Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 148
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Jedna polední hodinka

EINE MITTAGSSTUNDE

Süß träumte ich am bunten Wiesenrand,
und sanft weckte mich eine gute Hand. —
Ich fühle sie noch immer.

Über das Dorf die kleine Glocke klang,
zwischen dem kühlen Laub die Drossel sang. —
Ich höre sie noch immer.

Die Sonne hoch und heiß im Mittag stand,
blau flimmerte die Luft über dem Land. —
Ich sehe es noch immer.

Voll Köstlichkeit mir am Tische dann,
quellfrisches Wasser durch die Kehle rann. —
Ich schmecke es noch immer.

Scherzen und Lachen in fröhlicher Rund,
das fromme Wort aus deinem lieben Mund. —
Ich vergesse es nimmer.

Hermine Walter, geb. Palm

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Jarní pracovní týden na Heiligenhofu

Frühjahrswerkwoche am Heiligenhof

Es ist ein schöner Brauch des Heiligenhofes, zu Beginn jedes Jahres eine Werkwoche zu veranstalten. So trafen sich vom 16. — 21. 1. 1977 28 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet, ihrer Abstammung nach 20 Sudetendeutsche, 7 Schlesierinnen und Oberschlesierinnen und 1 Danzigerin. Es waren Neulinge und viele „Altgediente", die sich schon oft am Heiligenhof ihr Rüstzeug geholt haben.

Geleitet wurde diese Werkwoche wieder von Frau Gerda Benz, Herne, gebürtig aus dem Kreis Breslau. Frau Benz ist eine ausgezeichnete Kennerin des schlesischen Brauchtums und der Volkskunde. Getreu ihrem Grundsatz: „Nicht für's Museum, sondern für den Alltag arbeiten" versteht sie es, außerordentlich geschickt das Ererbte für die heutige Zeit zu arbeiten. Und so wurden alte schlesische, sudetendeutsche und böhmerwäldler Bauernmalereien unter Berücksichtigung der alten Farbzusammenstellung mit viel Begeisterung auf Holzbretter, Holzteller, Spanschachteln usw. gemalt. Einige Teilnehmerinnen hatten Stickmuster von ihrer Heimattracht mitgebracht, die nun als Bauernmalerei auf Holz übertragen wurden.

Dann kamen die Ostereier an die Reihe. Auch hier wurden die alten Farbtechniken angewandt, alte Muster eingeritzt, Eier mit Wachs oder Binsenmark verziert. Vorlagen aus der Heimat gab es genug und der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Bei all diesen Arbeiten waren die Frauen mit viel Eifer dabei und immer wieder gab es Begeisterung über das Geschaffene. Mit jedem Stück wurde die Fingerfertigkeit größer und ebenso das Bedauern darüber, daß der Lehrgang schon zu Ende ging.

Aber auch die menschliche Begegnung kam nicht zu kurz. Unter bewährter Leitung von Traudl Kukuk wurde „in der Morgenfrühe" oder in der Dämmerstunde am flackernden Kamin gesungen. Zwischendurch wurde aus Werken ostdeutscher Dichter gelesen. Der Hausherr, Erich Kukuk, zeigte abends Lichtbilder über ostdeutsche Trachten und Stickereien, böhmisches Glas oder aus dem Frankenland. Bei einer Fahrt nach Würzburg zeigte er den Frauen das „Tillmann Riemenschneider Kabinett" und machte ihnen eine besondere Freude durch den Besuch des Volkskundemuseums. Dort sahen sie viel Vertrautes und fanden natürlich sofort wieder neue Anregungen.

Die Abende wurden gewöhnlich lang, denn es gab viel zu erzählen von der Arbeit in den Gruppen. Und dann wurden Erfahrungen auf dem Bastelgebiet ausgetauscht, „Werke" wurden gezeigt und dann mußte natürlich skizziert und notiert werden.

Mit herzlichem Dank an Familie Kukuk und Gerda Benz schieden die Frauen vom Heiligenhof mit dem festen Versprechen im nächsten Jahr wiederzukommen.

R. Seeliger, Hans-Böckler-Str. 73, 5630 Remscheid-Lüttringhausen

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