Nachrichten der Sudetendeutschen Landsmannschaft
Dr. Walter Becher: Heimatvertriebene müssen zweimal zahlen
München. „Wir verzichten nicht, sondern legen unsere Zahlen auf den Tisch mit der Bitte, daß sich die Bundesregierung damit auseinandersetzt". Dies erklärte kürzlich der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Dr. Becher, in einer Pressekonferenz. Es gehe nicht an, daß nur die andere Seite Forderungen stellt und daß hohe zinsverbilligte Kredite an die Ostblockländer gegeben werden, ohne daß nicht auch auf die Verluste hingewiesen wird, die den Vertriebenen zugefügt wurden, sagte Becher weiter. Nach Ansicht Bechers mache sich die Bundesregierung politisch schutzlos, „wenn wir nur die andere Seite ihre Forderungen präsentieren lassen". Die Heimatvertriebenen müßten zweimal zahlen, einmal durch das zurückgelassene Vermögen und jetzt über ihre Steuergelder die Zinsverbilligung für Kredite.
Sudetendeutscher Verband Studentischer Corporationen
Der 1957 gegründete SVSC hält seinen diesjährigen Hauptconvent wiederum in Lohr am Main vom 17. bis 19. Mai ab. Aus dem Programm: Empfang beim Bürgermeister, Kranzniederlegung, Arbeitstagung und Vortragstagung, Festkommers, Festball, Frühschoppen. Einladungsnachfragen sind zu richten an Hbr. Josef Hlavacek, 8770 Lohr am Main, Weisenau 19.
Die jährlich stattfindenden Hauptconvente sind immer der Treffpunkt Alter Herren sudetendeutscher Verbindungen, die dort alte Freundschaften erneuern und neue schließen. Eine der Aufgaben des SVSC ist die Führung eines ‚Wappenbuches', in dem alle wichtigen historischen Daten sudetendeutscher Verbindungen, die zum großen Teil heute nicht mehr bestehen, gesammelt werden, um sie der Nachwelt zu erhalten. Die sudetendeutschen Verbindungen waren ein Stück Kultur in den Nachfolgeländern der Monarchie und ein Teil des Volkstumkampfes bis zum bitteren Ende. Hinweise sammelt Hbr. Dipl.-Ing. Rudolf Hofmann, 608 Groß-Gerau, Mittelstraße 38.
Die Alten Herren sudetendeutscher Corporationen sind die letzten Erlebnisträger unserer Vergangenheit und der unserer Corporationen. Wir müssen Bekenntnisträger der Zukunft sein: Deutschland als Vaterland der Deutschen (wir Sudetendeutschen sind ein Teil ‚der Deutschen') erhalten und hinführen zu einem ‚vereinten Europa' starker, innerlich gefestigter und moralisch intakter Vaterländer. Dazu brauchen wir jeden Alten Herrn in unseren Reihen. Auskünfte über Zweck, Ziel und Mitgliedschaft erteilt Ingenieur Herbert Weis, 87 Würzburg, Franz-Ludwig-Straße 2.
Marienwallfahrten der Heimatvertriebenen
Die Wallfahrt der Heimatvertriebenen zum Schönenberg b. Ellwangen/Jagst findet heuer am Sonntag, den 19. Mai 1974 statt.
Der als Künder der Bewegung „für eine bessere Welt" bekannte Jesuitenpater Riccardo Lombardi aus Rom hält die Predigt. Bei der Glaubenskundgebung spricht Frau Dr. Barbara Schmidegger, die derzeitige Bundesführerin der Deutschen Katholischen Jugend, die aus dem Sudetenland stammt. Der Rosenheimer Ackermann-Chor unter der Leitung von Prof. Fritz Kernich, wird diese Wallfahrt mitgestalten.
Die Sudetendeutsche Wallfahrt nach Altötting findet am 6./7. Juli 1974 statt. Das Programm wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.
Bei beiden Wallfahrten werden wieder Heimattreffen in den Gaststätten der Wallfahrtsorte organisiert.
Landsleute! Haltet Euch bitte diese Termine frei und beteiligt Euch wieder zahlreich an den Wallfahrten.
Arbeitsgemeinschaft Katholischer, landsmannschaftlicher Vertriebenenverbände, 7 Stuttgart, Paulinenstraße 40/I.
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