Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 142
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30 let bavorské uprchlické správy: ministr Dr. Pirkl – Stalinův plán nevyšel

30 Jahre Bayerische Flüchtlingsverwaltung: Staatsminister Dr. Pirkl: Stalins Rechnung ging nicht auf

30 Jahre Bayerische Flüchtlingsverwaltung:

Staatsminister Dr. Pirkl: Stalins Rechnung ging nicht auf

Die Eingliederung der Vertriebenen sei so weit fortgeführt, wie es sich vor Jahren niemand vorstellen konnte, erklärte Staatsminister Dr. Fritz Pirkl bei einer Feierstunde anläßlich des dreißigjährigen Bestehens der Flüchtlingsverwaltung in Bayern. Selbst aus Lagern und Bunkern hätten die Vertriebenen blühende Siedlungen werden lassen. Das ganze bayerische Land sei aus den Trümmern des Krieges schöner und reicher denn je hervorgegangen und habe sich zu einem modernen Industriestaat gewandelt.

Der Anteil der Vertriebenen und Flüchtlinge, heute ein Viertel der bayerischen Bevölkerung, sei von dieser großartigen Aufbauleistung nicht wegzudenken. Diesen Millionen habe man zwar ihre Heimat und ihr Hab und Gut nehmen können, nicht aber ihre Kenntnisse und Erfahrungen, ihren Fleiß und ihre Schaffenskraft. So seien die Vertriebenen der Verpflichtung gefolgt, die sie sich in der „Charta der Vertriebenen" selbst gesetzt hätten — am Aufbau ihrer neuen Heimat nach besten Kräften mitzuarbeiten. Die Rechnung Stalins sei nicht aufgegangen, da sich die entwurzelten Massen nicht als Element der Zerstörung hatten mißbrauchen lassen. Gerade das Gegenteil sei eingetreten, denn die Vertriebenen zählten heute in hervorragendem Maße zu den Kräften, die unseren Staat und seine freiheitlich-demokratische Grundordnung uneingeschränkt bejahten und unterstützten.

Diese Leistungen sollten, so Minister Pirkl, uns aber auch daran hindern, der Frage auszuweichen, ob für die Eingliederung dieser Millionen von Menschen wirklich alles Erforderliche und Mögliche getan worden sei. Der manchmal zu hörende Einwand, allein der Zeitablauf von dreißig Jahren habe diese Frage bereits überholt, sei sicherlich ebenso naiv wie ungerecht und falsch. Die Kriegsfolgengesetzgebung enthalte trotz mehrfacher Novellierung noch zahlreiche, im Einzelfall oft tragisch spürbare Lücken und Härten. So seien die mühsam aufgebauten Betriebe der Vertriebenen mit ihren zu schmalen Eigenkapitaldecken heute besonders gefährdet; auch hätten viele ehemalige Selbständige keine neue Existenz gefunden. Der Anteil der Selbständigen unter den Vertriebenen betrage nur etwa 9 Prozent gegenüber 21 Prozent bei den Einheimischen. Bei den Arbeitern sieht es anders aus, hier stellen die Vertriebenen 57 % und die Einheimischen nur 45 %. Eine ausgewogene soziale Schichtung sei also noch nicht erreicht. Insofern fehle jedes Verständnis, wenn die Bundesregierung die Kriegsfolgengesetzgebung als abgeschlossen betrachte.

Dr. Pirkl unterstrich erneut die Bemühungen Bayerns, das kulturelle Heimaterbe der Vertriebenen zu erhalten. Mit dem Haus des Deutschen Ostens in München, der Sudetendeutschen Stiftung und dem Gemeinschaftswerk der Ostdeutschen Galerie in Regensburg seien feste Einrichtungen geschaffen worden, die mithelfen, dieses kulturelle Erbe zu bewahren.

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