Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 141
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Slib u pramene Ohře

Gelöbnis an der Egerquelle

„Die Seele der Heimat mit in die Ferne genommen"

Am 8. Juni d. J. fanden sich unter den hohen Fichten und Buchenbäumen im Fichtelgebirge an die 1000 Menschen zusammen, die aus allen Richtungen Oberfrankens zur Egerquelle gekommen waren. Nachdem bereits Dr. Lodgman v. Auen und Hans Christoph Seebohm an dieser Stätte in früheren Jahren festliche Stunden im Kreise ihrer Landsleute verbrachten, stand diesmal die Ansprache des jetzigen Sprechers der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Dr. Walter Becher, MdB, im Mittelpunkt der Veranstaltung, die von einem Bläserchor umrahmt war. Er sagte: „Nach dem großen Erlebnis des Sudetendeutschen Tages in Nürnberg greift uns wohl dieses Beisammensein und diese Stunde ganz besonders ans Herz. In Nürnberg gedachten wir in einem feierlichen Staatsakt der Toten, die wir als Opfer der beiden Weltkriege und der Vertreibung zurückließen.

Hier stehen wir ihnen und dem Lande, das sie gebar, an einem mehr als symbolischen Ort ganz besonders nahe. Es ist, als entspränge dieser Quelle ein Lebensstrang, der quer durch unsere alte Heimat führt. Fast spüren wir, was die Alten spürten, als sie derlei Quellen und Flüssen den Namen eines Gottes oder einer Göttin gaben. Die Seele der Heimat beginnt hier zu plauschen, fast heiter und vertrauensvoll, als wollte sie das Düstere überspülen, das neben dem Hellen in der Geschichte der in diese Steine gehauenen Namen unserer heimatlichen Städte und Dörfer verzeichnet ist.

Die Steine und die Zeilen der Dichter, die hier die Quelle säumen, sind nur äußerlich schwer und stumm.

Sie mahnen. Sie führen unsere Gedanken weiter: Zu den Fluren und Wäldern, zu den Wohn- und Arbeitsstätten, zu den Menschen der Heimat. Keiner geht hier wohl achtlos vorüber. Jeder weiß: Wir stehen auf einem jener nicht allzu vielen geographischen Punkte der Erde, in dem sich die Wasser scheiden und nach den Himmelsrichtungen enteilen. Sie bilden sozusagen ein magisches Kreuz über Europas Fluren. Jeder weiß: Wir stehen am westlichen Rande jenes von der Natur gezeichneten europäischen Herzlandes Böhmen, dessen Flüsse — Elbe, Isar, Moldau, Eger — in deutschen Landen entspringen und allesamt nach Deutschland fließen.

Vielleicht ist es überflüssig, an diesen Tatbestand zu erinnern. Dennoch gehört er zum Selbstverständnis derer, die sich hier zusammenfanden.

Wir Sudetendeutsche bekennen uns zur größeren, zur freien europäischen Heimat.

Wir Sudetendeutsche bekennen uns aber auch zur eigenen, zur angestammten deutschen Heimat in Böhmen, Mähren u. Schlesien!

Gerade dieser Augenblick, an dem wir mehr als sonst in unsere Geschichte hineinlauschen, bestätigt unser Bekenntnis zu dieser Heimat und zu unserem Recht!

Wir wandern mit Dir, Kleine Eger, in das Land der Mütter und Väter hinein:

Zum stillen Wasser, das sich unter der Kaiserpfalz in der Stadt Deines Namens sammelt; an den Höfen und Feldern der Bauern im engeren Egerland vorbei. Wir grüßen die Tischler von Königsberg, die Bergarbeiter von Falkenau. Wir wandern einen Ellen-

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