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gleiche Jesu ist, der am Kreuze starb und der siegreich das Grab verließ. Diese Erscheinungen sind nicht Produkt des Osterenthusiasmus der Jünger, sondern erst die Erscheinungen wecken den Osterglauben der Apostel und machen sie zu Zeugen der Osterbotschaft von Jesus dem Gekreuzigten und dem Auferstandenen. Sobald dieser Glaube in der Gemeinde gesichert ist, hören die Erscheinungen auf.
Dieser Jesus der seinen Jüngern erscheint in verklärter Leiblichkeit, ist anders als der, mit dem sie gingen und lebten in Raum und Zeit, in Galiläa und an den anderen Orten. Aber auch der verklärte Leib entbehrt nichts des am Herrn Vertrauten, er trägt die verklärten Wundmale des Karfreitag. Darin liegt für alle, die in diesem Leben die Stigmen, die Wundmale des Leidens, tragen, eine große Hoffnung. Wir dürfen auch für uns Jesu Verklärung erwarten, denn Gott ist treu und Gott ist gut.
Auch Ostern hat das fromme Brauchtum unserer Heimat mit festlichem Rahmen umgeben: die Palmzweige des Palmsonntag im Herrgottwinkel und auf den Saatfeldern, die gefärbten Ostereier als Symbole des Lebens, das Osterlamm auf dem Ostertisch, der Osterritt am Ostermorgen. Vor allem aber die festliche Auferstehungsfeier am Karsamstagabend, die wir in der erneuerten Liturgie und in der neuen Heimat so sehr vermissen. Das heilige Grab mit Liebe und Lichtern geschmückt, das Bild des Gekreuzigten im Grab, darüber das Allerheiligste in der Monstranz, davor die ganze Gemeinde in Andacht und Anbetung. Und dann der große Augenblick, wenn der Priester die Monstranz segnend über das Volk erhob und es jubelnd verkündete: Christus ist erstanden. Und dann bewegte sich die Prozession durch die abendlichen Straßen: brennende Kerzen, klingende Orgel, schwingende Glocken, die schönsten Dinge, die die Menschen Geist jemals geschaffen, zur Ehre des Auferstandenen. Über allen aber lag der Klang des enthusiastischen Lobrufes, das österliche Alleluja: Gott sei gelobt! Mit diesem Freudenruf grüßten sich die Menschen in vielen Gegenden der alten Heimat am Ostermorgen:
„Gesegnete Ostern! Ein frohes Alleluja!"
So wollen auch wir uns grüßen am Heiligen Osterfest 1974.
Msgr. Dr. Karl Reiß,
Leiter des sudetendeutschen Priesterwerkes.
Allen Lesern des „Schlaggenwalder Heimatbriefes" und deren Angehörigen wünschen wir ein frohes Osterfest
Die Schriftleitung
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