Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 145
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Stříbro a Horní Slavkov (Schlaggenwald) – dva dopisy ze 16. století

Mies und Schlaggenwald

Den erßamen und weisen Herren Burgermeister unnd Ratt zue Schlackenwaldt Unnsernn Lieben Herrn Unnd Guetten freündten.

Unsernn freüntlichen unnd gantz willigen dienst zuvor an Ersamen unnd weisen Herrn Und Guette Freund. Wir geben euch freundlicher meynung zu vernemen, das wir auff die tzeit zue ettliche uns gelegenen unnd notturfftigen dingen und sachen Czines notturfftig sein unnd denselben nit vor der handt haben derhalben ist unnßer ganz feruntlich Bitt an euch Ir wollet unns ein tzentner Czines beym tzeiger dissbrieffs zu schicken unnd ettliche tag borgen unnd unns widerumb schriftlich, was ein tzentner tzins khost, verstendigen. Wollen euch das gelt darffur bey der nechsten Bottschafft unvertziglich zu senden, Des verstehens, Ir würdett unns solches zu unser notturfft nit abschlahen, Euch widerumb lieb unnd dienst zu ertzeigen wir sein erpättig und ganz willig.

Geben Zur Mieß freitags nach Shmonis et Jude. anno 44.

Burgermeister Unnd Ratte der Statt Mieß.

Der Erbare Frawen Schilinckin Burgerin zu Schlackenwald meiner guetten freindtin.

Erbare liebe fraw Schilinckinn Wan Ir frisch unnd gesont werdt hortt Ich von euch gern. Liebe Fraw Schilinckin Ich laß euch wissen das Ich auff di tzeit gelts sehr notturfftig bin derhalben ich diesen Bott zu euch abgefertigt Unnd bitt euch Ihr wollt mir bei diesem botten fünffzig Daller groschen schick aber als will Ir. Jetzt vermügt Unnd auch weitter mich verstendigen, uff wolche tzeit soll meine Haußfraw zu euch mit geprennt wein schick Uud da werdt weiter mit einander rechnen was Ir mir werdt schuldig beleiben oder Ich euch Bin des Verstehens Ir werdt diesen Bott nicht lahr von euch lassen.

Dat. Mies Sontag Franciss. Anno 45.

Jhan Paul pitruschka Burger Zur Mies.

Zu den Ausführungen Professor Schmidts über das Thema „Wann war die Stadt Mies deutsch?" stellen uns die Direktoren Prosch und Schrott, Schlaggenwald, die oben abgedruckten Briefe zur Verfügung. — Zeit: 16. Jhrdt.

(„

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Horní Slavkov (Schlaggenwald) – dobopis starobylého hornického města

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die Herrschaft Petschau um 55.456 Schock meißnisch, und jetzt stand die Stadt in ihrer höchsten Blüthe, welche jedoch bald bei der Wiedereinführung der katholischen Lehre durch die Hartnäckigkeit der protestantisch gesinnten Bewohner vernichtet wurde. Die Herrschaft Petschau wurde confisciert, die protestantische Kirche geschlossen, die protestantischen Geistlichen und Lehrer wurden ausgewiesen und die katholische Lehre wurde 1628 mit Gewaltmaßregeln wieder eingeführt. Durch wiederholte Truppendurchmärsche und Einquartierungen wurden die städtischen Finanzen arg zerrüttet, und eine Feuersbrunst, welche am 4. Mai 1713 in der Stadt ausbrach und 76 Häuser einäscherte, dazu die hohen Kriegscontributionen, welche während des Siebenjährigen Krieges zu zahlen waren, vollendeten den finanziellen Ruin der Stadt.

1750 wurde Schlaggenwald unter das neuerrichtete Kreisamt in Elbogen gestellt und hörte somit auf, eine freie Stadt zu sein. Mit Hofdeeret vom 28. Feber 1772 wurde das k. k. Bergoberamt ausgelassen und ein einfaches Bergamt eingesetzt, welches bis zum Jahre 1868 bestand. In diesem Jahre wurde auch der Bergbau vollständig eingestellt.

Hervorragende Männer aus Schlaggenwald:

Kaspar Bruschins, geb. 19. August 1518, berühmter Dichter; starb durch Mörderhand 1559.

Zacharias Theobald, geb. zu Schlaggenwald, starb als Professor der Uftronomie an der Universität Altdorf in Baiern 1617. Er schrieb eine Geschichte des Hussitenkrieges und eine Topographie von Böhmen.

Christof Crinesius, geb. zu Schlaggenwald, hervorragender Orientalist, starb 1929 als Professor in Altdorf.

Elias Dollhopf, berühmter Maler (Kirche zu Waldsassen, Stiftskirche in Tepl, Annakirche in Schlaggenwald), starb am 12. December 1773 als Bürgermeister zu Schlaggenwald.

Joh. Coelestin Werner, Abt des ehemaligen Cistercienserklosters Plaß.

Anton Hölperl, berühmter Porträtmaler in Prag, starb daselbst.

Anton Kohl, Historiker, starb 1862.

Als wichtigste Punkte der Umgebung wären zu nennen: Der Galgenberg, mit den Mauerresten des ehemaligen Hochgerichtes; der Spitzberg und der Krudum.

Stand der Vereine im Jahr 1898 in Schlaggenwald:

1 Männergesangverein 1861 107
2 Schützengesellschaft 1863 104
3 Feuerwehrverein 1865 218
4 Anpflanzungs- und Verschönerungs-Verein 1868 17
5 Kirchenverschönerungsverein 1869 166
6 Glücksverein 1871 52
7 Veteranenverein 1871 74
8 Lese- und Bildungsverein 1872 27
9 Theaterdilettantenverein 1872 23
10 Funeralverein der Schützen 1874 94
11 Turnverein 1879 100
12 Ortsgruppe des deutschen Schulvereins 1881 14
13 Rindviehschädenverein 1883 140
14 Patriotisches Kriegercorps 1884 70
15 Stenographenverein 1886 21
16 Geselligkeitsverein „Fidelia" 1890 37
17 Unterstützungsverein der Porzellandreher 1892 92
18 Ortsgruppe der Porzellan- und Leonarbeiter 1892 330
19 Bienenwirtschaftlicher Verein 1893 28
20 Zweigverein des Bundes der Deutschen 1894 70
21 Geflügel- und Kleintierzuchtverein 1896 12
22 Ortsgruppe 49 der Union der Glasarbeiter 1897 0
23 Verein der Privatbeamten und Werkmeister 1897 40

Tabelle über Religionsbekenntnisse im Jahre 1898:

Vicariat: Theusing
Pfarrei: Schlaggenwald — hl. Georg
Patronat: Stadtgemeinde Schlaggenwald

Ortschaft: Katholiken Protestanten Juden Zusammen
Gfell 376 376
Leßnitz 195 195
Poschitzau 460 460
Rabensgrün 265 265
Schlaggenwald 4033 11 32 4076
Stirn 154 154
Zusammen: 5483 11 32 5526

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