf einem Hochplateau von etwa 800 m Seehöhe und grenzt mit seinen Fluren an den Königswarter, Tepler, Petschauer und Falkenauer Gerichtsbezirk. Die Stadt zählt mit dem in mehrere Häusergruppen zerfallenden oberen und unteren Ehrlich 287 Häuser, darunter sind die Kirche, die Schule, die Pfarrei, das Rathhaus die hervorragendsten Gebäude. Nach der letzten Volkszählung hat Lauterbach 1795 Einwohner, von denen sich 5 zur mosaischen, die anderen zur katholischen Religion bekennen. Der Sprache nach ist die Bevölkerung deutsch.

Obwohl der Ackerboden nicht schlecht ist, ist der Ertrag der Landwirtschaft kein großer, denn das Klima ist hier rauh. Dagegen besitzt Lauterbach viele, zum Theil recht gute Wiesen und einen schönen Viehstand. Nebst der Landwirtschaft werden, da deren Erträgnis zum Lebensunterhalte der Einwohnerschaft nicht hinreichen würde, andere Nebenbeschäftigungen getrieben. Von diesen sind hauptsächlich die Faßbinderei, die Bau-, Möbel- und Kistentischlerei zu erwähnen. Auch die Perlennäherei und das Holzfällen sind weitere Erwerbszweige der Bevölkerung. Ferner findet ein Theil der männlichen Bewohnerschaft als Musiker in heimischen und deutschen Curorten Verdienst; während viele andere Bewohner Lauterbachs, besonders Mädchen, in der Sommerzeit in Curorten bedienstet sind. Die früher stark betriebene Weberei liegt jetzt ganz darnieder. Der Bergbau auf Zinn, dessen reiche Ausbeute wahrscheinlich zuerst die Nürnberger betrieben, und dem die Stadt ihre Entstehung verdankt, ist seit dem Jahre 1825 ganz aufgelassen.

Nach den in der Schulchronik ersichtlichen Aufzeichnungen war die hiesige Schule schon zu Anfang dieses Jahrhunderts zweiclassig und in einem Privathause untergebracht. Im Jahre 1815 wurde ein Schulhaus gebaut, das aber sechs Jahre später wegen Baufälligkeit niedergerissen werden mußte. Erst im Jahre 1841 wurde der Neubau begonnen, bis zu welcher Zeit die Schule wieder eingemietet wurde. Im Jahre 1836 wurde die dritte, 1872 die vierte und 1893 die fünfte Classe errichtet.

In Lauterbach besteht ein Männergesangverein, ein Musik- und Dilettanten-Verein, ein Feuerwehr-, Veteranen-, Bolzschützen-, Anpflanzungs- und Lese-Verein. Die Stadt ist auch der Sitz eines Districtsarztes und eines Gendarmeriepostens.

Wann Lauterbach gegründet wurde, läßt sich mit Bestimmtheit nicht ermitteln. Jedenfalls entstand es später als Schlaggenwald und Schönfeld, mit denen es zur Herrschaft Petschau gehörte. Dieselbe besaß im 14. Jahrhunderte das Geschlecht von Rymsberg und kam durch Heirat an die Grafen von Gleichen. Im Jahre 1490 verkaufte sie Ernst von Gleichen an Herrn von Plauen, Burggrafen in Meißen, der sie 1502 gegen andere Güter an Johann Pflug auf Rabenstein umtauschte. Dieser starb im Jahre 1537 und hinterließ sie Kaspar Pflug auf Rabenstein, Breitenstein und Königswart, der Oberstkanzler von Böhmen war, jedoch 1547 des Landes verwiesen wurde, da er Karls V. Feinde, die Kurfürsten von Sachsen, unterstützt hatte. Seine Güter fielen an die königliche Kammer. Vom Jahre 1548 an erscheint Lauterbach an die Herren vom Stampack verpfändet und wurden als Lehen der Kammerherrschaft Stein-Ellenbogen betrachtet.

Am 20. Juni 1551 wurde Lauterbach von Ferdinand I. zur „freyen königlichen Zinnbergstadt" erhoben und mit vielen wichtigen Bergfreiheiten ausgestattet, die von Maximilian II., Rudolf II., Mathias, Ferdinand III., Leopold I. und Maria Theresia bestätigt und erweitert wurden. Wichtige Begebenheiten scheinen in der nun folgenden Periode nicht vorgekommen zu sein, was auch ausdrücklich in der Chronik bemerkt wird, doch scheint in der Zeit kurz vor dem dreißigjährigen Kriege Lauterbachs Blütheperiode gewesen zu sein. Der dreißigjährige Krieg hemmte nicht nur den Aufschwung der Stadt, sondern scheint dieselbe auch entvölkert zu haben, da nach einer Urkunde aus dem Jahre 1664 Lauterbach bloß 372 Seelen zählte. Ferner dürften während dieses Krieges auf der zwischen Lauterbach und Schönfeld gelegenen Ebene (Filz) Scharmützel stattgefunden haben. Wenigstens wurden daselbst schon häufig alte Hufeisen, Säbelklingen, Pistolenläufe, alte Münzen u. dgl. gefunden, die obige Annahme bestätigen. Auch über die nächsten Zeiten finden wir in der Chronik keinerlei Aufschlüsse; doch ist anzunehmen, daß auch in der Folgezeit wenig geschehen, das auf das Geschick Lauterbachs, dessen Bergbau immer mehr zurückging, einen Einfluß hatte.

Am 11. November 1772 brach ein großer Brand aus, dem 68 Häuser und 26 Scheuern zum Opfer fielen, darunter die Kirche mit dem Thurme, das Rathaus, die Frohnfeste und das Malzhaus. Damals wurde der Knockberg entwaldet und erst nach ca. hundert Jahren wieder angepflanzt. Im Jahre 1869 erhielt Lauterbach ein Postamt. Am 1. September 1895 brach hier neuerdings Feuer aus, das binnen drei Stunden 30 durchgehends hölzerne Wohnhäuser samt den Wirtschaftsgebäuden buchstäblich in Asche legte.
In der Nähe Lauterbachs liegt der bewaldete, zinnreiche Knock und der sagenreiche Krudum. Von beiden Bergen genießt man eine weite und schöne Aussicht.

In Lauterbach hab i ein Strumpf verlor'n
und ohne den Strumpf geh i net heim.
Da geh i halt wieder nach Lauterbach
und kauf mir an Strumpf zu mein Ein.

In Lauterbach hab'n sie an Bumml gschlacht,
Bummlfleisch is ja mei Leb'm.
Da geh i halt wieder nach Lauterbach
und laß mir ein Stück Bummlfleisch geb'm.

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