Herrn Kunzmann gilt unser aller Dank, der sich um das Gelingen unseres Treffens so verdient gemacht hatte und nicht zuletzt auch unserem lieben Brummeissl Richard, der trotz beruflicher Anspannung uns durch die Herausgabe des Heimatbriefes zusammenhält und verbindet, sonst wäre ein solches Treffen überhaupt nicht denkbar und unmöglich. Nicht unerwähnt lassen möchte ich den guten heimatlichen „Kirwakouchn", der uns allen vortrefflich schmeckte. Leider war er viel zu schnell alle, die doppelte Menge wäre bestimmt nicht zu viel gewesen. Dafür müssen wir Herrn Rippl danken.
Nach dem offiziellen Teil, dem auch Herr Bürgermeister und verschiedene Stadträte beiwohnten, nach den Begrüßungen und Reden, saßen wir noch lange zusammen und schwangen zum Teil sogar das Tanzbein.
Am nächsten Morgen beim Frühstück im „Goldenen Löwen" ging nun die Erzählerei und das Austauschen von Erinnerungen weiter; inzwischen trafen wieder weitere Landsleute ein, so daß wir sogar den Gottesdienst verpaßten. Die Zeit verging wie im Fluge.
Nun wurde es Zeit zum Gang auf den Friedhof. Inzwischen formierten sich die örtlichen Vereine und die Bergmannskapelle Auerbach mit ihren Fahnen zum Schweigemarsch durch die Stadt. Auch unsere alte Egerländer Fahne, begleitet von Landsleuten in Egerländer Tracht, wurde im Festzug mitgeführt. Nach einer ergreifenden Totenehrung auf dem Auerbacher Friedhof, bei der auch der Gesangverein Auerbach mitwirkte, marschierten wir wieder zurück.
Ich denke, daß es bei dieser Totenfeier wohl vielen so gegangen sein wird wie mir. Die Gedanken weilten bei unseren lieben Verstorbenen, die daheim auf unserem Friedhof hinter unserer ehrwürdigen Kirche ruhen, deren Gräber keine liebende Hand mehr schmücken kann und die wohl zum größten Teil längst verfallen sind. Ebenso weilten unsere Gedanken bei den vielen Gefallenen, die auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen ihre letzte Ruhestätte fanden und in unseren Herzen weiterleben.
Nach dem Mittagessen trafen wir uns dann im Pfarrsaal zu einem gemütlichen Zusammensein. Sehr beeindruckt waren wir wohl alle vom Film- bzw. Diavortrag des Herrn Paulus (Sohn von Paulus Rudi), der uns unser liebes Schlaggenwald — so wie es jetzt aussieht — in anschaulicher Weise vor Augen führte. Da blieb wohl kein Auge trocken und es kamen viele Erinnerungen an unsere Kindheits- und Jugendzeit, wo wir alle so glücklich waren. In seinen Abschiedsworten würdigte Herr Bürgermeister, der noch einmal zu uns gekommen war, die Bedeutung der Patenschaft und gab der Hoffnung Ausdruck, daß in 5 Jahren, also zum 25. Jubiläumstag, wieder ein Treffen stattfinden möge. Bereits am frühen Nachmittag mußten viele schon wieder Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Manch einer mag wohl wehmütig gedacht haben, ob er noch einmal so ein Heimattreffen miterleben würde. So wollen wir hoffen, daß es nicht das letzte Treffen in unserer Patenstadt Auerbach war und daß wir bei einem späteren Treffen alle wieder gesund und munter dabei sein können. Dieses Treffen gehört nun schon wieder der Vergangenheit an und wir zehren wieder lange Zeit von der schönen Erinnerung.
In diesem Sinne grüßt Euch alle
Eure Veit Annl (verehl. Zimmerhackl)
Schlaggenwald – Auerbacher Treffen heuer zum zwanzigsten Mal begangen
Die „Nordbayerische Nachrichten Auerbach und Umgebung" berichteten:
Dank der neuen Heimat
Zu Beginn die historischen Dokumente, die zur Patenschaft führten, verlesen – Ansprachen des Schlaggenwalder Ortsältesten und von Bürgermeister Emil Kreuzer
AUERBACH (fr) — Zum zwanzigsten Male fand das Schlaggenwalder Treffen zwischen der Stadt Auerbach und den Bewohnern der einstigen Stadt Schlaggenwald im Sudetenland statt.
Aus diesem Anlaß wurden beim Festkommers am Samstagabend auch die nun schon historischen Dokumente verlesen, die zur Patenschaft der beiden Städte geführt haben, nämlich die Bittschrift der Schlaggenwalder um Übernahme der Patenschaft vom Januar 1956 und den darauf erfolgten Beschluß des Stadtrates vom 19. Januar 1956, der sich einstimmig für diese Patenschaft aussprach.
Zu Beginn der Zusammenkunft, zu der sich Schlaggenwalder in großer Zahl aus nah und fern eingefunden hatten, sprach der Ortsälteste der Auerbacher Schlaggenwalder und
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