Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 145
/ 24
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 24
Ministr sociálních věcí Dr. Pirkl děkuje Hlavnímu výboru uprchlíků a vysídlenců

Sozialminister Dr. Pirkl dankt dem Hauptausschuß der Flüchtlinge und Ausgewiesenen

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung teilt mit:

Die großen Verdienste des Hauptausschusses der Flüchtlinge und Ausgewiesenen in Bayern bei der Eingliederung von Millionen Vertriebener und Flüchtlinge hob Sozialminister Dr. Fritz Pirkl hervor. Bei einer Feierstunde aus Anlaß des 30jährigen Bestehens dieses Ausschusses im Münchener Haus des Ostens sprach der Minister den Dank und die Anerkennung der Bayerischen Staatsregierung aus. Das grausame und unerbittliche Geschick, das damals so vielen widerfuhr, habe Bayern den größten sozialen Auftrag in diesem Jahrhundert, vielleicht in vielen Jahrhunderten überhaupt, gestellt, nämlich die am härtesten getroffenen Opfer von Krieg und Zusammenbruch wieder menschenwürdig einzugliedern. Daß diese Aufgabe habe gemeistert werden können, sei das Verdienst vor allem der Männer der ersten Stunde, wie Minister a. D. Hans Schütz, gewesen; ihr unermüdlicher Einsatz habe die damalige Besatzungsmacht überzeugt, daß eine eigene Vertretung der Vertriebenen und Flüchtlinge notwendig sei. Wie wichtig der Hauptausschuß für viele in ihrer Not geworden sei, beweise die Zahl von mehr als einer halben Million Anfragen um Rat und Hilfe. Aber auch bei der Gestaltung der gesetzlichen Regelungen, beim Bayerischen Flüchtlingsgesetz des Jahres 1947, beim Soforthilfegesetz und beim Lastenausgleichsgesetz habe der Hauptausschuß fachkundig Einfluß genommen. Von größter politischer Bedeutung sei seine Mitwirkung bei der Schaffung des Art. 116 des Grundgesetzes gewesen, der mit einer Generalklausel die Gleichberechtigung der Vertriebenen in allen Bereichen gesichert habe.

Vorhaben größeren Umfanges, an denen der Hauptausschuß hilfreich mitgewirkt habe, seien die Wiederansiedlung der Fachindustrien der Vertriebenen und der Aufbau neuer Vertriebenengemeinden gewesen. Heute blühende Städte wie Kaufbeuren-Neugablonz, Geretsried oder Waldkraiburg legten ein beredtes Zeugnis davon ab.

Der Minister wies darauf hin, daß in den nächsten Jahren erneut umfangreiche Aufgaben der Eingliederung zu lösen seien, wenn nun die zugesagten Aussiedler aus Polen — und nicht nur aus diesem Land — kämen. Diese Eingliederung sei heute wirtschaftlich leichter. Die zunehmende Dauer der nationalen und kulturellen Unterdrückung unserer Landsleute im kommunistischen Machtbereich bringe viele andere schwerwiegende Probleme mit sich. Diese Menschen, die endlich wieder als Deutsche unter Deutschen leben wollten, müßten behutsam zu einer ihnen fremd gewordenen freien und offenen Gesellschaft hingeführt werden. Dazu bedürfe es der Unterstützung durch die Landsmannschaften und den Bund der Vertriebenen.

Bei der Durchgangsstelle für Aussiedler in Nürnberg trafen in der Zeit vom 1. 1. bis 30. 6. 1976 aus folgenden Ländern Aussiedler ein:

Rumänien 1.379, Tschechoslowakei 269, Jugoslawien 75, Oberschlesien 60, Ungarn 29, Ostpreußen 6, Pommern 3, Polen 5, Niederschlesien 2, Schlesien 2. Danzig 1. Westpreußen 1, Österreich 4, Litauen 4, Israel 4, Schweiz 2; Schweden 1. Canada 1. Griechenland 1.

Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Richard Brummeissl, 8756 Kahl am Main Siedlungsstraße. — Postscheckamt 1, 6 Frankfurt, Konto-Nummer 3271 95. — Preis je Stück 2.20 DM Satz und Druck: Buchdruckerei Emil Kolb, 8757 Karlstein/Main, Postfach 1145, Telefon (0 61 88) 51 41

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 24 z 24
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.