40 Jahre im Schuldienst tätig
Rabensgrün. — Auf eine 40jährige Tätigkeit als Lehrer kann der aus dem Sudetenland aus Rabensgrün stammende Oberlehrer Franz Rippl zurückblicken. Er wohnt heute in Jestetten, nahe der deutsch-schweizerischen Grenze. 1937 wurde er Lehrer in Elbogen und machte den Weltkrieg von 1939 bis 1942 mit. Nach dem Zusammenbruch wurde er 15 Monate interniert, kam schließlich in den Kreis Waldshut und wurde wieder als Lehrer eingesetzt. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Bund der Vertriebenen tätig. An Festumzügen tritt er mit seiner Gattin immer als Träger der Egerländer Tracht auf. Aus Anlaß des Dienstjubiläums wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil.
(aus der Sudetendeutschen Zeitung" vom 4. Okt. 1974)
Nachrichten aus der Tschechoslowakei
● Wo bleiben die Taten? Das tschechoslowakische kommunistische Parteiorgan „Rude Právo" zitierte in einem Kommentar zum deutsch-tschechoslowakischen Verhältnis Bundesaußenminister Genscher, der sich in einem Zeitungsinterview zur Entspannung bekannt hatte. Das Blatt verband damit die Frage: „Wo bleiben Taten?". Erklärungen bedeuteten nichts, wenn nicht Taten folgten" hieß es in dem Kommentar. „Rude Právo" ließ allerdings unerwähnt, daß das auch für die Tschechoslowakei gilt. Und es gibt sogar „Taten", die sich gegen die Verständigung und Entspannung richten. Eine solche „Tat" ist die Anordnung der ČSSR, daß Bürger ihres Staates jetzt für die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland eine Gebühr von 2000 Kronen — was einem durchschnittlichen Monatseinkommen entspricht — entrichten müssen. Hinzu kommt eine Stempelgebühr von 100 Kronen für einen viertägigen Aufenthalt in der Bundesrepublik, die sich nach weiteren vier Tagen verdoppelt. Diese Maßnahme verstößt auch gegen den deutsch-tschechoslowakischen Vertrag, in welchem die Förderung des Tourismus vorgesehen ist.
● Prag. Tschechoslowakische Sicherheitsorgane schließen nicht aus, daß der Brand des alten Messepalais in Prag, in dem vor allem die meisten Außenhandelsbetriebe untergebracht waren, durch Sabotage entstanden ist. Vier Personen sollen in diesem Zusammenhang festgenommen worden sein. Nach Angaben aus Prag sollen durch das Feuer auch wichtige geheime Karteien über die Verbindungsmänner zur westlichen Industrie vernichtet worden sein.
● Schlaggenwald. — Bereits vor einem halben Jahrzehnt gab es ernste Sorgen um den Weiterbestand der Egerländer Weltbäder, da man im extremen Maße die im Falkenauer Becken gelegene Kohl in einem Riesenwärmekraftwerk bei Schaben verbrennen wollte, was sich in einer schnellen Vernichtung des Waldbestandes im Kaiserwald bei Schlaggenwald ausgewirkt hätte. Durch das energische Einschreiten der Kurorte und wissenschaftlicher Gremien konnte der zu erwartenden Katastrophe entgegengearbeitet werden. Nun weist erneut der Vorsitzende des Städtischen Nationalausschusses (Bürgermeister) von Marienbad auf den Verfall des Kaiserwaldes hin, der ernste Zeichen der Schädigung durch Abgase zeigt. Er kann sich dabei auf eine wissenschaftliche Studie des Akademiemitgliedes Ctibor Blatny, wie auch auf statistische Erhebungen der Direktion der staatlichen Wälder in Pilsen stützen. Auf Grund der Angaben sind bereits 433 ha Wald im Absterben begriffen, 3200 ha zeigen Zeichen schwerer Schädigung und 1950 ha Wald sind geschädigt. Das Ausmaß des Schadens soll den des Waldes im Erzgebirge überschreiten, wie dort 1961 festgestellt wurde.
● PKW aus der UdSSR. Obwohl die CSSR über eine eigene Automobilindustrie mit besserer Produktion verfügt, mußte sie von der UdSSR im ersten Halbjahr 1974 19 000 Pkw vom Typ „Zyguli" (Fiat-Lizenz) abnehmen, weil die Sowjetunion für diesen schlecht gebauten Lizenzwagen noch nicht einmal in Entwicklungsländern genügend Abnehmer findet.
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