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schon damals eigene Ortsrichter vorhanden, die man aus den Insassen des Dorfes erwählt hatte und die mit der Feder gut umzugehen wußten.
Es scheint, daß Rabensgrün schon im vorigen Jahrhunderte nach Schlaggenwald eingeschult war, aber die Ortsbewohner machten von diesem Rechte keinen Gebrauch, sondern hielten sich selbst einen Lehrer.
Auf Grund eingeleiteter Schritte seitens der Gemeinde genehmigte die hohe Landesstelle im Jahre 1842 die Errichtung einer exponierten Schulgehilfenstation in Rabensgrün. Als erster Lehrer an der neuerrichteten Schule fungierte E. Josef Walter bis zum Jahre 1851. Die Schülerzahl kam damals, obwohl die Kinder vom Hasenbühl eingeschult waren, selten auf 35.
Im Jahre 1864 wurde mit dem Baue des gegenwärtigen Schulhauses begonnen, welches am 25. November 1865 eingeweiht wurde. Dasselbe hatte 3822 fl 42 kr. gekostet. Der Ort besitzt eine im Jahre 1890 gegründete freiwillige Turnfeuerwehr.
Über den Ursprung des Dorfes Rabensgrün kann nichts Zuverlässiges angegeben werden. Doch bestand es schon im 16. Jahrhunderte.
Kaiser Ferdinand II. hat das Dorf Rabensgrün oder Robisgrün — wie es damals hieß — dem Hanns Gienngner für erlegte 400 Thaler zu Lehen gegeben.
Im Jahre 1584 verlieh die böhmische Kammer dieses Dorf dem Adam von Mangold für eine Barzahlung von 800 Thalern. 1595 trat Mangold einen Theil von Robisgrün mit Bewilligung Kaiser Rudolfs gegen erlegte 1000 Thaler an die Stadtgemeinde Schlaggenwald ab. Gegen Entrichtung eines weiteren Betrages von 2400 Thalern an die böhmische Kammer erhielt Schlaggenwald ganz Robisgrün zu Lehen. Im Jahre 1600 kaufte Schlaggenwald das Dorf erblich von Kaiser Rudolf II. um 2400 meißnische Schock oder 3000 fl CMz. Der kaiserliche Kaufbrief liegt im Schlaggenwalder Stadtarchive aufbewahrt.
Rabensgrün hatte außer einem jährlichen Urbarial- und Erbgrundzins von 115 fl 21 kr. W. W. weder Schuldigkeiten noch Roboten zu leisten.
Im Jahre 1791 wurde von Franz Haberditzl, Bauer in Rabensgrün Nr. 1, gemeinsam mit mehreren Bürgern und Bauern von Schlaggenwald und Umgebung in Rabensgrün im Hause Nr. 1 die erste Porzellanfabrik Böhmens ins Leben gerufen. Franz Haberditzl hatte zufällig auf den benachbarten Petschauer Gründen eine weiße Erde entdeckt, welche er für Porzellanerde hielt. Er sandte eine Probe davon an die Wallendörfer Porzellanfabrik zur Ansicht und Prüfung ein, und da man von dort bestätigte, daß es wirklich Kaolinerde sei, so wurde von ihm und etwa 30 Theilnehmern die Porzellanfabrik gegründet. Da aber der Gründer im Jahre 1792 starb, löste sich das Unternehmen zufolge von Uneinigkeit im Jahre 1793 wieder auf.
Liebe Schlaggenwalder Landsleute in Wien!
Zum großen Pfingsttreffen aller Sudetendeutschen 1976 in Wien wollen einige Schlaggenwalder dieser schönen Stadt wieder einen Besuch abstatten. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Plauderstündchen? Sollte die Bereitschaft bestehen, daß es für Landsleute Unterkunftsmöglichkeiten gibt, so bitte ich, es mir mitzuteilen. Ich werde es dann im nächsten Heimatbrief bekanntgeben oder den interessierten Landsleuten persönlich übermitteln.
RICHARD BRUMMEISSL
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