Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 142
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V Havraních (Rabensgrünu) žije dodnes německá většina obyvatel

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die Nummer 1 trug. Der Steinbau des Erdgeschosses ist gut zu erkennen, während der Holzwerkbau des Stockwerks vollkommen zusammengefallen und im Zustand der Vermoderung ist. Eine Ruine wie viele andere. Diese hier ist jedoch insofern bemerkenswert, als hier die weltberühmte böhmische Porzellanindustrie ihren Anfang nahm.

Man schrieb das Jahr 1789, als ein gewisser Franz Haberditzel in dem Bauernhof Nr. 1 die ersten Versuche machte, um aus dem von Gabhorn bezogenen Kaolin Porzellan zu erzeugen. Nach gelungenen Proben wurde 1791 von Haberditzel im Verein mit Gottlieb Sonntag ein Brennofen in Betrieb gesetzt. Zwei Jahre später ging diese kleine Porzellanfabrik zwar wieder ein. Aber sie hat unzweifelhaft Anregung zur Begründung der im Kunstgewerbe bedeutungsvollen Schlaggenwalder Porzellanfabrik gegeben.

Was uns an Rabensgrün weiters bemerkenswert erscheint, ist der Umstand, daß es sich um einen Ort handelt, wo auch heute noch eine deutsche Mehrheit lebt. Bis auf zwei Familien sind eigentlich alle deutsch. Von hier gebürtig sind allerdings nur zwei Familien. Alle anderen kamen aus den verschiedensten deutschen Orten Westböhmens; aus Brüx, aus Neudek, aus dem, dem Erdboden gleichgemachten Städtchen Lauterbach und anderswoher. Und diese Deutschen zeigen uns auch den Weg zu dem durchlöcherten Stein:

„Fahren sie den nach Schlaggenwald führenden Fahrweg entlang. Sie kommen an zwei alleinstehenden Bäumen vorbei. Dort lassen sie ihr Auto, denn der weitere Weg ist sehr schlecht. Hinter einer großen Pfütze, im Gras, liegt der Stein."

Wir fahren in der angegebenen Richtung. Bald haben wir die beiden erwähnten Bäume erreicht. Dazwischen ein Postament, wenig weiter im Gras die dazugehörige Gedenktafel, die besagt, daß das (heute nicht mehr vorhandene) Kreuz vom Ehepaar Riepl im Jahr 1888 gestiftet worden sei. Einige Schritte weiter die große Pfütze und links vom Weg, im hohen Gras, der Stein, um dessentwillen wir hierhergefahren waren.

Er stellt den Rest eines altertümlichen romanischen Steinkreuzes von der Form eines Radkreuzes dar.

Aber das Volk erkannte das Kreuzbild nicht und erfand folgende Sage: Einst kam hier eine Gesellschaft von einer Taufe aus Schlaggenwald vorbei. Man war in gehobener Stimmung und verlor an dieser Stelle das neugeborene Kind. Als man es wiederfand, hatten ihm inzwischen Raben die Augen ausgehackt. Zur Sühne setzten die Schuldigen hier einen Stein in der Form von leeren Augenhöhlen, der seit Menschengedenken im Volksmund der durchlöcherte Stein genannt wird.

Ob es jene Unglücksraben waren, nach denen das Dorf seinen Namen führt, darüber berichtet die Sage nichts. Aber was die Endsilbe „-grün" betrifft, wissen wir besser Bescheid. Im westlichen Böhmen gab es einst nicht weniger als 107 Ortsnamen mit der Silbe Grün, deren ersten Teil in der Regel Eigennamen, oft in verstümmelter Form, bildeten. Ortsnamen auf Grün weisen darauf hin, daß das Dorf einer Gründung deutscher Bauern ist, die sich hier im 12. bis 13. Jahrhundert niederließen, den Wald abschlugen und den Boden urbar machten, so daß ein grüner Platz entstand, wo das Vieh weiden konnte.

Und so liegt es auf der Hand, daß jener Rabe, dessen Name das Dorf bis in die jüngste Vergangenheit trug, kein schwarzer Vogel, sondern ein Anführer deutscher Siedler namens Rabe, Robel oder ähnlich gewesen ist.

Gerda Elfers

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