Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 138
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Vánoční slovo Richarda Brummeissla krajanům

Immer wieder erreichen mich Zuschriften, in denen die große Freude über unseren HB geäußert wird. Ganz besonders die ins Ausland — Österreich, Kanada, Amerika — verschlagenen Landsleute warten auf eine Nachricht von uns Hiergebliebenen. Wir sollten uns diesen Landsleuten stets verpflichtet fühlen. —

Es besteht die große Aussicht, daß uns unser Kunzmann Toni wieder eine Zusammenkunft in unserer Patenstadt Auerbach ermöglicht. Der Zeitpunkt konnte noch nicht festgelegt werden. Es kommen dafür wohl nur die Sommermonate in Betracht. Darum sollte ein jeder Teilnehmer sich schon heute darauf einrichten. Im nächsten HB ist es bestimmt möglich, den Termin genau mitzuteilen. So ein Treffen — besser gesagt ein Fest, ein solches ist es ja wohl für uns — ist für den Arrangeur eine große Aufgabe und mit viel Arbeit verbunden. Es gibt auch manchmal Ärger. Aber da können wir mit beitragen, daß er ausbleibt. Wer eine Übernachtung wünscht und eine solche festgebucht hat, muß auch die Kosten übernehmen, wenn er sie nicht in Anspruch nehmen kann. Wir wollen unsere Gastgeber in der Patenstadt nicht verärgern und sie sollen keinen Schaden haben.

Vielleicht ist diese Ankündigung auch ein kleines Weihnachtsgeschenk für alle, die sich auf ein Wiedersehen im kommenden Jahre freuen. Ich wünsche mir heute schon, daß recht viele Landsleute daran teilnehmen.

Eine junge Landsmännin hat Europa, das heißt die Bundesrepublik im Sommer verlassen. Sie schrieb danach einen Brief an einige Freunde. Da viele im gleichen Alter waren wie sie, als wir unsere Heimat verlassen mußten, und vom Lastwagen aus unser letzter Blick dem Schlaggenwalder Kirchturm galt, dürften unsere damaligen Empfindungen mit denen der Landsmännin wohl die gleichen gewesen sein. Ich fand ihre ergreifenden Zeilen so auf uns zugeschnitten, daß ich der Auffassung bin, es könnte ein jeder von unseren HB-Beziehern sich angesprochen fühlen.

Mein Weihnachts- und Neujahrswunsch an alle Leser des Schlaggenwalder Heimatbriefes: Ich wünsche ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen reichen Gabentisch und viel Freude.

An der Schwelle des neuen Jahres 1975 wünsche ich viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit. Es mögen viele heimliche und offene Wünsche in Erfüllung gehen und große Enttäuschungen von Euch allen fernbleiben.

Euer Richard Brummeissl

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Štědrý večer v proměnách času

Der heilige Abend im Wandel der Zeit

Anna Neidhart

Kein Fest im Jahr nimmt uns so freudig gefangen, als Weihnachten. Welcher Zauber ist das wohl, der uns da so freudig umfängt und die Herzen der Menschen anspricht? Auch der Erwachsene bewahrt ein Stück Kindheit um den heiligen Abend.

Obgleich sich Vieles um das Weihnachtsfest gewandelt hat, den heiligen Abend erleben wir immer noch als Freudenbringer. Manchmal ist es gar nicht das Materielle, die Geschenke, welche die größte Rolle spielen, sondern das Einmalige, Feierliche dieses Tages. Mit den Vorbereitungen fängt schon alles an. Nicht zuletzt außer Einkauf von Geschenken und vielen Besorgungen, so muß auch an das festliche Mahl des hl. Abends gedacht werden.

Die neue Zeit brachte auch hier eine Umstellung in den Familien. Es gibt genug Leckerbissen zu kaufen. Wozu die viele Arbeit in der Küche? Mit Kochen und Braten, mit Abwaschen und Aufräumen hinterher. Doch wir halten fest am Alten, sonst wäre der hl. Abend ein Tag wie jeder andere auch.

Wollen wir einmal zurückblicken wie früher das festliche Essen am hl. Abend gewesen ist.

Der 24. Dezember, also der Geburtstag des Herrn, war einmal ein Fasttag gewesen. Deshalb war man geteilter Meinung, ob Fisch oder Fleisch. — Der Weihnachtskarpfen war Tradition. Während auch am Sauerbraten mit der „süß-sauren" Soße festgehalten wurde. Da Fisch nicht jedermanns Geschmack ist und die Ehe manche Umstellung mit sich brachte, muß ich gestehen, nach den Gewohnheiten des Mannes an der „süß-sauren" (auch polnischen Soße) und am Sauerbraten festzuhalten bis zum heutigen Tage.

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