Aber noch heute wie damals beglückt der Frühling alle Menschen, so lange sich die Erde drehen wird. Es wird auch in hundert Jahren wieder Frühling sein.
Ein warmer Märzsonntag führte uns hinaus in den Wald zum Silberbach. An den Hängen des Rainbaches blühte die rote Heide-Erika.
So holte man sich den ersten Frühlingsstrauß ins Haus.
Dort wurde ebenfalls mit dem Winter Schluß gemacht. Zuerst räumte man das Kanonenöferl hinaus, dem folgten die Doppelfenster. Schon war in den Wohnungen mehr Licht geschaffen, und es wurde räumlicher. Dann begann der alljährliche Hausputz, vom Dachboden bis zum Keller. Die damaligen Fleckerlteppiche (Bandlbloarn) hingen frisch gewaschen an den Wäschestangen oder Gartenzäunen.
Um wieviel besser hat es heute die moderne Frau.
Alle technischen Hilfsmittel wie Klopf- und Staubsauger stehen für die luxuriösen Teppichböden bereit und zur Verfügung.
Einer Tradition bin ich treu geblieben — ich backe meine Osterlaibln immer noch selbst. Der Teig dazu wird etwas leichter gehalten, als der schwere Stollenteig, aber mit viel Butter und Eiern. Unsere hiesigen Bäcker schneiden in die aufgegangenen Laibln einen Palmzweig. Sieht gut aus. Selbstverständlich läßt man die Osterlaibln noch beim Bäcker backen. Sind sie dann fertig, so kann man es schier nicht erwarten, die vanilleüberzuckerten duftenden Osterlaibln anzuschneiden, um ein Kosterl zu versuchen.
Das Osterfrühstück ist ebenso lustig auf einem schön geschmückten Tisch. Die Palmkatzerln als Strauß in der Mitte. Der saftige Osterschinken und die bunten Ostereier schmecken sehr lecker.
Auch hier in der Oberpfalz ist der Osterspaziergang Brauch und Sitte. So geht man am Ostermontag nach „Emaus", wo einst der auferstandene Heiland dort seinen Jüngern begegnete. Alle Menschen, die man antrifft, haben freundliche Feiertagsgesichter und sind fröhlich im Herrn.
Eines will ich aus meiner Kindheit nicht vergessen — „die Osterzicklzeit."
Frauen, damals noch mit langen Röcken und Kopftücher umgebunden, trugen sie im Arm, die herzigen kleinen Zicklein, die zum Fleischer mußten. Dem Tierchen sein jämmerliches „Määh Määh" klingt mir noch heute schmerzlich in den Ohren. Trotzdem was soll's. Am Ostersonntag schmeckte ein Zickleinbraten mit guten Mehlknödeln köstlich.
Es hat eben alles seine guten und schlechten Seiten. — Das Osterlamm inbegriffen ...
Eine Spezialität für Kenner waren auch die grünen Frühlingssuppen. Dazu wurden ganz junge Kräuter gesammelt. Brunnenkresse, Löwenzahn, Brennessl und andere mehr. Diese Suppen sollen sehr gesund sein und vitaminreich.
Meiner Großmutter fielen dabei ihre Wiener G'schichten ein. Sie war als junges Mädchen Köchin in Wien.
Einmal am Wochenmarkt beim Einkaufen fiel ihr nicht mehr ein, was die „Gnädige" ihr angeschafft hatte.
Die Marktfrau offerierte ihr: „Schaun's Fraln Pepperl — a scheen's Karfiolerl häät ma heit — oder butterwache Kohlrabi, an schön Rapunzel-Salat" — aber dem Kocherl fiel nichts ein, was es bringen sollte. Da verlor die Marktfrau die Geduld, weil andere Kundschaft auch drankommen wollte. Jetzt platzte ihr fast der Kragen: „Schau, daß d' weiter kimmst, Urschl damische, Sautrammpl —!" Ja, das war's — Saurampl. Sauerampfer sollte das Kocherl, die Pepperl, kaufen für die Frühlingssuppe. Das hat ihr die „Gnädige" ang'schafft!
Der Großmutter ihr dicker Bauch hetschte beim Erzählen vor Lachen. Wir lachten mit, ob über den Saurampl oder den dicken
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