Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 143
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30 let od vyhnání!

Die 30 Jahre seit der Vertreibung!

[obr] Zusatzbild zu der Erzählung „Der Komawogn"

(HB Nr. 142). Das Foto sandte Lm. Architekt Stowasser aus Gießen. Vielleicht erkennen unsere Landsleute die damals Mitwirkenden. Es ist der Komawogn der Anna Floth aus Stirn. Am Stirner Weg wurde er angehalten und mußte ausgelöst werden.

Die Heimat mußten wir damals verlassen,
vereinsamt und leer wurden unsere Gassen.
Nur Abschied und Trauer in unserer Heimatstadt,
wo ein jeder glücklich und zufrieden gelebt hat.

Was haben wir getan, daß man uns die Heimat nahm?
Daß fremde Menschen sich gaben das Recht,
uns vertrieben, die andern machten zum Knecht!
Mit 30 kg Gepäck uns zur Kontrolle getrieben,
nicht mehr 30 kg waren es hernach noch verblieben;
denn 30 kg Gepäck zur Aussiedlung wären genug,
zum Sterben man nur ein Hemd ohne Tasche trug.

So hatten es damals die Sieger befohlen,
am End' ward gar mancher um vieles bestohlen.
Fortgetrieben, verladen im Waggon wie das Vieh,
mancher Landsmann vom Heimweh geplagt, sah die Heimat nimmer, ja nie!

Was haben wir nur getan, daß sie uns die Heimat raubten?
Die Vertreiber sich so in Unschuld glaubten!
Traurig sich unsere Blicke gen Himmel hoben:
Herrgott im Himmel, kannst Du dies Unrecht loben?

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