Anzeigen und Mitteilungen
Schönes Sudetenland 1977
Jahrweiser mit 25 Bildpostkarten. DIN A 5, DM 7,20. Jetzt in Farbe — bringt ein Jahr lang die alte Heimat ins Haus!
Eine Perle unter den deutschen Landschaften, das ist unsere sudetendeutsche Heimat, die Blatt für Blatt in den hervorragenden Aufnahmen des bekannten Lichtbildners Werner Neumeister (u. a. Romantik in Böhmen, Gotik in Böhmen, Barock in Böhmen) in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt so farbig ersteht, wie sie wirklich ist.
Unvergessene Heimat in Farbe — in dieser unübertrefflichen Ausstattung 30 Jahre nach der Vertreibung ist dies eine verlegerische Leistung, die unsere Landsleute an diesem Familienkalender schätzen werden.
ADAM KRAFT VERLAG, Postfach 210, 6800 Mannheim 52
Verband Deutscher Handelsakademiker e.V. (VDH)
Wie uns vom VDH mitgeteilt wird, stehen die seit längerem laufenden Bemühungen des VDH, auch für die sudetendeutschen Handelsakademiker die staatliche Graduierung zu erreichen, kurz vor ihrer endgültigen Entscheidung. Der VDH führt daher schon jetzt in allen Bundesländern die erforderlichen Graduierungs-Antragsverfahren durch. Handelsakademiker und Absolventen der ehemaligen sud. Wirtschaftsoberschulen, die an der Verleihung des Rechts zur Führung der staatlichen Graduierungsbezeichnung „Betriebswirt (grad.)" interessiert sind, wenden sich daher am besten möglichst bald an den VERBAND DEUTSCHER HANDELSAKADEMIKER e. V., Postfach 27, 6836 Oftersheim/über Schwetzingen.
Ein guter Freund von Gfell
„Volksbote" vom 3. 9. 1976 schrieb:
In Wiesbaden starb am 27. Juli 1976 im begnadeten Alter von 93 Jahren Rektor August Tischer aus Karlsbad. Den größten Teil seiner Lehrtätigkeit hat er an der bestbekannten 1. Knabenbürgerschule in Karlsbad geleistet, jener hervorragenden Erziehungsanstalt, wo auch Prof. Walther Klemm, der große Maler und Graphiker, zur Schule ging, und wo der unvergeßliche Volkstumsforscher und Heimatpfleger Josef Hofmann als Lehrer wirkte. August Tischer, aus der Petschauer Gegend gebürtig, hat sich unvergängliche Verdienste um die Karlsbader in der Vertreibung erworben. Er hat das Karlsbader Heimatmuseum in der Patenstadt der Karlsbader, in Wiesbaden aufgebaut und fast ein Vierteljahrhundert verwaltet. Das im Landesmuseum in Wiesbaden untergebrachte Karlsbader Museum zählt zu den größten und wertvollsten nach der Vertreibung entstandenen Heimatmuseen. Wer sein Nachfolger werden wird, ist eine schwere Frage. Mit Tischer ist einer der profiliertesten Karlsbader von uns gegangen."
Rektor a. D. August Tischer stammte aus Neudorf bei Petschau und zwar aus dem Bimozen Hof. Der Repl- und der Bimozenhof hatten von altersher schon immer verwandtschaftliche Beziehungen zu Gfell. Diese Beziehungen wurden immer gepflegt und der Höhepunkt wurde dann bei den Kirchfesten erreicht. So war für uns Neudorfer, besonders als Kinder, das Gfeller Fest eine Glückseligkeit. Tagelang freute man sich darauf. So war mal wieder unser Gfeller Fest da. Mit der lieben Mutter fuhren wir im Bimozens-Pferdegespann und mit unseren Berliner Vettern zum Gfeller Fest. Als das Gespann durch Schönfeld kam, sagte eine dortige Frau ganz laut: „Hat das Weib aber viele Kinder". Auch Rektor Tischer hatte diese Glückseligkeit als Kind erlebt — er ist ein Vetter unseres lieben Vaters — und bei meinem letzten Besuch in Wiesbaden hat er folgendes Erlebnis erzählt: Meine Mutter starb schon früh und ich kam daher zu Verwandten ins Saazerland. In den Schulferien war ich dann in Neudorf und so paßte es sich auch mal, daß das Gfeller Fest heranrückte und die Neudorfer wollten nach Gfell. Es waren alles junge Mädchen und mit Bitten und Betteln hatte ich es doch geschafft, daß ich mitgenommen wurde. Ich war ja ein kleiner Knirps gegen die Mädels, ein Anhängsl, also das machte mir aber nichts aus. Es war wieder einmal so schön, daß die Mädls beschlossen, am Festabend in Gfell zu bleiben. Also wo schlafen mit dem Knirps? „Wohin mit ihm?" Im nu packte mich eine, und schon lag ich in der Mitte von lachenden und kichernden Mädls."
Diese Erinnerung hat er sich zeitlebens bewahrt und Gfell gehörte für ihn auch zu seiner engeren Heimat.
Vielleicht können sich noch manche Schüler der Knabenbürgerschule an sein Wirken erinnern.
In heimatlicher Verbundenheit Tischer Resie u. Maritsch (Oberer Klouzen) Anhaltsberg 2, 3521 Liebenau 1
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