Zum Schluß erinnerte Kreuzer an die Schlaggenwalder Kirchweih, die diesmal auch mit gefeiert würde. Der spezielle Kirchweihkuchen stünde schon bereit. Der Bürgermeister übergab dann Erinnerungsmedaillen an Anton Hofmann, den Herausgeber der Heimatzeitung Richard Brummeissl, einen Wandteller sowie eine Kiste Zigarren an Toni Kunzmann für seine viele Arbeit mit den jeweiligen Treffen.
Kunzmann seinerseits schenkte dem Bürgermeister ein Bild mit dem Panorama der alten Stadt Schlaggenwald zur Erinnerung an diesen Tag.
Am Sonntagvormittag zog man nach der Kirche wie alljährlich im gemeinsamen Trauermarsch zum Ehrenmal im Friedhof. Voran die Auerbacher Knabenkapelle und die Vertreter der Stadt und im Zug die Egerländer Fahne aus Schlaggenwald und eine Trachtenabordnung. Nach dem Lied „Wir treten zum Beten", das der Auerbacher Männergesangverein 1884 vortrug, legte der Herausgeber der Heimatzeitung, Richard Brummeissl, einen Kranz an der Gedenkstätte für die Schlaggenwalder Toten nieder. In einer kurzen Ansprache hob er hervor, daß es nicht allen Vertriebenen vergönnt sei, ein solch schönes Fleckchen zu haben, wo man seiner Toten gedenken könne. Im Namen aller Schlaggenwalder, eingeschlossen die damaligen Landgemeinden, dankte er der Stadt dafür und meinte, „Ich kann versichern, daß die Wärme, die uns hier umfängt, uns Verpflichtung ist, uns ihrer würdig zu erweisen".
Mit dem Lied vom „Guten Kameraden" und gesenkten Fahnen ging die Trauerfeier zu Ende.
Verspäteter Ausklang
Die Septembersonne lag warm und hell über Auerbach.
Nun sind es heuer dreißig Jahre seit uns das Schicksal in dieses Städtchen verschlagen hat. Hier fanden wir unsere zweite Heimat und lieben sie.
Es ist daher kein Zufall, daß eben in Auerbach mehrmals Heimattreffen stattfanden. Hier wurde heimatlicher Boden geschaffen. Man bekam ein Gespür für die gemeinsame Art der Oberpfälzer und Egerländer. Besonders die Sprache ist der unseren sehr verwandt. Es ist auch ein seltener Zufall, daß Auerbach sowie Schlaggenwald Bergstädte sind.
So jährte sich heuer zum zwanzigsten Male die Patenschaftsübernahme. Es war für uns Schlaggenwalder eine große Ehre, daß der Stadtrat von Auerbach zu einer Wiedersehensfeier eingeladen hat. Auch den hiesigen Bürgern danken wir, für die rege und freundliche Anteilnahme.
Es sind viele Landsleute gekommen. Leider ist die Zeit des Beisammenseins immer zu kurz doch es sind unvergeßliche Stunden für Leib und Seele. Ein Händedruck, ein Zunicken, dann das Erkennen und schon fällt der Blick wieder auf den Nächsten. Nur einmal möchte ich in diesen Stunden der liebe Herrgott sein, um die Uhren anzuhalten — aber der Wagen, der rollt.
Nicht nur mit Strapazen, Zeitverlust und Unkosten sind diese Heimattreffen verbunden. Auch anderswo könnte sich ein Urlaub geleistet werden. Aber durch unser einmaliges heimatliches Zusammengehörigkeitsgefühl ist Auerbach eine Reise wert.
Wie schön ist es, wenn aus frühester Kindheit Erlebnisse ausgekramt werden und man so recht darüber lachen kann.
Gar vieles wußten die Goldbacher Weltenbummler zu berichten, die mit ihrem Wohnwagen von Ost nach West unterwegs sind und viele Landsleute aufsuchen konnten. Kein Schlagbaum und keine Mauer hat sie bis jetzt noch aufgehalten.
Nur zum Nordpol, klagte Hermann, hätte er noch keine Verbindung aufnehmen können. Dort scheint es den Schlaggenwaldern zum Ansiedeln doch zu kalt gewesen zu sein. Denn wo in aller Welt sind noch keine Schlaggenwalder? Als Columbus Amerika entdeckt hat, pfiff ihn jemand „Schulzedackl" entgegen. Den Nationalpfiff der Schlaggenwalder.
Nicht nur über die ganze Bundesrepublik sind Schlaggenwalder verstreut, auch in Österreich, der Schweiz, Amerika, Kanada und Brasilien sind wir zu finden. Selbst in der Sowjetunion gibt es einen gebürtigen Schlaggenwalder. Es ist der eheliche Sohn des genialen Musikers Kern Lois und einer Russin, welche nach dem 1. Weltkrieg in Schlaggenwald wohnten. Als kleiner Junge kehrte Viktor mit seiner schönen Mama in ihr Heimatland zurück. So ist es gar nicht so abwegig, ob da nicht ein Schlaggenwalder als Astronaut am Mond gewesen ist.
München-Dachau gründeten einen Stammtisch, wo sich ehemalige Schlaggenwalder in einer Gaststätte treffen, dessen Wirtin ebenfalls eine Schlaggenwalderin ist. In diesem Lokal gibt es auf Wunsch heimische Schmankerln zu essen. Was könnte es anders sein — als „Bachana Kniödla".
Anna Neidhart
věta pokračuje na dalším listu ⟶
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.
