Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 144
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Svatodušní vzpomínky na Horní Slavkov (Schlaggenwald)

Es dürfte sich lohnen den Heimatbrief zu lesen. Wieder haben Landsleute mit schönen Erinnerungen unseren Heimatbrief bereichert. Wer denkt nicht gerne an den Eisenbahnzug. Hat doch sein Häschen noch mancher im Ohr, wenn er den Stöllerwald hinter sich hatte. Von Elbogen bis zum Windhof hatte er auch eine ganz schöne Steigung überwinden müssen. Später hat den 3-Wagerlzug die Dreysine, wie bei uns dieses Gefährt genannt wurde, ersetzt. Das Idyl ging ein. Aber der Zug war ein sehr sauberes Verkehrsmittel. Noch steckt mir der feine Lackgeruch in der Nase, der einem umfing, wenn man sich auf den sauberen Holzbänken der 2-Personenwaggons niedergelassen hatte. Viele Reiselustige hat er ab Schlaggenwald nach Schönwehr nicht befördert. Die Umsteigerei in Schönwehr nach Karlsbad oder nach Marienbad war zu umständlich. Da lief man lieber nach Töppeles oder über Rabensgrün den Gogler hinab nach Petschau, wollte man nach Theusing oder Marienbad fahren. Da war man genau so zeitgerecht da und brauchte keine Wartezeit am Bahnhof in Schönwehr erdulden. Außerdem hatte man noch Geld gespart, das doch in der damaligen Zeit bei vielen sehr knapp gewesen ist. In der Mitte der 30iger Jahre wurde dann eine Autobuslinie von Dr. Roßmeißl (Potherr) in Schönfeld eingerichtet, die von Schönfeld über Schlaggenwald nach Karlsbad führte und von Schönfeld bis Marienbad weiterging. Das war zwar ein großer Fortschritt, aber benutzt wurde der Autobus auch nur von wohlhabenderen Bürgern. So viel ich weiß, hat es ein Todesopfer in Schlaggenwald zwischen dem Autohaus und einem Kind gegeben. Nun, die Fahrer dieser Monstrums mußten wahre Kunstfahrer sein. Die Durchfahrt durch unsere Stadt, mit der engen Hauptstraße und die Neustadt mit dem holperigen Pflaster, und mit so einem Gefährt, war nicht leicht. Das enge Zechtal mit den ungezählten Kurven erforderte ganze Konzentration und viel Geschick. Nur gut, daß damals sich kein Verkehr auf dieser Straße abwickelte. Es war noch keine geteerte Fahrbahn. Diese kam erst später. Als Radfahrer und Fußgänger mußte man gehörig Staub schlucken, wenn ein Kraftfahrzeug vorbeibrauste. Der Straßenwärter Eckel aus der Leßnitzgasse kam gar nicht nach, die vielen Schlaglöcher wieder zuzustopfen, die von den schnellfahrenden Fahrzeugen aufgerissen wurden. Aber auch an dem Bahnkörper war man ununterbrochen am Hämmern und Schaufeln, nur mit dem Unterschied, der Straßenwärter Eckel mußte allein diesen Verkehrsweg von Elbogen bis Schönfeld in Ordnung halten. Später half sein Sohn. Aber am Bahngleis arbeitete eine ansehnliche Rotte mit kräftigen jungen Leuten. Nur kann ich nicht darüber berichten ob mit der Eisenbahn von Neusattl bis Schönwehr mehr Lasten und Güter transportiert wurden, oder ob die Straße den größten Teil des Lastentransportes tragen mußte. Allerdings sind viele Waggon Kohlen in den zwanziger Jahren auf unserem Bahnhof angekommen.

Ich sehe heute noch die Frauen vor mir, die die großen Metallbutten, mit Kohlen gefüllt, vom Waggon zum Schuppen der Fa. Schenk Potaschak und Cie trugen. Ich will nur sagen, welchen Stundenlohn die Frauen — es waren meistens 4 Frauen — für die Entleerung des Waggons bekamen. Ein oder zwei Mann schaufelten die Kohlen in die Putten. Transportbänder oder Backer, die diese Arbeiten verrichten, gab es damals nicht. Viele Sorten Kohlen konnte man in den Lagerschuppen bestaunen. Große Trümmer und kleine Bröckelchen, Glänzende — das waren die Grünlasser — und andere. Ich selbst habe als Bub so manches Viertel (25 kg) mit dem Buckelkorb heimtragen müssen. Damals sind in Schlaggenwald noch keine Kohlenhändler von Haus zu Haus gefahren, die dieses notwendige Brennmaterial in die Wohnungen getragen haben. Das kam erst in der Arbeitslosenzeit auf. Ich denke noch manchmal an den Herrn Hubl (Hubl Paß), wenn er die Schaufel hob und sein rasselnder Atem keuchend seine Brust verließ. Er schaute gar mißtrauisch auf uns Buben, daß wir ja nicht einen Brocken Kohle ungewogen mitgehen ließen. Zwischen den Geleisen wurde jedes Bröckelchen Kohle schnell eingesammelt. Wir Buben haben damals alles Weggeworfene gut kontrolliert, ob es doch nicht noch zu gebrauchen sei. So manche alte Wäscherumpel oder ein Waschtopf wurde zum Zinngießer Hanika getragen, denn das alles war aus Zinn. Herr Hanika hat uns stets einen anständigen Preis dafür gegeben. Unser Taschengeld war knapp, denn es gab keines. Aber wie sollten wir Kirwa feiern, wenn man nichts Gespartes hatte? Man mußte eben sehen selbst etwas zu verdienen und war mit jedem Heller zufrieden, den man für einen Weg oder andere Handreichung bekam. Es war nicht wie heute, wo die Kinder reichlich mit

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