Heimatkunde des politischen Bezirkes Falkenau aus dem Jahre 1898 (Fortsetzung) — Von Hugo Prasse, Mühlacker
Zech
Pol. Gem. Höfen, Pf. u. Post Elbogen . . .
Unterhalb der Stadt Schlaggenwald treten die Abhänge des Gebirges sehr nahe an die Ufer des Fluthbaches, den die Aerarialstraße von Elbogen bis Schönfeld begleitet. In der nördlichen Hälfte dieses Thales liegen zu beiden Seiten des Baches und der Straße Häuser, von denen 46 den Ort Zech bilden. Das romantische Thal führt hievon den Namen Zechthal.
Zur Ortsgemeinde gehören die Restauration Hans-Heiling an der Eger, das Haider Forsthaus und der Stemmeißlhof 1 km östlich von Elbogen.
Der Ort beherbergt 301 Einwohner, die sich zur katholischen Religion bekennen. Ihren Erwerb finden die meisten in den nahen Porzellanfabriken von Schlaggenwald und Elbogen. Mancher ringt unter großen Mühen dem Boden der sehr steilen Gehänge Kartoffeln und weniges Getreide ab. Das Wasser des Fluthbaches treibt Brettsägen und Schindelschneidmaschinen. Ein kleiner Theil der Bewohner widmet seine Kraft den überall vorkommenden Gewerben.
Zech hat eine zweiclassige Volksschule, die dermalen von mehr als 80 Kindern besucht wird. Ehedem war es nach Elbogen eingeschult, 1820 wurde das Dorf mit einer Wanderschule beglückt, deren Untergang im Jahre 1875 durch den Bau eines Schulhauses besiegelt wurde.
Die Gründung des Ortes kann, wie der Name „Zech" schon sagt, mit den ehemals in der Nähe des Ortes bestandenen Gruben in Verbindung gebracht werden. Der Volksmund nennt heute noch eine Strecke der Thalsohle „Zinngraben", was zu der Vermuthung Veranlassung gibt, daß ehedem in der Nähe Zinn gegraben wurde.
Poschitzau
pol. Gem., gl. N., Pf. u. Post Schlaggenwald,
liegt am Westabhange eines Höhenzuges, der sich zwischen dem Zech- und Teplthale und in nördlicher Richtung bis zum Egerflusse hin erstreckt und dessen größte Erhöhung die Buchenhöhe (732 m) genannt wird. Dieselbe bietet eine bedeutende Rund- und Fernsicht. In geologischer Beziehung findet man hier eine Berührungszone zwischen Basalt und Granit, welch ersterer in Säulenform und als Basalttuff (Basaltbemben) vorkommt. Der Granit wird als Rohmaterial zur Glasbereitung, der Basalt als Straßenschotter verwendet. Poschitzau hat 66 Nummern, von denen aber 15 im nahen Zechthale liegen, welche den namen „die Poschitzauer Zech" führen. Die letzte Volkszählung ergab 460 Einwohner, die sich zur katholischen Religion bekennen. In früherer Zeit gehörte Poschitzau zur Gemeinde Gfell, wurde im Jahre 1877 abgetrennt und unter gleichzeitiger Zuweisung der Ortschaft Ziegelhütten selbständig. Die Einwohner sind theils Landwirte, theils Fabrikarbeiter, von denen die Mehrzahl in der 1/4 Stunde entfernten Porzellanfabrik der Firma Haas & Cžjžek beschäftigt ist.
Der Ort hat eine Kapelle und eine einklassige Schule. Vor dem Jahr 1854 besaß Poschitzau kein eigenes Schulhaus. Der Unterricht wurde in den Häusern der Reihefolge nach ertheilt u. zw. derart, daß in Bauernhäusern je sechs Tage, in den andern je drei Tage unterrichtet wurde. Im Jahre 1854 erwarb die Gemeinde ein einstöckiges Gebäude, welches zu Schulzwecken verwendet wurde. Doch die stets wachsende Zahl der Schulkinder (dermalen im Durchschnitte über 80) und andere Umstände machten einen Neubau zur dringenden Nothwendigkeit. Seit 1893 besitzt nun Poschitzau ein neugebautes Schulhaus.
Im Jahre 1883 wurde hierorts eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Ziegelhütten,
pol. Gem. Poschitzau, Pf. u. Post Donawitz,
mit 14 Nummern und 130 Einwohnern liegt im freundlichen Teplthale und hat eine schöne schloßartig gebaute Villa des Fabrikbesitzers Herrn Fischer in Birkenhammer. Die Einwohner sind Landwirte und Fabrikarbeiter.
Ziegelhütten hatte bisher eine Winterexpositur; in den Sommermonaten besuchten die Kinder die Schule in Donawitz. Diese Winterexpositur wurde im Jahre 1895 aufgehoben und in eine ständige Expositur zur Schule in Donawitz umgewandelt.
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