Pfarrer i. R. Womes feiert 50. Priesterjubiläum
Der beliebte Seelsorger betreute von 1959 bis 1970 die Pfarrei
Uttlau. Die 50. Wiederkehr seiner Priesterweihe begeht in diesen Tagen der langjährige Seelsorger und jetzige Pfarrer i. R. Johann Nepomuk Womes. Geboren wurde der Jubilar in dem kleinen Dörfchen Zwingau, Kreis Bischofteinitz im Sudetenland. Seine Eltern besaßen dort einen Bauernhof. Aufgewachsen ist Womes mit noch drei Geschwistern. In seiner Heimat besuchte er die einklassige Volksschule. Anschließend bestand er die Aufnahmeprüfung am Gymnasium in Duppau bei Karlsbad. Am 9. Juni 1921 legte der Jubilar die Reifeprüfung mit Auszeichnung ab. Hierauf folgte von 1921 bis 1925 das theologische Studium an der deutschen Universität in Prag. Schließlich fand die Priesterweihe am 5. Juli 1925 in der St.-Salvator-Kirche in Prag statt. Nach der Primiz wurde der damalige Neupriester Kaplan in Buchau, Lichtenstadt, Graslitz und Schlaggenwald. Die erste Pfarrstelle wurde ihm im März 1933 in Sollmus zugewiesen. Wegen politischer Schwierigkeiten mit der Henlein-Bewegung übernahm Womes dann am 9. November 1939 die Pfarrei Böhmisch-Domaschlag. Auch hier verfolgte ihn die Gestapo und er wurde 1940 verhaftet, kam nach Dachau und wurde erst am 28. März 1945 entlassen.
Pfarrer Womes kehrte darauf zu seinen Eltern zurück und sollte nach einer gewissen Ruhepause wieder in seine frühere Pfarrei zurückkehren. Inzwischen kam jedoch die Aussiedlung der Deutschen aus dem Sudetenland. Auch Pfarrer Womes kam nach Bayern und fand in der Diözese Passau freundliche Aufnahme. Zunächst war er Kaplan in Wurmannsquick und ein Jahr später übernahm er die Pfarrei Zeholfing. Am 1. September 1958 übertrug ihm Bischof Simon Konrad die Pfarrei Uttlau. Pfarrer Womes wurde Nachfolger von Pfarrer Mühlbauer, der seit 1933 die Pfarrei seelsorglich betreute und seinen Ruhestand in Tann verbrachte, wo er im November 1963 als Benefiziat starb.
Während seines Wirkens in Uttlau hat Pfarrer Womes sich große Verdienste erworben. Ganz besonders setzte er sich für die damalige Katholische Landjugend ein, richtete die Pfarrbücherei neu ein und ließ in der Pfarrkirche umfangreiche Renovierungen durchführen. Als Liebhaberei betrieb er gerne Bienenzucht und zeigte großes Interesse am Obstbau. Jedes Jahr machte er mit den Pfarrangehörigen einen Ausflug.
Im September 1970 bat er den Bischof um Versetzung in den Ruhestand. Er übersiedelte in das leerstehende Benefiziantenhaus nach Simbach bei Landau. Auch dort hilft der Jubilar fleißig in der Pfarrseelsorge mit und bewährt sich weiterhin bei Ausflügen als guter Reiseleiter. Im dortigen Altenclub ist Pfarrer Womes ein gerngesehenes Mitglied.
Am Sonntag wird Pfarrer Johann Nepomuk Womes in der erst vor einigen Tagen neu geweihten Pfarrkirche von Simbach sein goldenes Priesterjubiläum begehen. Die Festpredigt hält ein guter Bekannter des Jubilars, der ehemalige Erzdechant von Bischofteinitz, Bischöflicher Geistlicher Rat Dr. Josef Hüttl. Am Abend des gleichen Tages findet im Gasthof Wiese ein Pfarrfamilienabend statt. Gleichzeitig wird dies auch die Abschiedsfeier sein, da Pfarrer Womes in den nächsten Tagen nach Osterhofen übersiedeln wird, wo er ein Haus käuflich erworben hat. (PNP vom 29. 6. 1975)
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