Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 142
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V Havraních (Rabensgrünu) žije dodnes německá většina obyvatel

In Rabensgrün gibt es noch eine deutsche Bevölkerungsmehrheit

Ein Dorfschicksal am Abfall des Schönfelder Plateaus in das egerländische Teplital — Haberditzels erste Porzellanversuche

Im Abfall des Schönfelder Plateaus ins egerländische Teplital liegt das Dorf Rabensgrün. In älteren Urkunden des 16. Jahrhunderts wird es auch Robitz- und Robelsgrün genannt. Tschechisch hieß es früher Havrany (von havran = Rabe), und seit kurzem lautet die offizielle Bezeichnung Haje (= Hain). Dies scheint nicht sehr zutreffend. Die Wälder und Haine der Umgebung reichen an das Dorf gar nicht heran. Und nicht nur das. Im Ort selbst fallen uns viele verdorrte Bäume auf. Ja, hier hat ein großes Bäumesterben eingesetzt, das mit den nahen Stollen und Schächten in Zusammenhang stehen mag.

Die Siedlung befindet sich am oberen Ende einer Talschlucht. Die Häuser und Höfe wurden auf den Terrassen der Talhöhe, an den Hängen und schließlich auch im Talgrund selbst gebaut.

Rabensgrün hat das gleiche Schicksal wie Hunderte andere Grenzgebietsdörfer ereilt. Die meisten der deutschen Einwohner mußten die Heimat nach 1945 verlassen. Das abseits jeglicher Kommunikation gelegene Dorf war nicht attraktiv für Neuansiedler. So finden wir den Ort von hohem Gestrüpp umwachsen.

Aber zum Unterschied von vielen anderen Dörfern der Umgebung, wo langsam alle Häuserruinen verschwinden und man nurmehr frisch hergerichtete Bauten antrifft, gibt es in Rabensgrün noch viel halbzerfallene Häuser, die aus einem Dschungel von schwarzem Hollunder, Brombeer-, Birken- und Ahorngestrüpp hervorgucken. Dann und wann ertönt Hundegekläff, wir entdecken zwischen hohem Gras einen ausgetretenen Pfad, der zu einem netten, von einem Gärtchen umgebenen Haus, wie etwa zu Nummer 26 führt.

Schon die Deutschen hatten langsam die ländlichen Bauformen aufgegeben. Im Laufe der Nachkriegsereignisse wurde vieles vernichtet. Dennoch haben sich letzte Zeugen einer früheren Bauweise bis heute hier erhalten, wie das einstöckige Fachwerkhaus an der von Schönfeld kommenden Straße.

Auch die 1777 erbaute und den Heiligen Johannes und Paulus geweihte Kirche steht noch da. Ein einfacher Bau auf oblongem Grundriß, in dem der Altarplatz und seine Apsis durch Abschrägungen der Ecken angedeutet wird. Im Jahr 1923 wurde das Gotteshaus verlängert und dabei der alte Baubestand und die Einrichtung möglichst geschont.

Wir finden die Kapellentür halb offen. Im Innern spazieren Hühner herum. Aber zu unserer Überraschung hat sich immerhin so manches aus der Zeit der Gründung erhalten: der Aufbau des aus einem reich geschnitzten Bildrahmen bestehenden Altars, in dem früher das Gemälde der schmerzensreichen Gottesmutter stand. Die ursprünglich farbigen Holzskulpturen wurden bei einer späteren Renovierung weiß lackiert.

Das einzige architektonische Bauglied des Kirchleins ist der Dachreiter, dessen Glockenstuhl heute seines Glöckleins beraubt ist. Dieses war allerdings ein moderner Eisenguß an Stelle der im Ersten Weltkrieg verlorengegangenen alten Glocke. An der abgebröckelten feuchten Wand hängen die Kreuzwegstationen in handwerkmäßiger Bildmalerei aus dem 18. Jahrhundert.

Oberhalb des Kirchleins befinden sich die Reste eines einst gefälligen Hauses, das

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