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herausfischen. Es war erstaunlich, mit welchem Appetit sich diese Tierchen auf unsere selbst so dringend benötigte Nahrung stürzten.
Wir hatten etwa 1 Woche auf dem Gut gearbeitet und uns in einer Kammer ein Strohlager eingerichtet. Da kamen plötzlich die Hopfenpflücker an. Ich traute meinen Augen kaum, so viele gute bekannte Gesichter zu erblicken. Frau Steidl war mit ihrer Partie angekommen. Sie hatte den Wolf Mani mit seiner Ziehharmonika mitgebracht. Nun, resolut wie Frau Steidl war, forderte sie uns auf die Kammer zu räumen, denn diese sei für ihre Mädchen vorgesehen und werde alle Jahre von ihr belegt. Natürlich murrten wir ein bißchen. Aber es war ja klar, daß sie für ihre Damen einen sicheren Platz benötigte, wenn sie diese beaufsichtigen soll. Platz gab es auf diesem großen Besitz genug, und so zogen wir auf den Heuboden des Schweizers, der uns später übel mitgespielt hatte.
Jede Pflückerin und jeder Pflücker mußte sich ein Strohlager für etwa 3 Wochen herrichten. Dann bekam man einen Schemel und einen Korb. Während am anderen Tag, noch vor Sonnenaufgang, die Hopfenpflücker zum Hopfenfeld geführt wurden, konnten wir uns noch 2 Stunden im Heu wälzen. Als wir um 18 Uhr Feierabend hatten, gingen wir zum Hopfenfeld, wo wir die Schlaggenwalder trafen. Diese konnten noch lange nicht ans Feierabendmachen denken, doch sie warteten auf den Feierabendpfiff von Frau Steidl. So mancher dürfte das vorgenommene „Soll" nicht erfüllt haben. Bei Wind, Regen und heißem Sonnenschein mußte der Hopfen gepflückt werden. Da saßen sie nun die Männlein und Weiblein — oft auch mit Kindern — auf dem harten Holzschemel, der auf unebenem Boden nur widerwillig standhaft war und rissen mit den Fingern die Hopfenzapfen ab. In sogenannten Vierteln — ich weiß nicht nach welchem Maß sich diese Einheit gerichtet hat — wurde der gepflückte Hopfen vermessen. Es ging eine ganz ansehnliche Menge Hopfen in so ein Hohlmaß hinein. Man hatte zu tun, wenn man in 1 1/4 Stunde ein Viertel pflücken wollte. Dann erfolgte die Ablieferung und für das sog. Viertel gab es eine Marke. Die Frauen waren etwas flinker beim Zupfen, sie brachten etwas mehr zur Ablieferung und etwas mehr Kapital nach Hause. Wenn ich mich recht erinnere, gab es damals für eine abgelieferte Marke, die jeden Abend abgeliefert werden mußte, 1,20 Kč. Hatte einer die Marke verloren, so war sein Verdienst hin. Das abgelieferte Viertel kam dem Eigentümer zugute. Der gesamte Erlös der Pflückerei wurde am Ende ausgezahlt, man konnte aber auch einen Vorschuß bekommen. Für mich war diese Tätigkeit alles andere als lustig. Ich war doch mit der Dampferdrescherei besser dran; denn nie im Leben hätte ich 10 Viertel gepflückt. Es war dies eine richtige Strafarbeit. Keine Pausen, kein kühler Trunk. Nur Brot oder etwas Margarine darauf, da mußte darauf geachtet werden, daß diese sich bei der Hitze, die oft auf so einem halbabgeernteten Hopfenfeld lag, dahingeschmolzen ist. Wenn es dem Unternehmer gefiel, so schickte er einen Wagen mit einem Faß Wasser zum Hopfenfeld. Wer hätte sich auch andere Getränke bei dieser kargen Entlohnung leisten wollen. Man wollte doch den Verdienst ungeschmälert mit nach Hause bringen.
Trotzdem wurde am Abend noch ein Tänzchen zu den vom Mani seiner Harmonika entlockten Weisen gewagt. Nachdem die Kartoffelsuppe gelöffelt war und man sein Viertel Brot erhalten hatte, blieb man noch ein Weilchen in dem Schuppen beisammen, der als Aufenthaltsraum gedacht war. Eine Petroleumfunzel gab dem Treiben einen abenteuerlichen Anstrich. Man könnte sagen, es war auch ein Erlebnis. Aber ganz hielt unser Musikus nicht die Zeit durch. Es war auch seine erste Pflückerfahrt gewesen und das sich vorgenommene Soll an Tagesleistung durfte er wohl nicht erreicht haben. So zog er es vor, lieber einige Hosen zu schneidern und sonntags in der „Kreuzzeche" Musik zu machen, als auf dem heißen Hopfenacker zu
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